Das erfolgreiche Führungsduo bei Allianz MTV Stuttgart: Sportdirektorin Kim Renkema und Geschäftsführer Aurel Irion. Foto: Baumann

Der Volleyball-Bundesligist mischt die Champions League auf und bewahrt sich trotzdem seinen Ehrgeiz. Das überzeugt auch unseren Autor Jochen Klingovsky.

Mit dem Gewinn des Doubles aus Meisterschaft und Pokal hat Allianz MTV Stuttgart vor einem Jahr Maßstäbe gesetzt – und nicht nur Vereinsgeschichte geschrieben. Nun kommt das nächste beeindruckende Kapitel dazu: Der Volleyball-Bundesligist qualifizierte sich erstmals als Gruppensieger für das Viertelfinale der Champions League. Diese Leistung verdient größten Respekt!

 

Gut, es lief nicht alles rund in dieser Saison. Zum Auftakt ging das Spiel um den Supercup in der ausverkauften Porsche-Arena gegen den SC Potsdam 1:3 verloren, zudem gab es im Pokal-Halbfinale gegen den SSC Schwerin (ohne die erkrankte Krystal Rivers) nach hoher Führung eine äußerst schmerzhafte 2:3-Pleite. Doch der Sport ist schnelllebig, bietet immer wieder neue Möglichkeiten. Der direkte Einzug unter die acht besten Teams in Europa ist – auch wenn die Vereine aus Russland und Belarus derzeit ausgeschlossen sind – ein Erfolg für den Club, der nicht zu erwarten war. Und mit dem sich die Verantwortlichen, was sie auszeichnet, trotzdem nicht zufrieden geben.

Geschäftsführer Aurel Irion spricht mittlerweile davon, dass Allianz MTV die Champions League braucht. Nicht, um dort das große Geld zu verdienen, dafür sind die Prämien im Volleyball zu niedrig. Sondern um das eigene Image zu verbessern, den Spielerinnen eine sportliche Perspektive zu bieten, den Fans tolle Erlebnisse und den Sponsoren einen attraktiven Gegenwert für ihr Engagement. Doch damit nicht genug: Solche Äußerungen machen auch deutlich, dass es in Stuttgart einen ehrgeizigen Volleyball-Verein gibt, der einen enorm hohen Anspruch an sich selbst hat. Und dessen Geschichte folglich noch längst nicht auserzählt ist.