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Alpirsbach Die Stärke liegt in den leisen Tönen

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Das Alpirsbacher Blockflötenensemble unter der Leitung von Gertrud Heinzel (zweite von rechts) spielte in der Klosterkirche. Zu Heinzels 25-jährigem Jubiläum als Leiterin des Ensembles gratulierte die Kirchengemeinde. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer musikalischen Soiree beteiligte sich das Alpirsbacher Blockflötenensemble an der Veranstaltungsreihe "Musik dient Gott". Der Auftritt war zugleich eine Würdigung für Gertrud Heinzel, die sich seit genau 25 Jahren als Ensembleleiterin engagiert.

Alpirsbach. Laut Kantorin Carmen Jauch ist es nicht selbstverständlich, dass das Konzert "mit dem wohl ältesten Instrument der Welt" überhaupt stattfinden konnte. Das Ensemble konnte lange überhaupt nicht und später nur unter erschwerten Bedingungen proben.

Tragende Töne einer zwei Meter hohen Flöte

Mitgebracht hatten die sechs Musikerinnen ein sowohl abwechslungsreiches als auch anspruchsvolles Programm aus verschiedenen Epochen, teils in Originalkompositionen, teils in Bearbeitungen für Blockflötenensembles. Eröffnet wurde die Soiree mit der "Orchestersuite Nr. 3 d in d-Moll" von Johann Bernhard Bach, einem deutschen Komponisten aus der Familie Bach. In den Sätzen "Ouvertüre", "Les Plaisirs", "Air", "Rigaudon" und "Gavotte" wurde deutlich, welche hohen musikalischen Ansprüche die sechs haben. Ruth Frommherz (Sporan- und Tenorflöte), Lara Meltzer (Alt- und Tenorflöte), Juliane Wöhrle (Tenorflöte), Ingrid Stäudle (Tenorflöte), Anja Fuchs (Subbassflöte) und Gertrud Heinzel (Bassflöte und Leitung) präsentierten sich als musikalische Einheit und als ein Laien-Ensemble, das Stücke mit hohem Schwierigkeitsgrad virtuos und gekonnt interpretiert.

Mit kleinen Lesungen, unter andem einem Herbstgedicht von Rikle, trug auch Kirchengemeinderatsvorsitzender Axel Kohler zum Gelingen des Abends bei.

Beschwingt und heiter präsentierte sich das Flötenensemble mit dem "Blumenwalzer" aus der Nussknacker-Suite von Peter Tschaikowsky. Das fröhliche Flötenspiel tauchte die ehrwürdige Klosterkirche in lebendige Jahrmarktatmosphäre.

Völlig anders dagegen die fünfstimmige "Sonata ad Tabulam" von Johann Heinrich Schmelzer. Jede Musikerin war hier gefordert, genau auf das Flötenspiel der anderen zu hören, um den Gesamtklang zu erzeugen. Das, so verriet eine Musikerin hinterher, war angesichts der ungewohnt großen Abstände zueinander ein schwieriges Unterfangen.

Den Höhepunkt des Konzertes bildeten zwei Flötenwerke des 2018 verstorbenen amerikanisch-schweizerischen Komponisten Allan Roseneck. Gespielt wurde die aus sieben Sätzen bestehende Komposition "Memories", abgehoben haben sich dabei im Satz "Fanfare" die tragenden Untertöne der mehr als zwei Meter hohen Subbassflöte.

Spiel der Leichtigkeit und doch volltönend

Den krönenden Abschluss bildete Rosenhecks "Klostersuite für Blockflötenquartett". Die Sätze "Im Klostergarten", "Pater Bruno scherzt", "Wandeln im Kreuzgang", "Das Klostergespenst" und "Stille" erzeugten ein Bild eines fröhlich hüpfenden Klostermönchs.

Deutlich wurde dabei, dass die Stärke dieses Blockflötenensembles in den leisen Tönen liegt, wobei das Ensemble gleichzeitig voller Leichtigkeit und volltönend spielt. Ganz selbstverständlich lösten sich die sechs Flöten in der Melodieführung gegenseitig ab. Das Ergebnis war nicht zuletzt der sensiblen Ensembleleitung von Gertrud Heinzel geschuldet.

Mit dem Konzert bedankten sich die Flötistinnen bei Heinzel, die das Flötenensemble seit genau 25 Jahren ehrenamtlich leitet. Das Alpirsbacher Blockflötenendemble wurde Ende der 1970er Jahre vom damaligen Kantor Wilhelm Ebert gegründet, nach seinem Ruhestand übernahm 1995 Gertrud Heinzel die Leitung. Für das langjährige Engagement überbrachte Kantorin Jauch im Namen der gesamten Kirchengemeinde Glückwünsche an Gertrud Heinzel.

Die derzeit sechs Flötenspielerinnen treffen sich wöchentlich zur Probe im Gemeindehaus. Gespielt werden meist vierstimmige Sätze für Sopran-Tenor, Bass und Subbassflöte. Das Repertoire der Musiker reicht von ernst bis heiter, von alter bis zur neuen Musik. Mehrmals jährlich umrahmt das Alpirsbacher Flötenensemble Gottesdienste, zudem wirken die Musikerinnen bei Veranstaltungen, Festen und Konzerten mit. Gesucht werden weitere Blockflötenspieler, vor allem Spieler für Alt- und Tenorflöten.

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