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Alpirsbach "Hausaufgaben" gibt’s auch fürs Gedächtnis

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Geistig fit bis ins hohe Alter – zum gemeinsamen Training mit Anne Bosch (stehend) haben sich in Alpirsbach Senioren zusammengefunden. Weitere Gruppenmitglieder sind willkommen, sobald die Lage wieder Treffen zulässt (Das Foto entstand vor der Zuspitzung der Corona-Krise). Fotos: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist schon seit vielen Jahren eine feste Einrichtung – das Gedächtnistraining mit Anne Bosch in Alpirsbach. Zurzeit gibt es zwar wegen der Corona-Krise eine Zwangspause, doch sobald es die Lage wieder zulässt, soll es weitergehen.

Alpirsbach. Seit mehr als zehn Jahren findet in Alpirsbach jeden Montagnachmittag unter der Leitung von Gedächtnis- und Lerntrainerin Anne Bosch der Kurs "Geistig fit bis ins hohe Alter" statt, und eines ist sicher: Auch wenn die Teilnehmer derzeit wegen der Corona-Krise den beliebten Kurs nicht besuchen können: Langweilig wird es ihnen zu Hause bestimmt nicht werden. Denn jeder, der den Kurs besucht, erhält von Kursleiterin Anne Bosch jede Menge "Hausaufgaben" mit nach Hause.

Dort können dann die Rätselblätter, Denksportaufgaben oder Kniffeleien gelöst werden. Am Kursnachmittag selbst arbeitet sich die muntere Truppe gemeinsam durch ein bunt gemischtes Programm. Stets beginnt das gemeinsame mentale Aktivierungstraining mit einer kleinen Handgymnastik: Igelbälle werden gedrückt und geknetet, dadurch werden die Nervenzellen der Finger aktiviert. Es folgen Übungen, um das Kurzzeitgedächtnis zu trainieren. Damit es nicht monoton wird, sondern interessant bleibt, hat die Kursleiterin eine ganze Reihe verschiedener Denksportaufgaben vorbereitet. Da gilt es zunächst, Frühblüher zu benennen und in einem zweiten Schritt jedem Blumennamen einen Finger zuzuordnen. Wie die Übung zeigt,  eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, gilt es doch hinterher noch zu wissen, dass der linke Ringfinger für die Primel, der rechte Zeigefinger für Schneeglöckchen steht und der Daumen die Gänseblümchen symbolisiert.

Üblicherweise folgt im Kurs nun ein Frage- und Antwortspiel. Dies bietet Anne Bosch die Gelegenheit, Themenbereiche aus der Jugendzeit der Teilnehmer – deren Altersspanne reicht von 66 bis 90 Jahre – mit einzubinden. So berichtet beim Thema "Wäsche früher und heute" die älteste Teilnehmerin mit leuchtenden Augen, wie sie als Kind die Wäsche mit dem Waschbrett waschen und mit dem Kohlebügeleisen plätten musste.

Anschließend erhält jeder Teilnehmer mehrere Fragebögen, die leise und hoch konzentriert bearbeitet werden, meist alleine, manchmal wird aber auch beim Nachbarn "abgespickelt". Merkspanne heißt die nächste Trainingseinheit; wie Bosch erläutert handelt es sich dabei um eine wesentliche Fähigkeit, um möglichst lange selbstständig leben zu können.

Motivierendes Spiel trainiert Merkfähigkeit

Es geht darum, sich möglichst viele der hintereinander genannten Begriffe oder Tätigkeiten merken zu können. Ist die Merkspanne nur noch gering, kann der Alltag kaum mehr alleine bewältigt werden, weiß Bosch: "Vier Dinge sollte man sich schon merken können, sonst wird es schwierig, alleine zu leben, dann vergisst man zum Beispiel, den Herd wieder auszuschalten." Für das Training dieser Fähigkeit hat Bosch ein motivierendes Spiel mitgebracht. So wandert "Omis Handtasche" reihum im Kreis, und jeder Teilnehmer benennt einen Gegenstand, den er sich her rausnimmt, ehe anschließend alle Gegenstände aus "Omis Handtasche" aufgezählt werden. Wurde dann doch mal etwas vergessen, ergänzen die Mitstreiter lächelnd die Reihe.

Neben der Merkspanne gilt es aber auch, die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, die Wahrnehmungsverarbeitung und die Aufmerksamkeit zu trainieren, alles zusammen hilft mit, geistig fit zu bleiben.

Auch dafür hat Bosch Arbeitsblätter vorbereitet, und so werden bald fehlende Symbole gesucht, Abweichungen gefunden, Geheimschriften entziffert, oder es wird "Mit Kraut und Rüben" gerechnet. Alles Übungen, die den Senioren sichtlich Spaß machen und einigen auch ein zufriedenes Lächeln entlocken. Gnitz kommentiert der Senior der Gruppe seine Tagesform mit "Heut‘ lauft‘s!". Wenn noch Zeit ist, können sich die Teilnehmer eines der vielen erwachsenengerechten Spiele oder der Maxi-Memorys aussuchen.

Zum Abschluss bekommt jeder Teilnehmer noch weitere Arbeitsblätter mit nach Hause. Zusammen mit Tipps, wie man alltägliche Situationen in Denksportaufgaben verwandeln kann, wobei Bosch überzeugt ist: "Vermutlich machen Sie das sowieso schon. Nehmen Sie doch morgens die Zeitung und rechnen bei den Todesanzeigen aus, wie alt die Leute geworden sind. Und bei den Sonderangeboten, wie viel Sie beim Einkauf sparen können." An alle Teilnehmer ergeht die Aufforderung, zum nächsten Kursnachmittag weitere Interessenten mitzubringen.

Der Kurs "Geistig fit" findet – üblicherweise – jeden Montag ab 14.30 Uhr in den Räumen der Begegnungsstätte in der Krähenbadstraße statt. Das Angebot wird vom Förderverein Altenzentrum Alpirsbach organisiert, ist kostenlos und offen für alle. Weitere Informationen, auch darüber, wann wegen der derzeitigen Zwangspause wieder mit dem "Geistig-fit"-Training begonnen wird, erteilt Anne Bosch unter der Rufnummer 07444/60 25.

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