Das touristisches Potenzial der Alpirsbacher Altstadt soll mithilfe des Markenentwicklungskonzepts herausgearbeitet werden. Nun ist auch in etwa klar, welches Budget dafür in diesem Jahr eingeplant wird. Foto: Hering Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: 85 000 Euro für das Markenentwicklungskonzept / Optional gibt es 10 000 Euro mehr

70 000, 95 000 oder doch lieber 85 000 Euro für das Markenkonzept? Die Alpirsbacher Haushaltsplanungen waren in dieser Hinsicht nach wie vor von Uneinigkeit und wilden Geboten geprägt. Eine Entscheidung musste aber zwangsläufig gefällt werden.

Alpirsbach. Projektleiter Utz Hügle stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal sein Markenkonzept vor. Die Frage nach dem Budget, das ihm in diesem Jahr zur Verfügung steht, war nämlich nach wie vor nicht geklärt. Wie er darlegte, wurde im Markenteam nach den Haushaltsberatungen am 23. Februar Kürzungsvorschläge besprochen und auch verabschiedet. Gegenüber dem anfänglichen Entwurf über 139 000 Euro wurden 44 000 Euro und damit 32 Prozent eingespart. Übrig bleiben sollten damit 95 000 Euro.

Auf Umwegen zur Entscheidung

Hügle gab zu bedenken, dass in den vergangenen Jahren für Marketing, Tourismus- und Bürgerprojekte kein Geld ausgegeben wurde, da die Marketingabteilung mit dem neuen Konzept erst wieder neu aufgebaut wurde. Er stellte die diesjährigen Projekte vor, bei denen nun teilweise eingespart werden muss. Das neue Logo der Stadt soll auf Fahnen und in den Sozialen Medien das Erscheinungsbild prägen. Ein Thema ist auch der Wasser-Zyklus. Damit werden fünf Geschichten zum Thema Wasser produziert. Es geht um Quellen, die Trinkwassertalsperre, Wasserwege, die Forellenzucht oder die Brauerei und andere Firmen, die in Verbindung zum Wasser stehen. Zudem sind ein Rundwanderweg sowie drei neue Routen mit Beschilderung geplant. Diese sollen auf Flyern beschrieben und dargestellt werden. Auch ein aktueller Stadtplan soll diese Aktion unterstützen.

Im Raum steht auch ein die Förderung des Blumenschmucks in Pflanztrögen im Stadtbereich und in Ehlenbogen sowie entlang der Kinzig und ein neuer Standort für den Wochenmarkt auf dem Klosterplatz. Er soll so das Zentrum aufwerten. Ein Bürgerfest soll ebenfalls wieder belebt werden.

Joachim Hermann (ZfA) äußerte Bedenken zur Höhe der Summe, da die Gemeinde sparen müsse. Für ihn sei eine Summe von etwa 75 000 Euro vertretbar. Er überlegte, ob der Premiumwanderweg nicht vielleicht auch günstiger aufgebaut werden könne. Damit könnten die übrigen Mittel dann für das Markenkonzept verwendet werden.

Gerhard Engel (UBL) stellte als Kompromiss ein Budget von 85 000 Euro in den Raum.

Carl Glauner (ZfA) stellte den Antrag, unabhängig von der Höhe des Betrags, dass die Freigabe nur durch den Gemeinderat erfolgen soll, zumal im vergangenen Jahr bereits 50 000 Euro für das Großprojekt bewilligt worden waren.

Bürgermeister Michael Pfaff stellte daraufhin die drei verschiedenen Summen von 75 000, 85 000 und 95 000 Euro zur Abstimmung. Es erhielt jedoch keiner der genannten Beträge eine Mehrheit. "Wie soll das weiter gehen?", fragte der Bürgermeister zunehmend gereizt in Anbetracht der Lage. Der Entscheidung kam der Rat auf diese Weise schließlich nicht näher.

Was bedeutet die offengehaltene Option?

Einen Kompromiss formulierte dann Hans-Dieter Rehm (UBL). Er schlug eine Summe von 85 000 Euro mit der Option einer Erhöhung um weitere 10 000 Euro vor. Diesen Vorschlag formulierte der Bürgermeister als Antrag, der mit einer Mehrheit von 14 Stimmen bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen wurde.

Das bedeutet nun, 85 000 Euro sind Hügle sicher. Diese können nach Bedarf aber auch um 10 000 Euro erhöht werden. Wie sich das jedoch konkret umsetzen lässt, ist noch unklar. Am nächsten Donnerstag gibt es laut Hügle eine Sitzung zwischen dem Markenteam und dem Bürgermeister, bei der geklärt werden soll, was die Entscheidung verwaltungstechnisch bedeutet sowie wann und in welchem Fall weitere 10 000 Euro auf die Summe gelegt werden können.

Was die Umsetzung der Projekte angeht, will Hügle so bald wie möglich das Gespräch mit der beauftragten Agentur suchen und die Planungen angehen. Das sei jedoch erst möglich, wenn das Landratsamt den Haushaltsplan abgesegnet habe.

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