Zum Jahresende gehen die Wege des abstiegsgefährdeten Landesligisten und des Übungsleiters auseinander. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.
Nach dem Rücktritt von Sportvorstand Dietmar Axt vor dem letzten Heimspiel gegen den Offenburger FV hat der Kehler FV eine weitere wichtige Personalentscheidung getroffen. „Im Anschluss an eine Mannschaftssitzung in dieser Woche sowie einem intensiven Austausch mit Trainer Karsten Kalt sind beide Seiten zu dem gemeinsamen Entschluss gekommen, die bisherige Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden“, teilt der Landesligist mit. Wer die Nachfolge von Kalt zur Rückrunde antreten wird, steht derzeit noch nicht fest.
„Als ich nach Kehl gekommen bin, habe ich eine Mannschaft vorgefunden, die in einzelne Gruppen getrennt war, körperlich nicht fit war und fußballerisch neue Impulse brauchte. Wir haben das System umgestellt, viel und lange trainiert und wurden in der Rückrunde hinter dem Meister Niederschopfheim das zweitbeste Team“, wird Kalt selbst in der Mitteilung des Vereins zitiert.
„Trotz der Erfolge blieb es bei einer Zweckgemeinschaft. In der abgelaufenen Hinrunde der aktuellen Saison wären locker zehn bis zwölf Punkte mehr drin gewesen, hätten wir vorne mehr Abschlussqualität gezeigt. Oftmals stand auch der Egoismus, den besser platzierten Mitspieler mit einem einfachen Querpass zu bedienen, im Weg“, kritisiert der nun entlassene Trainer.
„Gleichzeitig wurde deutlich, dass die sportliche Entwicklung auch von internen Dynamiken geprägt war. Werden Führungsspieler auf ihre Verantwortung angesprochen und höhere Erwartungen formuliert, kann die Stimmung schnell kippen. Läuft es sportlich nicht wie erhofft, entsteht leicht eine Gruppendynamik, in der am Ende häufig der Trainer in die Kritik gerät – ein bekanntes Muster im Fußball. Um ein Team zu formen müssten drei bis vier Spieler die Mannschaft verlassen. Das wird aber in den seltensten Fällen so gehandhabt, daher muss der Trainer gehen“, so Kalt abschließend.
„Ich persönlich habe noch nie so einen ehrgeizigen und loyalen Trainer erlebt. Leider gibt es aber zu viele Alphatiere innerhalb der Mannschaft, die ständig für Unruhe sorgen und es einem nicht leicht machten. Karsten ließ sich durch die anderen Umständen im Verein nicht aus der Ruhe bringen, was sicherlich nicht einfach war. Sportlich stehen wir leider aber auch nicht da, wo wir eigentlich in dieser Saison hin wollten“, betont Teammanager Steve Altmann in der Mitteilung des Vereins.
Die Kehler sind durch eine 0:3-Niederlage gegen den Offenburger FV zum Jahresende den Abstiegsrängen wieder näher gekommen. Kalt wurde erst im vorherigen Winter am Rhein vorgestellt. Er war in der Winterpause vom SC Offenburg nach Kehl gewechselt.