90 Jahre alt ist Alois Knauer geworden. Seit vielen Jahren lebt er im Bad Wildbader Stadtteil Hünerberg und pflegt dort seine weiteren Hobbys. Eines davon hat ihn aber auch quer durch Europa geführt.
Mit seinem 90. Geburtstag ist Alois Knauer einer der ältesten Bewohner der Bad Wildbader Höhenstadtteile Aichelberg, Hünerberg und Meistern. Gleichzeitig aber auch einer der aktivsten, der nicht nur heute noch das Malen als leidenschaftliches Hobby betreibt, sondern sich bei musikalischen Aktivitäten ehrenamtlich engagiert.
Arbeit Geboren wurde Alois Knauer in Obergünzburg. Aufgewachsen ist er damit im Ostallgäu in einem katholisch-christlich geprägten Elternhaus. „Die Schule war für mich Erholung“, erinnert er sich auch noch heute, hatte er doch mit dem Lernen keinerlei Probleme. Sein Berufswunsch war eigentlich Elektriker gewesen. Doch es kam anders, indem er im Jahr 1949 als „Anlernling zum Papiermacher“ in eine Berufsausbildung eintrat und sich nach deren Abschluss bis zum Papiermachermeister und Werksführer weiterbildete. Seine Arbeitsstätte war bis zum Jahr 1957 die Papierfabrik in Günzach, danach die seinerzeitige Papierfabrik in Wildbad als Zweigniederlassung der Buntpapierfabrik Aschaffenburg bis zu deren Schließung im Jahr 1982 und anschließend über 15 Jahre hinweg die Niederlassung Miesbach der Papierfabrik Waldhof-Aschaffenburg ebenfalls bis zu deren Schließung im Jahr 1997. Womit er sich im Alter von 63 Jahren in den Ruhestand begeben und seinen Hobbys mit Reisen, Wandern und auch dem jetzt noch an erster Stelle stehende Malen widmen konnte. Nach Bad Wildbad gekommen war er schon im Jahr 1957, und zwar der Liebe wegen.
Besonderes Talent
Hobby Nachdem Alois Knauer schon während seiner Schulzeit ein besonderes Talent für das Zeichnen entwickelt hatte, belegte er danach diverse Kurse in der Aquarell- und Ölmalerei. Wobei für ihn die Landschaftsmalerei eine besondere Rolle spielt. Mit seinen so entstandenen Werken in einer dreistelligen Anzahl hat er schon mehrere Ausstellungen in der Region mitgestaltet. Derzeit läuft eine solche mit dem Titel „Naturtöne & Seelenklänge“ im Rathaus in Ehningen Im Landkreis Böblingen.
Das Geld für den Wandschmuck in seiner Wohnung konnte sich das Ehepaar Ilse und Alois Knauer – die Ehefrau Ilse ist am 24. März 2017 verstorben – sparen, schmücken diese doch Werke des Jubilars. Teilweise basierend auf Aufnahmen nicht nur bei seinen Pilgerwanderungen, sondern bei zahlreichen Reisen in die weite Welt.
Reisen Irgendwann hat Alois Knauer Kenntnis vom internationalen Wallfahrtsort Santiago de Compostela in Spanien erlangt. Als erfolgreichen Marathonläufer in jüngeren Jahren zog es ihn deshalb in seinem Ruhestand auf den Jakobsweg, den er in den Jahren 2005 und 2006 in zwei großen Etappen von Hünerberg bis Moissac in Frankreich und von dort bis nach Santiago de Compostela und noch weiter bis Kap Finisterre mit insgesamt rund 2900 Kilometern zurücklegte. Im Jahr 2008 absolvierte er den Ostbayerischen Jakobsweg von Prag nach Einsiedeln in der Schweiz mit etwa 1000 Kilometern und im Jahr 2010 den Pilgerweg Francigena nach Rom mit rund 1650 Kilometern. Alljährlich pflegt er die dabei gewonnenen Freundschaften mit dem Übersenden selbst kreierter Weihnachts- und Neujahrsgrußkarten. Eine solche geht immer auch nach Paris, deren Empfängerin einst neun Etappen des Weges nach Santiago de Compostela mit Alois Knauer absolviert hat und im September seine Ausstellung im Rathaus in Ehningen besuchen wird.
Engagierter Musiker
Ehrenamt Das Herz von Alois Knauer schlägt bis heute nicht nur für die Malerei, sondern auch für die Musik. Noch in seiner Heimat war er mit seiner B-Klarinette aktiver Musiker zunächst in der Jugendkapelle und danach im Blasorchester in Obergünzburg. Seit mehr als 40 Jahren gehört er als förderndes Mitglied der Orchestervereinigung Calmbach und ebenfalls schon seit rund 25 Jahren dem Musikverein Wildbad an, bei dem er noch als einer der Kassenprüfer fungiert.
Vor mehr als 50 Jahren ist er dem Deutschen Roten Kreuz als förderndes Mitglied beigetreten. Seit mehr als 70 Jahren ist er Mitglied der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE). Und auch beim Förderverein Trinkhalle Wildbad steht sein Name auf der Liste der Gründungsmitglieder. Seit Jahrzehnten hält er der Vereinigung der Gernsbacher Papiermacher-Meister die Treue.
Mit seiner Begeisterung auch für die klassische Musik engagiert er sich schon seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich in der organisatorischen Abwicklung des Festivals „Rossini in Wildbad“, bei der er auch jetzt wieder im Einsatz war. Die guten Wünsche für den Beginn seines neuen Lebensjahrzehnts übermittelten am Freitagabend die Musiker der Stadtkapelle Bad Wildbad und seitens der Stadt Bad Wildbad der Zweite Bürgermeister-Stellvertreter Jochen Borg.