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Alpirsbach Die Begegnung zweier Klangwelten

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Cellistin Monika Ecker überzeugte bei der jüngsten Matinee beim Orgelherbst in Alpirsbach ebenso wie Kantorin Carmen Jauch an der Orgel. Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder Bote

Zwei erstklassige Solistinnen und eine geschmackvolle Musikauswahl: Mit der Kombination von Orgel und Cello und einer Vielfalt von Stilen sorgten Carmen Jauch und Monika Ecker beim Orgelherbst für ein unterhaltsames Hörerlebnis.

Alpirsbach. Viel Zuspruch bekam die jüngste Matinee. Den warmen und melancholischen Klang des Cellos und die Klangvielfalt der Orgel zu kombinieren, mag auf den ersten Blick recht ungewohnt erscheinen. Doch haben die beiden Instrumente durchaus eine Gemeinsamkeit: In der Kirchenmusik ist das Cello – genauso wie die Orgel –­ bei Messen, Oratorien und Kantaten als Begleitinstrument ständig im Einsatz und äußerst gefragt.

Eine Kette ganz unterschiedlicher Tänze

Diese sonst eher nicht so häufig anzutreffende instrumentale Konstellation gefiel auch am Sonntagvormittag in der Klosterkirche. Denn die Begeisterung war den andächtig lauschenden Musikliebhabern, die am Ende mit herzlichem Beifall dankten, deutlich ins Gesicht geschrieben.

Während die freischaffende Musikerin Monika Ecker mit dem kammermusikalischen Klang ihres Violoncellos die Akustik des Kirchenraums sehr präsent ausnutzte, zeigte Carmen Jauch, was in der Orgel steckt: Die Kantorin ließ zunächst die feinen Basstöne einer Toccata des Schweden Gunnar Idenstamm erklingen und beanspruchte am Ende dieser Kathedralmusik das volle Orgelwerk. Wieder einmal zeigte sich dabei die Meisterschaft der Organistin, die mit Elan die zeitgemäße Mehrstimmigkeit des Stücks umsetzte.

Präludium, Allemande und Gigue aus Johann Sebastian Bachs Cello-Suite G-Dur waren dann eine Kette unterschiedlicher Tänze: Anschaulich setzte Cellistin Monika Ecker ein sachtes Schreiten, die kleinen und großen Schritte und schließlich das verhaltene Springen in Musik um. Daran, dass die Orgel und Johann Sebastian Bach untrennbar zusammengehören, erinnerte wiederum die Kantorin mit der festlich-höfischen "Orgelfantasie in G-Dur" des Barockgroßmeisters. Kontrastreiche Klänge prägten diese pompöse Komposition, die die mächtige Orgelskulptur in einem weniger gewohnten Licht zeigte.

Bei Fürchtegott Theodor Kirchners "Zwei Tonstücke für Violoncello und Orgel" fanden die beiden Instrumente zusammen, begegneten sich bisweilen auch in unterschiedlichen Klangspektren. Ernste Feierlichkeit wechselte hier mit tänzerischer Leichtigkeit. Ein schöner Höhepunkt im Programm war freilich die vergnügliche "Humoresque" des Spätromantikers Joseph Jongen. Den beiden Solistinnen gelang es prima, das interessante und mit leicht impressionistischem Einschlag versehene Werk optimal zu in Szene zu setzen. Die Zuhörer konnten hier eine vielfältige und unterhaltende Komposition, die zwischen barocker Fülle und einer Vorahnung moderner Musikkunst eine Brücke bildete, ausgiebig genießen.

In Max Bruchs nach einer hebräischen Melodie komponiertem Cellostück "Kol Nidrei" dominierten exotisch scheinende Tonkaskaden, die sich in der Akustik der Klosterkirche wunderbar entfalteten. Die bekannten "Deux Arabesques", zwei kunstvoll verzierte Charakterstücke von Claude Debussy, waren in der Orgelfassung von Leon Roques zu hören. Man meinte, diese Musik sei extra dazu geschaffen, um das Vermögen der Orgel und der Organistin vorzuführen.

Am Ende des Programms stand ein romantisches "Priere" (Gebet) von Camille Saint Saens, mit dem die beiden Virtuosinnen das gelungene Morgenkonzert quasi auf den Punkt brachten.

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