Viel Arbeit und frische Ideen stecken in der Sanierung der Brittheimer Allerheiligenkirche. Von links: Die Kirchengemeinderäte Daniel Merk und Ulrich Weisser sowie Pfarrer Johannes Köhnlein freuen sich auf eine neue Ära der offenen und lebendigen Kirche. Foto: Frank D. Engelhard

Glasfaseranschluss, energetische Sanierung, Orbi-Heater und Barrierefreiheit – in der Brittheimer Allerheiligenkirche hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan.

Schon auf dem Weg zur Allerheiligenkirche fällt einem die komplett neue Außenanlage auf. Durch einen Mauerdurchbruch gelangen die Menschen auf einen völlig neuangelegten Platz, der in der Freiluftsaison auch für Veranstaltungen genutzt werden soll. Außerdem gewährleistet dieser neue Zugang zur Kirche auch die Barrierefreiheit. „Die ersten Überlegungen zu diesem Umbau und der Sanierung gab es bereits vor gut zwei Jahrzehnten“, sagt Pfarrer Johannes Köhnlein.

 

Er hat sich an diesem Abend mit den beiden Kirchengemeinderäten Ulrich Weisser und Daniel Merk getroffen und steht in der hell erleuchteten Kirche. Die neue Lichtanlage baut nicht nur auf aktuelle LED-Technik, sondern erfüllt auch gleich noch einen zweiten Zweck. „Ein Mitglied des Bauausschusses hatte eine innovative Idee: den Orbi-Heater“, sagt Ulrich Weisser. Das Konstrukt sieht aus wie ein Kronleuchter und beherbergt neben der Beleuchtung auch die Infrarotheizung. Eine angenehme Strahlungswärme entsteht so im Zusammenspiel mit den ebenfalls neuen Infrarot-Heizplatten an den Wänden. „Wir wollen ja nicht die Luft heizen, sondern Menschen und Gegenstände erwärmen.“

Flexible Nutzung durch 120 Stühle und Trennwand

Der Bauausschuss des Kirchengemeinderats hat zusammen mit Architekt Werner Jetter ganze Arbeit geleistet. 100 Quadratmeter umfasst die Kirche, in der im Parterre eine flexible Bestuhlung die Kirchenbänke ersetzt. „Wir möchten den Raum für verschiedene Anlässe nutzen, das ist nun möglich“, sagt Pfarrer Köhnlein. Zusätzlich kann das direkt angebaute Gemeindehaus genutzt werden, das nur durch eine Trennwand vom Kirchenschiff abgeteilt ist. Insgesamt gibt es 120 Stühle. Weitere 60 Sitzplätze sind auf der Empore zu finden, wo die massiven Kirchenbänke erhalten blieben, allerdings mit einer modernen Beleuchtung und Heizung versehen wurden.

Barrierefreier Zugang zum Garten

Das kleine, aber feine Gemeindehaus wird von den neuen bodentiefen Fenstern dominiert, die das Innere hell und wohnlich zugleich erscheinen lassen. Außerdem gibt es nun einen direkten barrierefreien Zugang zum Garten. Zudem wurden eine kleine Küchenzeile und eine barrierefreie Toilette eingebaut, die das bisherige Plumpsklo ersetzt. Aber auch der Zugang zur Orgel über dem Gemeinderaum wurde ausgebaut und gedämmt – und kann so als zusätzlicher Funktionsraum genutzt werden.

„Das war richtig viel Arbeit“

Um all das umsetzen zu können, mussten Mauern eingerissen, das Dach des Gemeindehauses komplett abgedeckt und neu isoliert, der Boden über die ganze Fläche auf ein Niveau gebracht und mit einem massiven Dielenboden samt Isolierung versehen werden. Fachleute waren dabei ebenso gefragt wie engagierte Gemeindemitglieder. Die haben zudem die neue Außenanlage komplett in Eigenleistung angelegt. „Das war richtig viel Arbeit“, erzählt Daniel Merk.

Gemeindemitglieder haben mitgeholfen

„Sehr geholfen hat uns dabei, dass wir von Gemeindemitgliedern professionelle Maschinen kostenlos zur Nutzung bekommen haben.“ Aber es habe sich gelohnt. „Insgesamt über 1600 Stunden Eigenleistung von mehr als 40 Menschen aus Brittheim und Bickelsberg im Alter zwischen zehn und 67 Jahren sind in die neue Allerheiligenkirche eingeflossen“, betont der Pfarrer.

Mit dem Gottesdienst zur erfolgreichen Sanierung der Allerheiligenkirche Anfang November startet die Verbundkirchengemeinde Bickelsberg-Brittheim in eine neue Ära. „Die Räumlichkeiten von Kirche und Gemeindehaus stehen allen Menschen offen“, betont Pfarrer Köhnlein.

Foto: Frank D. Engelhardt

Neben Gottesdiensten sollen auch Taufen mit anschließender Feier sowie Veranstaltungen aller Art in den schmucken Räumlichkeiten stattfinden. Dazu wurde eine neue Nutzordnung erstellt. „Die Räumlichkeiten können ganz oder auch nur zu Teilen gemietet werden. Es soll ein lebendiger Platz sein, an dem man feiern und auch essen kann“, erklärt Daniel Merk.

Möglich macht dies auch die neue Elektrik samt Bussystem. Über tabletgroße Bedienfelder können unter anderem Beleuchtung und Heizung individuell gesteuert werden. Smart Home in der Kirche: Smart Church. „Und sogar schnelles Internet über Glasfaseranschluss samt WLAN können wir bieten“, fügt Ulrich Weisser an.

Kirche feiert ihren 500. Geburtstag

Das kommende Jahr ist ein besonderes für die Allerheiligenkirche, dann wird sie nämlich 500 Jahre alt. „Wir sind eine offene Kirche, die nun auch technisch zukunftsfähig ist. Wir freuen uns auf die vielen Begegnungen und Veranstaltungen, die hier in Zukunft stattfinden werden“, sagt das Trio.