Der Vertrag von Kim Renkema lief noch bis zum 30. Juni 2025, doch nun hat Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart einen Schlussstrich gezogen – und sich vorzeitig von seiner Sportdirektorin getrennt. Wir erklären die Hintergründe.
Bei der überraschenden Auswärtsniederlage von Allianz MTV Stuttgart am Samstag in Suhl war Kim Renkema schon nicht mehr dabei, nun ist sie auch nicht mehr im Amt: Nach Informationen unserer Zeitung hat sich der Volleyball-Bundesligist vorzeitig von seiner Sportdirektorin getrennt. Demnach wird Kim Renkema (37) zwar noch einmal in die Scharrena zurückkehren – aber nur, um in ihrem dortigen Büro den Schreibtisch zu räumen. Bestätigen wollte die Niederländerin dies allerdings nicht: „Ich kann mich zu dem Thema nicht mehr äußern.“
Es ist eine Aussage, die darauf schließen lässt, dass Kim Renkema – wie es im Fußball üblich ist – einer Klausel zugestimmt hat, die ihr untersagt, mit den Medien zu sprechen und in der Öffentlichkeit aufzutreten. Ein Beleg dafür ist auch, dass sie ihren seit Wochen geplanten und mehrfach angekündigten Auftritt als Podiumsgast an diesem Dienstag beim 34. „Sport-Talk“ der Sportregion Stuttgart, bei dem es um das Thema Sportsponsoring geht, kurzfristig abgesagt hat. Dies bestätigte Sportregion-Geschäftsführer Michael Bofinger auf Anfrage unserer Zeitung. Statt Kim Renkema sitzt nun Suni Musa, der Geschäftsführer von Stuttgart Surge, auf dem Podium.
In Stuttgart endet eine Ära
Nachdem Ende Dezember bekanntgeworden war, dass der Triple-Sieger Allianz MTV Stuttgart und seine Sportdirektorin getrennte Wege gehen werden, weil man sich nicht auf eine Verlängerung des am 30. Juni 2025 auslaufenden Vertrags einigen konnte, hatte Kim Renkema stets betont, ihren Kontrakt bis zum Ende der Laufzeit erfüllen zu wollen. Dazu gehörte für sie auch der Auftrag der Vereinsverantwortlichen, Cheftrainer Konstantin Bitter bei der Planung des Kaders für die nächste Saison zu unterstützen. „Meine Rolle ist jetzt eine andere als früher, ich bringe keine eigenen Ideen und keine strategischen Überlegungen mehr ein“, sagte Kim Renkema, „aber ich helfe Konstantin Bitter dabei, seine Wünsche umzusetzen.“ Dazu wird es nun nicht mehr kommen.
Mit der vollzogenen Trennung von der Niederländerin geht bei Allianz MTV Stuttgart eine Ära zu Ende. Kim Renkema war in den vergangenen Jahren das Gesicht des Stuttgarter Volleyballs. Schon als Spielerin prägte die niederländische Außenangreiferin den Verein, und als Sportdirektorin drückte sie ihm in den vergangenen sieben Jahren dann vollends ihren Stempel auf. In dieser Zeit holte Allianz MTV Stuttgart acht Titel (viermal Meister, zweimal Pokalsieg, zweimal Supercup) und stand viermal im Viertelfinale der Champions League. Doch Kim Renkema ist nicht nur für den sportlichen Bereich verantwortlich gewesen, sie war auch in die Sponsorensuche involviert und zudem meist erste Ansprechpartnerin für die Medien – egal bei welchem Thema.
Wie es bei Allianz MTV Stuttgart auf Führungsebene weitergeht, ist offen. Nach Informationen unserer Zeitung soll Teammanager Moritz Zeithammel größere Kompetenzen erhalten und vorerst die sportlichen Geschicke an der Seite von Trainer Konstantin Bitter lenken. Die weiteren Planungen liegen in den Händen von Geschäftsführer Aurel Irion und Hauptgesellschafter Rainer Scharr, die beide am Montagmittag nicht zu erreichen waren.