Frauen-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart sucht kurz vor Beginn der Vorbereitung auf ungewöhnlichem Weg einen neuen Co-Trainer: Dafür gibt es Gründe.
Allianz MTV Stuttgart ist nicht nur der amtierende deutsche Meister, sondern auch einer der am besten organisierten Clubs in der Volleyball-Bundesliga. Umso überraschender kam die Stellenanzeige des Vereins, die zuletzt über die sozialen Medien verbreitet wurde. Oder doch nicht?
Fakt ist, dass Allianz MTV Stuttgart zwei Wochen vor Beginn der Vorbereitung noch einen Co-Trainer sucht. Die Verantwortlichen sind deshalb so spät dran, weil erst seit kurzem klar ist, dass der an Krebs erkrankte Meister-Trainer Tore Aleksandersen nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Neuer Chefcoach ist Konstantin Bitter, im Team fehlt nun neben Wojciech Kurczynski ein zweiter Co-Trainer. „So lange nicht geklärt war, ob es mit Tore weitergeht, haben wir uns nicht umgeschaut“, sagt Geschäftsführer Aurel Irion. Nun habe man den Markt sondieren wollen: „Einerseits stehen viele Kandidaten schon unter Vertrag. Und andererseits gibt es Volleyball-Trainer auch nicht wie Sand am Meer.“ Genügend Bewerbungen sind trotzdem eingegangen.
Vor allem Trainer aus der Türkei (mehr als 20), Griechenland und Polen haben sich bei Kim Renkema gemeldet. „Mit der Anzeige wollten wir auch junge Leute aus der Region ansprechen und zu einer Bewerbung ermuntern“, sagt die Sportdirektorin, „doch bisher hat sich nur ein deutscher Trainer gemeldet. Das verstehe ich nicht, es ist ein bisschen traurig.“ Aber auch bezeichnend.
Dass es nicht genügend lizenzierte Übungsleiter in Deutschland gibt, bemängeln Bundesligisten schon länger. „Darunter leidet die Förderung von Talenten und damit die Entwicklung des Volleyballsports insgesamt“, erklärt Irion, und auch Renkema sagt: „Wir bräuchten viel mehr gute deutsche Trainer.“ Wen Allianz MTV Stuttgart einstellen wird, ist noch offen. Eine Entscheidung soll laut Renkema spätestens in der nächsten Woche fallen: „Die Stelle sehr gut zu besetzen, wird kein Problem sein.“