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Alpirsbach Coronavirus: Klosterbräu stellt Desinfektionsmittel her

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Wo normalerweise Bier aus den Leitungen sprudelt, soll jetzt Desinfektionsmittel fließen. (Archivbild) Foto: Altendorf-Jehle

Alpirsbach - Alpirsbacher Klosterbräu macht aus der Not eine Tugend: Ethanol, der dem alkoholfreien Bier entzogen wird, wird jetzt in der Corona-Krise zur Herstellung von Desinfektionsmitteln genutzt.

Auch die Alpirsbacher Klosterbräu spürt die Folgen der Pandemie. Wenn Hotels und Gasthäuser schließen müssen, geht der Absatz an Fassbier massiv zurück, sagt Brauereichef Carl Glauner. Immerhin 30 Prozent der gesamten Bierproduktion mache Fassbier in normalen Zeiten in Alpirsbach aus. "Das ist eine beachtliche Größe", so der Brauereichef.

Interner Name: "Desi No. 1 – eau de couronne."

Doch statt zu jammern, krempelt die Brauerei die Ärmel hoch und unterstützt den Kampf gegen die Coronakrise – durch die Abgabe von Ethanol, aus dem Desinfektionsmittel hergestellt werden. Die Idee zur Hilfe sei gekommen, "als wir erfahren haben, dass eine Knappheit an Desinfektionsmitteln besteht", so Glauner. Ethanol, auch Äthylalkohol genannt, ist entscheidend für die Produktion von Desinfektionsmitteln. Ab einer Konzentration von 70 Prozent zerstört er Eiweiße, und damit auch Bakterien und Viren.

Mehrere Apotheken der Stadt seien auf die Brauerei zugekommen. "Wir hatten eine Menge Anfragen von Interessenten, die den Alkohol haben wollten", sagt Glauner. Das sei die Initialzündung zur Hilfe gewesen.

Zur technischen Erläuterung: "Zur Herstellung unseres alkoholfreien Biers nutzen wir ein besonderes Verfahren, das uns von anderen Herstellern unterscheidet", sagt Glauner. Andere Brauereien produzierten alkoholfreies Bier mittels einer so genannten "gestoppten Gärung", bei der erst gar kein Alkohol entstehe. In der Klosterbrauerei sei das anders: "Wir entziehen dem fertigen Bier den Alkohol." Dies geschehe mittels einer speziellen Anlage. Abgeschieden werde dabei reiner Alkohol.

Dieser soll jetzt Apotheken, Krankenhäusern und Pflegeheimen nutzen. Aber auch für die eigenen Mitarbeiter werde der Ethanol als Desinfektionsmittel genutzt. Man nutze es zur Reinhaltung von Oberflächen und der Hände. Für das betriebsinterne Produkt gebe es sogar einen Namen, der klangvoller kaum sein könne. "Desi No. 1 – eau de couronne."

Produktion soll größer aufgestellt werden

Zunächst habe die Brauerei innerhalb des eigenen Betriebs Erfahrungen mit dem Einsatz von Ethanol gesammelt. Ab sofort solle das Produkt konfektioniert und die Produktion "auf eine größere Basis" gestellt werden. Glauner: "Wir haben ein eigenes Labor, und unser Personal verfügt über die notwendigen Fähigkeiten." Auch rechtliche Fragen seien geklärt: Der Gesetzgeber habe im Zuge der Krise die Regelungen zur Herstellung von Desinfektionsmitteln gelockert, um so den Bedarf decken zu können. Wichtig ist Glauner die Feststellung: "Wir wollen keinen abstrusen Handel mit dem Produkt treiben", meint er mit Blick auf manche "Glücksritter", die aus der derzeitigen Krise Profit schlagen wollten. Zwar nannte Glauner zunächst keinen Preis. Doch der Brauereichef betont: "Wir wollen das nicht zu Höchstpreisen abgeben, das ist nicht unsere Intention." Es gehe auch nicht um die Versorgung von Privatleuten, sondern vielmehr um Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime. Wörtlich: "Wir wollen fair anbieten – dort, wo Bedarf und Not ist." Zugleich warnte er aber vor überzogenen Erwartungen: Es gehe nur um begrenzte Ethanolmengen. "Wir sind eine Brauerei und kein Ethanolhersteller."

Übrigens: In der Brauerei habe es bisher keinen Corona-Infizierten gegeben. "Wir sind bisher davon verschont geblieben." Damit es möglichst wenig direkte Kontakte der Mitarbeiter untereinander gebe, habe man die Arbeitsplätze entzerrt, räumlich und zeitlich. "Bei der Abfüllung etwa gibt es zwei Schichten, die sich nicht begegnen." Überhaupt: Der Brauereichef gibt sich angesichts der Krise eher gelassen und vorsichtig zuversichtlich. Die Krise sei ja wohl eher vorübergehend und werde wohl kaum bis ins nächste Jahr anhalten.

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