Die Ambrosia-Pollen reizen Augen und Nase. Foto: New Africa/Valerii Zan – stock.adobe.com / Montage: Ganter

Die Beifuß-Ambrosie breitet sich im Kreis Rottweil aus und wird zunehmend zum Problem für Allergiker. Ihre stark allergenen Pollen können Heuschnupfen und Asthma auslösen. Wie erkennt man sie und wie kann man sie bekämpfen? Wir haben alle Infos.

Die unscheinbare Beifuß-Ambrosie sorgt zunehmend für gesundheitliche Probleme in der Region.

 

Die aus Nordamerika stammende Pflanze hat es inzwischen auch in unseren Naturraum geschafft und gilt als potenziell invasive Art. Ihre Pollen sind stark allergieauslösend und können schon bei einem kleinen Bestand Heuschnupfen, Bindehautentzündung und sogar allergisches Asthma auslösen.

Die Dunkelziffer scheint hoch zu sein

Nach Angaben von Lena Moosmann vom Landschaftserhaltungsverband Rottweil sind im Kreis bislang vier bis fünf Vorkommen gemeldet worden – vermutlich eine niedrige Zahl, weil die Pflanze schwer zu erkennen ist. Sie wächst bevorzugt auf Brachflächen, an Straßen- und Wegrändern, in Gärten und auf Schnittblumenfeldern. Häufig gelangt sie durch Vogelfutter oder Saatgut in unsere Gegend.

Bis zu zwei Meter hoch

Die Beifuß-Ambrosie wird zwischen 20 Zentimetern und zwei Metern hoch. Ihre Erkennungsmerkmale sind die grünen Blätter auf beiden Seiten, unscheinbare Blüten mit gelben Pollensäcken sowie behaarte Stängel. Ihre Blütezeit reicht von Juli bis zum Frost, und ihr Pollenflug dauert oft deutlich länger als bei einheimischen Pflanzen – teils bis in den frühen Winter.

Zur Bekämpfung empfiehlt Moosmann, die Pflanzen möglichst vor der Blüte samt Wurzel auszureißen. Wichtig: Unbedingt Handschuhe tragen, um Hautreaktionen zu vermeiden. Bei blühenden Pflanzen sollte zusätzlich eine Feinstaubmaske verwendet werden. Entsorgt wird die Ambrosie über den Restmüll – am besten in einem gut verschlossenen Plastiksack, damit sie verbrannt wird. Außerdem kann auch bei der Ambrosie, ähnlich wie beim Riesenbärenklau, die Wurzel ausgestochen werden.

Ein Tipp von Moosmann: Achten Sie beim Kauf von Vogelfutter darauf, dass es frei von Ambrosia-Samen ist, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.

Achtung Verwechslungsgefahr

Das Bundesamt für Naturschutz hat die Pflanze auf seine Handlungsliste der invasiven Arten gesetzt. Verwechselt wird die Ambrosie oft mit der Wilden Möhre oder dem Gemeinen Beifuß – hier ist also genaues Hinschauen gefragt.

Je milder das Klima, desto länger bleiben die Pollen aktiv. In Kombination mit der allgemeinen Zunahme von Heuschnupfen-Erkrankungen, was als Grund auch die Ambrosie haben kann, in der Bevölkerung macht das die Beifuß-Ambrosie zu einem ernstzunehmenden Problem, das frühzeitig bekämpft werden sollte, betont Lena Moosmann.

Kontakt und Hinweise

Der Landschaftserhaltungsverband Rottweil (LEV), rät dringend zur Vermeidung einer Neuansiedlung und zur Bekämpfung bestehender Bestände (Mechanisch, durch Ausreißen und Verbrennung). Wer Exemplare entdeckt oder Fragen zur Entfernung hat, kann sich an den Landschaftserhaltungsverband Rottweil wenden. Ansprechpartnerin hierfür ist Lena Moosmann, erreichbar per E-Mail lena.moosmann-LEV@lrarw.de oder telefonisch unter 0741/24 49 48.