38 Wahlkreise gibt es in Baden-Württemberg, einer davon ist Wahlkreis 295 – Zollernalb-Sigmaringen. Neun Direktkandidaten gibt es, die zur Bundestagswahl am 23. Februar antreten. Allesamt hat der Kreiswahlausschuss am Freitagmorgen zugelassen.
Unaufgeregt und routiniert ging die Sitzung des Kreiswahlausschusses am Freitag über die Bühne. Petra Hahn, Kreiswahlleiterin, erklärte Regularien und Formalien.
Die Mitglieder des Wahlausschusses stimmten einstimmig für die Zulassung der neun Wahlvorschläge, die in der folgenden Reihenfolge eingegangen waren. Die Frist zur Abgabe war der 20. Januar, 18 Uhr.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) mit Boris Kraft, Verwaltungsbeamter aus Sigmaringendorf (12. Dezember). Die Alternative für Deutschland (AfD) mit Lukas von Berg als Direktkandidaten reichte ihren Vorschlag am 16. Dezember ein. Von Berg ist Landwirt aus Albstadt.
Parteilose Bewerber hatte es diesmal nicht gegeben
Am 20. Dezember zog die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) mit Robin Mesarosch aus Sigmaringen nach. Bündnis 90/Grüne mit Simon Schutz, Integrationskoordinator aus Gammertingen, war am 23. Dezember soweit. Die Freien Wähler dann am 3. Januar. Direktkandidat der Freien Wähler ist Fahrlehrer Thomas Weber aus Fellbach. Am 7. Januar warf die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) mit Renate Schmidt, Musiklehrerin aus Ebingen, ihren Hut in den Ring. Die Partei begann das Plakatieren – so wie einige andere auch – am Wochenende 11./12. Januar.
Am 8. Januar gingen die Unterlagen der Christlich Demokratische Union (CDU) mit Thomas Bareiß aus Balingen ein, Und Die Linke, Direktkandidatin ist Elena Krein, zog am 9. Januar nach.
Kurz vor Ende der Frist erreichte schließlich der Kreiswahlvorschlag von Bündnis Deutschland die Kreiswahlleiterin. Direktkandidat der Partei ist Jan Schumacher, KFZ-Meister aus Winterlingen. Einzelkandidaten – also parteilose Bewerber – hatte es diesmal nicht gegeben.
Renate Schmidt gibt eine kurze und knackige Erklärung ab
Eine Handvoll Zuschauer und Zuschauerinnen wohnte der öffentlichen Sitzung im Sitzungssaal des Landratsamts bei. Eine davon war Renate Schmidt, Direktkandidatin der MLPD. Sie stand unvermittelt auf und gab eine kurze und knackige Erklärung ab. „Ich fordere Sie auf, den Kandidaten der AfD nicht zuzulassen“, sagte Schmidt an Kreiswahlleiterin Petra Hahn gewand. Die vom Verfassungsschutz beobachtete Partei, so Schmidt, „droht allen, die nicht in ihr Weltbild passen“. Sie bat: „Zeigen Sie Zivilcourage und stimmen Sie gegen die Wahlzulassung des AfD-Kandidaten.“ Petra Hahn antwortete, dass der Kreiswahlausschuss nicht der richtige Ort sei für diese Forderung.