Die Trennung von Sportdirektorin Kim Renkema ist vollzogen. Damit setzen die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten nach Meinung unseres Autors Jochen Klingovsky – noch mehr als bisher – den Erfolg in der laufenden Saison aufs Spiel.
Bislang stand nur fest, dass die Zeit von Kim Renkema als Sportdirektorin des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart spätestens am 30. Juni 2025 zu Ende gehen wird. So lange lief der Vertrag der Niederländerin, der nicht verlängert worden ist. Doch nun hat der Triple-Sieger schon fünf Monate vorher einen Schlussstrich gezogen – und sich von Kim Renkema getrennt.
Die Motive für diese Entscheidung liegen auf der Hand: Geschäftsführer Aurel Irion und Hauptgesellschafter Rainer Scharr hatten genug von Protestaktionen in der Halle und kritischen Kommentaren in den sozialen Medien. Ihre Devise war nun: Lieber ein schnelles Ende als weitere Wochen und Monate mit aus ihrer Sicht nervenden Fans, Ehrenamtlichen und Spielerinnen, die sich öffentlich hinter Renkema stellen. Allerdings ist dieses Vorgehen nicht ohne Risiko.
Ab sofort fehlt eine wichtige Bezugsperson
Bis zum Auswärtsspiel in Suhl hat die Mannschaft, in der es einige Profis mit einem sehr engen Vertrauensverhältnis zu Kim Renkema gibt, die Unruhe, die seit der Bekanntgabe der bevorstehenden Trennung von der Sportdirektorin vor vier Wochen herrscht, sehr gut weggesteckt. In der Bundesliga gab es im Januar zunächst vier Siege (darunter gegen die Top-Teams aus Dresden, Schwerin und Potsdam), dazu das Weiterkommen in der Champions League. Doch ab sofort fehlt dem Team nicht nur eine wichtige Bezugsperson, zugleich wird die Verantwortung von Konstantin Bitter noch viel größer. Der Trainer arbeitete bisher bestens mit Kim Renkema zusammen, nun muss er sich alleine um die sportlichen Ergebnisse und die Planung des Kaders für die nächste Saison kümmern. Was der Club seinem Coach damit aufbürdet, ist enorm – und der Ausgang ungewiss.
Wer gedacht hatte, die Folgen der Trennung von Kim Renkema würden sich erst in der Zukunft zeigen, hat sich getäuscht. Mit der vorzeitigen Freistellung setzen die Verantwortlichen von Allianz MTV Stuttgart auch schon – noch mehr als bisher – den Erfolg in der laufenden Saison aufs Spiel.