Genauer Hergang einer Schlägerei auf nächtlichem Heimweg vor Gericht schwierig zu rekonstruieren

Von Gabriele Adrian Freudenstadt/Alpirsbach. Angeklagte und Geschädigte wollten in Alpirsbach beim Schwimmbadfest im August 2012 fröhlich feiern. Letztlich gab es auf dem Heimweg jedoch Auseinandersetzungen, die nun mit einer Hauptverhandlung vor dem Freudenstädter Amtsgericht endeten.Die Anklage lautete auf Körperverletzung in zwei Fällen. Axel Benz, Direktor des Amtsgerichts und vorsitzender Richter, beschrieb nach der Urteilsverkündung das Tatgeschehen wie folgt: Im August des vergangenen Jahres hatte das Freibadfest stattgefunden, "das nicht so endete, wie es hätte enden sollen", so der Richter. Viele, vor allem junge Leute hatten sich getroffen und gefeiert, so auch die Gruppe, die nun vor Gericht stand. Drei junge Menschen hatten sich nach der Veranstaltung auf den Heimweg gemacht und gingen auf der Bundesstraße in Richtung Schenkenzell in der Hoffnung, ein Auto anhalten zu können, das sie auf der zu bewältigenden Strecke von mehr als fünf Kilometern mitnehmen würde.

Kurz vor dem Ortsende von Alpirsbach näherte sich ein Wagen, besetzt mit vier Personen, den die Gruppe anzuhalten versuchte. Die junge Fahrerin bremste zunächst erschreckt, weil sie fürchtete, einen der Männer, die den Daumen rausgestreckt hatten, zu verletzen. Was dann ganz genau geschah, konnte vor Gericht nicht zweifelsfrei geklärt werden. Offensichtlich wollten die Wageninsassen nachts um 3 Uhr keine Mitfahrt erlauben. Es gab wohl einen Wortwechsel, und die Fahrzeuglenkerin setzte zur Weiterfahrt an. Ein zum Auto ausgestreckter Arm ließ sie die Fahrt jedoch wieder verlangsamen. Der Beifahrer sprang aus dem Auto und versetzte zunächst einem der Anhalter einen Schlag ins Gesicht, anschließend auch dessen Kameraden. Der erste Mann blieb bewusstlos am Boden liegen und konnte sich an das Tatgeschehen nicht mehr erinnern, der zweite erlitt eine Augenbrauenplatzwunde, die im Krankenhaus genäht werden musste.

Ein zweiter Mann, nun mitangeklagt, stieg aus dem Auto und forderte seinen Kumpel auf, wieder einzusteigen. Ihm war vorgeworfen worden, ebenfalls in die Schlägerei verwickelt gewesen zu sein. Dies wurde aber von keinem der Zeugen bestätigt, sodass das Gericht die Anklage fallen ließ.

Der Haupttäter gab von Anfang an die Taten zu, entschuldigte sich bei den Verletzten und zeigte deutliche Reue. Letztlich beschloss das Gericht einen Vergleich, der besagte, dass der Nebenkläger, der junge Mann, bei dem eine Gehirnerschütterung diagnostiziert worden war, eine Entschädigung von 1500 Euro erhalten soll. Richter Benz sprach anschließend das Urteil, das zusätzlich zu den Kosten für den Vergleich eine Strafe von 60 Tagessätzen à 45 Euro und die Kosten des Verfahrens beinhaltete.

In seinem Schlusswort betonte der Richter, dass es deprimierend sei, dass man seinem Kind heutzutage nicht mehr raten könne, ein eigentlich harmloses Fest zu besuchen, sei doch keineswegs davon auszugehen, dass es ohne Schwierigkeiten wieder nach Hause kommen könne. Ein großes Problem des Geschehens war die Tatsache, dass alle Tatbeteiligten, außer der jungen Autofahrerin, stark alkoholisiert waren.