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Alpirsbach Historischer Eindruck bleibt erhalten

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Einen spannenden Kontrast bilden die beiden denkmalpflegerisch hoch eingestuften Bereiche des Zuschauerraumes sowie des Bühnenbereichs mit originaler Bühnentechnik aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Benz Foto: Schwarzwälder-Bote

Alpirsbach/Bad Wildbad. Mit einem besonderen Auftrag wurde die Restaurierungswerkstätte von Kirchenmalermeister und Stuckrestaurator Rainer Benz aus Alpirsbach bedacht – sie ist bei den Arbeiten am Königlichen Kurtheater in Bad Wildbad beteiligt. Zum 150-jährigen Jubiläum des Königlichen Kurtheaters in Bad Wildbad werden laut einer Pressemitteilung der Restaurierungswerkstätte die Restaurierungsarbeiten an dem historischen Gebäude abgeschlossen sein. Nachdem schon im Jahr 2004 der Zuschauertrakt mit historischen Stuckarbeiten und Vergoldungen fertiggestellt werden konnte sowie der Spielbetrieb aufgenommen wurde, sollen jetzt bis zur Eröffnung im Juli 2014 die angrenzenden Bereiche restauriert werden. Die 1985 gegründete Restaurierungswerkstätte Benz hat sich in der Region einen Namen bei bedeutenden historischen Objekten wie dem Unesco Weltkulturerbe Kloster Maulbronn, dem Schloss Neuenbürg, dem Palais Vischer in Calw sowie weiteren historischen Bauten gemacht.

Die erste nachweisbare Theatervorstellung in Bad Wildbad für Badegäste fand am 30. Mai 1857 im "Oberen Conversationssaale" im Badhotel statt. Der Theater-Unternehmer Albert Hirsch hatte 1864 den Mut, ein bescheidenes Gebäude in den Kuranlagen auf eigene Kosten zu erstellen. Dieses Theater ist die Wiege des heutigen königlichen Kurtheaters, es trug den Namen "Vaudeville Theater". Im Jahr 1872 ging das ganze Theater für eine Summe von 10 000 Gulden an den württembergischen Staat über. Der Name wurde 1888 in "Königliches Kurtheater" umgewandelt. 1898 fand ein gründlicher Umbau statt. Mit dem langjährigen Theaterdirektor Peter Liebig aus Mainz erlangte das Theater einen großen Aufschwung.

In der neueren Geschichte spielen die Einstufung als Kulturdenkmal im Jahr 1977 sowie erste Erhaltungsmaßnahmen 1981/82 eine große Rolle. Die Gründung eines Fördervereins Kurtheater erfolgte 1987. Die Entdeckung in Archivunterlagen, die belegten, dass "Mr. Giacchino Rossini, Compositeur de Musique mit Gattin und Dienerschaft" am Freitag 13. Juni 1856 zu einer mehrwöchigen Kur im Hotel Bären abstieg, veranlasste im Sommer 1989 das Festival Rossini in Wildbad ins Leben zu rufen.

Für den symbolischen Wert von einer Mark kaufte der Förderverein das Gebäude am 23. Dezember 1999 vom Land Baden Württemberg. Eine Grundsanierung des Theaters folgte in den Jahren 2001 bis 2005. Bei den jetzt laufenden Restaurierungsarbeiten, die vorrangig den Bühnenturm sowie Abschlussarbeiten im Zuschauerraum und Eingangsfoyer betreffen, kommt der große Gegensatz zwischen dem prunkvollen Zuschauerraum und dem eher technisch-nüchtern ausgestatteten Bühnenbereich (Bühnenturm) zum Tragen.

Der von der Denkmalpflege als historisch sehr wertvoll eingeschätzte Bereich des Bühnenturms beinhaltet noch die komplette originale Bühnentechnik mit Seilzügen, Maschinentechnik sowie Theaterdonner. In diesem Teil des Bauwerks wurden die originalen Decken und Wände von der Restaurierungswerkstätte Benz aus Alpirsbach gereinigt, gesichert und retuschiert, so dass der historische Eindruck erhalten bleibt. Die angrenzenden Räumlichkeiten wurden nach historischen Farbbefunden mit Materialien aus der Erbauungszeit wieder instandgesetzt. Diese aufwendigen Arbeiten wurden hauptsächlich in den Wintermonaten 2013/2014 ausgeführt.

Bei den seitlichen modernen Stahl-Glasanbauten wird durch wiederaufgenommene historische Farbigkeit der Wände mit Beistrichen und Ritzern eine spannende Verbindung zum Zuschauerraum hergestellt.

Den Abschluss werden Arbeiten im Foyer des Theaters und des Zuschauerraums bilden, die durch den Einbau von originalen Bauteilen erforderlich sind.

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