Der Block von Allianz MTV Stuttgart packt zu: Breland Morrissette und Krystal Rivers (rechts) stehen in der Champions League Kara Bajema und Savino Del Bene Scandicci gegenüber. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Nach zwei Niederlagen in der Königsklasse sind die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart nun gefordert: Im Schlüsselspiel in Rumänien müssen Punkte her.

Manchmal gibt es im Sport Niederlagen, die problemlos zu verkraften sind. Und hin und wieder kann man aus verlorenen Spielen sogar Zuversicht schöpfen. Mit einem Sieg im Champions-League-Heimspiel gegen den hohen Favoriten Savino Del Bene Scandicci hatte bei Allianz MTV Stuttgart niemand gerechnet, mit dem 0:3 (17:25, 22:25, 21:25) konnten die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten gut leben – denn ihre Mannschaft hatte sich nicht nur mit aller Kraft gewehrt, sondern dabei auch noch ziemlich gut gespielt. „Mit einer so starken Leistung“, meinte Trainer Konstantin Bitter, „hätten wir in Polen nicht verloren.“

 

Die 1:3-Pleite zum Auftakt der Königsklasse bei BKS Bostik ZGO Bielsko-Biala schmerzte viel mehr als das 0:3 gegen den italienischen Vizemeister, zu dessen Kader unter anderem Weltklasse-Zuspielerin Maja Ognjenovic (Serbien) und auf der Diagonalposition die 2,02 Meter große Olympiasiegerin Ekaterina Antropova (Italien) gehören. „Die Niederlage gegen Scandicci ist einkalkuliert gewesen“, sagte MTV-Sportdirektorin Kim Renkema, „unnötig war, dass wir in Polen leer ausgegangen sind.“ Was den deutschen Triple-Sieger nun gehörig unter Druck setzt.

Platz vier wäre eine Enttäuschung

Bielsko-Biala verlor am zweiten Spieltag in dieser Höhe überraschend mit 0:3 (21:25, 17:25, 23:25) bei CSO Voluntari, seither ist eines klar: Will Allianz MTV Stuttgart die Chance auf Platz zwei und den Einzug in die Play-off-Runde wahren, in der es dann um den erneuten Sprung ins Viertelfinale geht, muss am 27. November in Rumänien gewonnen werden. „Das wird ein Schlüsselspiel“, sagt Kim Renkema, „unsere Gruppe ist total offen, vom Niveau her liegen die drei Teams hinter Scandicci ganz eng beieinander. Wir haben es selbst in der Hand, Zweiter zu werden, wir können am Ende aber auch ganz schnell nur Vierter sein, und das wäre dann schon eine Enttäuschung.“

Positiv gestimmt sind Renkema und Bitter, weil sie aus dem Auftritt ihrer Spielerinnen gegen das italienische Topteam einen Trend ableiten. „Im Vergleich zu den letzten Wochen haben wir uns deutlich gesteigert“, meint der Coach. Und die Sportchefin erklärt: „Das war ein Schritt in die richtige Richtung. So eine Leistung müssen wir nun auch unter Druck zeigen – das ist für manche Spielerin noch eine große Herausforderung.“ Aber unabdingbar.