Hermann Heinzelmann genießt seinen Ruhestand in seinem Alpirsbacher Haus mit Blick auf die Stadt. Foto: Miller Foto: Schwarzwälder-Bote

Der ehemalige Kreisbrandmeister genießt in Alpirsbach einen aktiven Ruhestand / Bewegtes Berufsleben

Von Ruth Miller

 

Alpirsbach. Das Briefmarkensammeln ist das große Hobby von Hermann Heinzelmann. Der ehemalige Kreisbrandmeister hat ein bewegtes Berufsleben hinter sich und genießt nun in Alpirsbach einen aktiven Ruhestand.Mit Briefmarken beschäftigt er sich seit über 60 Jahren. Es sind nicht Briefmarkenserien oder bestimmte Erscheinungsjahre, die sein Interesse erregen; er hat sich auf Schlösser und Kirchen Frankreichs spezialisiert, deren Historie er recherchiert, kurze Berichte verfasst und alles Postalische sammelt, was damit in Verbindung gebracht werden kann.

Auf zahlreichen Reisen nach Frankreich konnte Hermann Heinzelmann viele seiner Objekte in Natura bewundern und sich seiner weiteren Leidenschaft, der französischen Sprache, widmen. Auch aus anderen Beweggründen zieht es ihn immer wieder über die Grenze. Als er 1971 zum Kommandanten der Alpirsbacher Feuerwehr gewählt wurde, stand der offizielle Beginn der Partnerschaft Alpirsbachs mit der französischen Gemeinde Neuville sur Saône kurz bevor. Bereits 1972 gab es unter seiner Leitung einen ersten Besuch von Feuerwehrleuten in dem bei Lyon gelegenen Ort.

Der 1940 geborene Hermann Heinzelmann absolvierte nach der Mittleren Reife an der Oberschule in Alpirsbach ein Studium als Bauingenieur an der Staatsbauschule in Stuttgart. Daran schloss sich eine Maurerlehre im elterlichen Betrieb an.

Während seiner Berufstätigkeit bei der Firma Hochtief in Frankfurt erkrankte sein Vater schwer und Hermann Heinzelmann wurde gebeten, dessen Vertretung zu übernehmen. In dieser Zeit, Mitte der 1960er-Jahre, waren die Auftragsbücher voll. Etliche Gastarbeiter aus Süditalien arbeiteten im Baugeschäft Heinzelmann in den Sommermonaten und wohnten im Lagergebäude. Nach der Winterpause, die die Arbeiter in ihrer Heimat verbrachten, kehrten sie im Frühjahr, oft begleitet von arbeitssuchenden Brüdern und Vettern, zurück.

Doch Anfang der 1980er-Jahre gingen die Aufträge im Baugewerbe zurück. Nicht leicht fiel Hermann Heinzelmann schließlich die Entscheidung, den Betrieb zum August 1985 zu schließen. Der berufliche Weg führte Hermann Heinzelmann von der Selbstständigkeit in ein Beamtenverhältnis als Gutachter und Sachverständiger bei der damals noch staatlichen Gebäudebrandversicherung. Zudem wurde er zum Kreisbrandmeister gewählt. Mit Schadensereignissen wie dem großen Hochwasser vom Februar 1990 hatte es Heinzelmann deshalb gleich in mehrfacher Hinsicht zu tun.

Als 1997 in Freudenstadt die Stelle eines hauptberuflichen Kreisbrandmeisters geschaffen wurde, konnte Hermann Heinzelmann das Bewerbungsverfahren für sich entscheiden. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 war er im Amt. Wegen seiner langjährigen Verbundenheit mit der Feuerwehr erhielt er zahlreiche Auszeichnungen wie die Feuerwehrehrenzeichen in Silber und Gold und den Titel des Ehrenkreisbrandmeisters.

Mit seiner Frau Hilde genießt Hermann Heinzelmann den Ruhestand. Dabei ist er nach wie vor aktiv, zum Beispiel beim Brennholzmachen, beim Französichkurs an der Volkshochschule, bei der Kontaktpflege mit Briefmarkentauschpartnern oder beim wöchentlichen Nordic-Walking mit seiner – wie er schmunzelnd bemerkt – ansonsten durchweg weiblichen Sportgruppe.