Die Vorbereitungen für den großen Buurefasnachtsumzug in Weil am Rhein sind in vollem Gang. Mehr als 130 Gruppen haben sich angemeldet (Archivbild). Foto: Beatrice Ehrlich

Wenn am Aschermittwoch die Fasnacht vorbei ist, legen die Narren in Weil am Rhein erst richtig los. Vier Tage lang wird von da an die traditionelle Buurefasnacht kräftig gefeiert.

Höhepunkt des närrischen Treibens wird wie jedes Jahr der große Buurefasnachtsumzug mit etwa 3500 Hästrägern sein. Unsere Zeitung unterhielt sich rund um die Weiler Buurefasnacht mit Andreas Kiesewetter, dem Vorsitzenden der IG Straßenfasnacht.

 

Zunächst eine persönliche Frage: Was bedeutet Ihnen die Buurefasnacht?

Hier können die Menschen an verschiedenen Orten zusammenkommen, Alltag und Sorgen für ein paar Stunden hinter sich lassen und einfach Spaß haben. Ich habe mit 13 Jahren zur Fasnacht gefunden und war bei den Mooswaldsiechä aktiv.

Mit dem Hemdglunkiumzug am Donnerstag nächster Woche startet die heiße Phase der Weiler Buurefasnacht. Höhepunkt ist jedes Jahr der große Umzug am Sonntag. Welche Neuerungen haben die Besucher zu erwarten?

Gegenüber dem vergangenen Jahr, als wir eine neue Umzugsstrecke festgelegt und das Narrendorf an den Berliner Platz verlegt haben, hat sich mit Ausnahme kleiner organisatorischer Änderungen nichts verändert.

Der Umzug startet um 13.30 Uhr am Berliner Platz, zieht zum Läublinpark, durch die Hinterdorfstraße bis zur Abzweigung Oberbaselweg und biegt von dort auf die Altweiler Hauptstraße ab, ehe es zum Läublinpark geht und sich der Umzug dann in der Römerstraße auflöst.

Andreas Kiesewetter aus Weil am Rhein, hier am Weiler Narrenbrunnen, engagiert sich als Vorsitzender der IG Weiler Staßenfasnacht. Foto: Beatrice Ehrlich

Übrigens: Der Feuerwehr-Traditionsverein wird erstmals den Schlusspunkt beim närrischen Defilee setzen.

War es im vergangenen Jahr die richtige Entscheidung, die Umzugsstrecke zu ändern und das Narrendorf auf den Berliner Platz zu verlegen?

Es war in jedem Fall die richtige Entscheidung, wenn ich das Feedback betrachte. Ich habe nur positive Reaktionen erhalten. Teilnehmer und Besucher haben den neuen Streckenverlauf gut angenommen.

Mein Wunsch wäre nur noch, dass die Zuschauer sich noch mehr in Richtung Alt-Weil verteilen und sich nicht am Berliner Platz zusammendrängen. Auch in Alt-Weil gibt es entlang der Strecke Verpflegungsstände, Kommentatorenplätze und Toiletten. Die Leute müssen sich noch an die neue Route gewöhnen.

Wie viele Teilnehmer und Besucher erwarten Sie beim Umzug?

137 Gruppierungen aus ganz Baden-Württemberg und aus Mainz haben sich angemeldet. Die größte Gruppe umfasst 120 Teilnehmer.

Andreas Kiesewetter würde sich wünschen, dass sich noch mehr Zuschauer an den Straßenrändern in Alt-Weil aufstellen. Foto: Beatrice Ehrlich

Insgesamt erwarte ich zwischen 3200 und 3500 Hästräger. Die Zuschauerzahl hängt natürlich vom Wetter ab.

Sind auch neue Cliquen dabei?

Natürlich. Es ist eine bunte Mischung aus altbekannten und neuen Fasnachtscliquen. Darüber hinaus sind elf Gugge- und andere Musikformationen dabei, um die Stimmung anzuheizen. Musik- und Sujetwagen werden ebensowenig fehlen.

Apropos Musik: Das Gugge-Monsterkonzert am Buurefasnachtssamstag zählt auch zu den Highlights der Weiler Buurefasnacht. Wie viele Gugge sind mit von der Partie?

18 Guggemusiken aus der ganzen Region, dem Dreiland sowie aus Mainz werden von 15 bis 23 Uhr am Berliner Platz schränzen, was das Zeug hält.

Wie lange bereiten Sie und Ihr Team der IG Straßenfasnacht schon die verschiedenen Veranstaltungen mit dem Umzug als Höhepunkt vor?

Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht. Nach wenigen Wochen Pause starten wir bereits wieder mit den organisatorischen Vorbereitungen.

Das heißt, wir lassen im Vorstandsteam die zurückliegenden Veranstaltungen nochmals Revue passieren und stecken den groben Rahmen für die nächste Kampagne ab, um ihn dann ab Sommer mit Leben zu füllen.

Was war die größte Herausforderung bei der Organisation der Buurefasnacht 2026?

Genügend freiwillige Helfer zu finden, ist immer eine Herausforderung. Alle 20 Cliquen sind in irgendeiner Form an den vier Tagen involviert, sei es beim Aufbau, im Ordnungsdienst oder als Standbetreiber. Jede helfende Hand ist willkommen.

Und, haben sich genügend Helfer gewinnen lassen?

Es ist jedes Jahr ein Kraftakt.

Viele Helfer werden wieder im Einsatz sein, wie die DRK-Einsatzkräfte auf dieser Aufnahme vom vergangenen Jahr Foto: Beatrice Ehrlich

Ich bin jedoch guter Dinge, es sieht gut aus. Ohne die freiwilligen Helfer wäre die Buurefasnacht und vor allem der große Umzug am Sonntag nicht zu stemmen. Es werden wieder mehr als 100 Helfer im Einsatz sein.

Haben die Auflagen zugenommen?

Nein. Wir haben ein sehr gutes Miteinander mit der Stadtverwaltung. Es gibt stets eine große Vorbesprechung, an der auch die Polizei, das DRK und das Technische Hilfswerk dabei sind.

Mit der Stadtverwaltung, der Polizei, dem DRK und dem Technischen Hilfswerk sind die Organisatoren der IG Straßenfasnacht in enger Abstimmung, um einen guten Verlauf des Buurefasnachtsumzug zu gewährleisten. Foto: Beatrice Ehrlich

Und hinterher gibt es eine Nachbesprechung, bei der mit allen Beteiligten erörtert wird, was gut gelaufen ist und was weniger.

Wie sieht es mit dem Sicherheitskonzept und der Zusammenarbeit mit der Polizei aus?

Auch da gibt es keinerlei Probleme. Wir von der IG stehen in engem Austausch mit der Polizei.

Zur Person:

Andreas Kiesewetter, der in Weil am Rhein aufgewachsen ist, in der Grenzstadt lebt und seit dem 13. Lebensjahr Fasnacht macht, war bei den Mooswaldsiechä aktiv und hat auch schon Schnitzelbängg gesungen. Seit drei Jahren ist der 35-Jährige Vorsitzender der IG Straßenfasnacht. Beruflich ist Kiesewetter, der Public Management studiert hat und Diplom-Verwaltungswirt ist, Bauamtsleiter der Gemeinde Schliengen.