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Alpirsbach Der Lebensretter von Alpirsbach hört auf

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Die Vertreter des DRK-Kreisverbands Freudenstadt, Bernd Buck, Roland Heller und Dieter Dettinger (von links), dankten Peter Stoll (rechts) für elf Jahre Dienst als Notarzt im DRK-Team. Foto: Feinler Foto: Schwarzwälder Bote

Alpirsbach/Loßburg. Lebensretter im ländlichen Raum: Peter Stoll war mehr als 34 als Notarzt im Raum Alpirsbach im Einsatz, davon elf Jahre beim Kreisverband Freudenstadt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Jetzt hat er sein Einsatzfahrzeug zurück gegeben. Der Arzt für Allgemeinmedizin setzt sich nun neue Ziele im Alpirsbacher Gesundheitszentrum.

In all den Jahren hat der Mediziner viel Erfahrung gesammelt, die er an die nächste Ärztegeneration weitergeben will. Er hat vor, zusammen mit seiner Kollegin Annika Schiepe Weiterbildungen zum Facharzt anzubieten. Darüber hinaus sollen Medizinstudenten in der Praxis ein Praktikum absolvieren können. Ihnen will der ausgebildete Notfallmediziner zeigen, wie vielfältig das Aufgabengebiet eines Arzts im ländlichen Raum ist, teilt das DRK mit.

1986 legte Stoll die Prüfung für den Fachkundenachweis der Rettungsmedizin ab und war von dort an im Raum Alpirsbach im Einsatz. "Anfangs fuhr ich noch mit einem gelben Dachaufsatz auf dem Auto zum Einsatzort. Blaulicht und Martinshorn wurden vom Regierungspräsidium damals noch abgelehnt", erinnert sich Stoll. Die Alarmierung erfolgte damals noch analog. "Wurde hier die Durchsage nicht verstanden, musste immer telefonisch bei der Leitstelle nachgefragt werden." Mit zahlreichen Kursen bildete er sich fort.

Der damalige Landrat Peter Dombrowsky ernannte Stoll 2009 zum leitenden Notarzt. Der DRK-Kreisverband Freudenstadt stellte ihm ein Einsatzfahrzeug zur Verfügung. Das habe zu einer starken Verkürzung der Hilfsfristen geführt. Denn zuvor sei der Notarzt aus Freudenstadt Richtung Alpirsbach gefahren. Mit dem Notarzt vor Ort verkürzte sich die Anfahrt auf bis zu fünf in Alpirsbach und auf bis zu zehn Minuten in den Teilorten. "Bei lebensbedrohlichen Zuständen oft ein entscheidender Vorteil", sagt Stoll.

900 Einsätze

In den 34 Jahren hat er viel erlebt und gesehen. Zwei relativ spektakuläre Notfälle wurden von RTL in der Sendung "Notruf" verfilmt, etwa ein Fall aus dem Jahr 2003, bei dem sich ein Mann mit der Kettensäge am Bein schwer verletzte. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche war Peter Stoll einsatzbereit. Zu rund 900 Einsätzen in der Region Alpirsbach und darüber hinaus wurde er alarmiert. Etwa 40 000 Kilometer legte er in den vergangenen elf Jahren als Notfallmediziner zurück. Ging ein Notfall ein, ließ der Arzt die Arbeit in seiner Praxis stehen und liegen. Bei Bränden und größeren Verkehrsunfälle war er als leitender Notarzt längere Zeit vor Ort. Den Patienten seiner Praxis dankt er deshalb für ihr Verständnis.

"Was mir besonders gefallen hat, war die Teamarbeit. Das ist das Faszinierende, dass alle vor Ort auf Augenhöhe sind", so Stoll. Notarzt, Rotes Kreuz, Feuerwehr und Polizei arbeiten dann Hand in Hand. Besonders lobt er die gut funktionierende Helfer-vor-Ort-Gruppe in Alpirsbach. "Nach jedem Einsatz hatte ich das Gefühl: Das ist ein super Team. Beim nächsten Mal schaffen wir es wieder gemeinsam." Seine Einschätzung im Rückblick: "Ich würd’s wieder so machen."

Er selbst wolle als Helfer-vor-Ort weiter machen, habe aber beschlossen, nach elf Jahren das Notfalleinsatzfahrzeug an den DRK-Kreisverband Freudenstadt zurückzugeben. "Die Entscheidung fiel mir schwer. Erleichtert wurde dieser Schritt durch die Tatsache, dass sich die rettungsdienstliche Situation mit der Stationierung von Notarzt und Rettungswagen in Loßburg deutlich verbessert hat", so der Arzt. Seine Lebensaufgabe sei es nun, Wissen und Erfahrungen weiter zu geben.

Wache übernimmt

Im Namen des DRK-Kreisverbands Freudenstadt dankten Dieter Dettinger und das Team der Rettungsdienstleitung, Roland Heller und Bernd Buck, im Namen aller DRK-Angehörigen für das große Engagement. Sie wünschten Peter Stoll weiterhin viel Erfolg bei seinen künftigen Aufgaben, und vor allem viel Gesundheit. Für die Bürger im Raum Alpirsbach und Loßburg ändere sich hinsichtlich der Hilfsfristen nichts, betont das DRK.

Die Versorgung der Bevölkerung sei durch die Rettungswache in Loßburg gewährleistet.

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