Im Lahrer Gemeinderat ging es am Montagabend um das weitere Vorgehen beim möglichen Bau der Freizeiteinrichtung. Das von der Stadt vorgeschlagene Prozedere stieß dabei auf einhellige Zustimmung. Damit steht fest: Wenn in Lahr ein Surfpark gebaut wird, dann am Flugplatz.
Alle anwesenden Mitglieder des Gemeinderats reckten am Montag um 18.32 Uhr die Abstimmungskarte in die Höhe, um ihr Einverständnis zum „Vorhaben Surfield Black Forest“, wie der Tagesordnungspunkt hieß, anzuzeigen. Damit hat das Gremium die Verwaltung beauftragt, den von ihr vorgeschlagenen Standort Flugplatz für den Surfpark näher auf seine Eignung hin zu untersuchen.
Das Areal ist 300 Meter von der Landebahn entfernt
Das zwölf Hektar große Areal befindet sich am nördlichen Rand des Gewerbegebiets, rund 300 Meter von der Landebahn und 120 Meter von den ersten Wohnhäusern in Hugsweier entfernt. Wobei für den Surfpark nicht die gesamten zwölf Hektar benötigt werden, sondern nur gut drei.
Wo genau die innerhalb der Suchfläche lokalisiert werden, soll zwischen der IGZ und Mario Gerlach ausgehandelt werden. Der Projektentwickler würde seinen Surfpark am liebsten möglichst weit westlich ansiedeln, abseits der Gewerbebetriebe und näher zu den Grünflächen in Landebahnnähe hin. Damit die Surfer später eine schönere Aussicht haben.
Die Empfehlung für den Standort Flugplatz war das Ergebnis einer Voruntersuchung der Stadt, bei der, wie berichtet, Alternativen beim Seepark, unweit der Autobahn oder zwischen dem Gewerbegebiet und dem Tierheim verworfen worden waren. Sei es, da das Areal zu klein gewesen wäre, Autolärm den Surfern den Spaß verdorben hätte oder landwirtschaftliche Flächen verloren gegangen wären.
Viele Fragen sind noch offen
Stattdessen soll es nun also der Flugplatz sein. Wobei auch hier Fragen offen sind, etwa, ob Altlasten dem Bau eines Surfparks mit einer zwei Hektar großen Wasserfläche im Weg stehen. Die Zustimmung im Rat bedeutet somit noch lange nicht, dass dort tatsächlich einmal gesurft wird.
Die Statements aus den Fraktionen waren so auch nicht von Euphorie, sondern eher von Zufriedenheit geprägt. Es sei gut, dass man nun einen Standort habe, der näher untersucht werde, und dass das Projekt damit in sein nächstes Stadium eintreten kann, war zu hören. Und dass es nun das Signal von Gerlach brauche, dass er mit der Fläche einverstanden ist. Mehrere Sprecher dankten dem Ortschaftsrat Hugsweier für sein einstimmiges Votum pro Standort Flugplatz – es gab deshalb zwischendurch sogar Beifall für das Dorfgremium.
Roland Hirsch will die Kosten geklärt wissen
Namentlich betonte Klaus Schwarzwälder (Freie Wähler), er sei froh, dass nun ein Gelände für den Surfpark gefunden sei. Sven Haller (AfD) äußerte sich zuversichtlich, dass der Surfpark, sollte er einmal gebaut werden, „einen Mehrwert für die Stadt“ schaffen könne. Ilona Rompel (CDU) blickte nach Hugsweier und stellte zufrieden fest, dass man im Stadtteil eine Aufwertung der Flugplatz-Gewerbefläche durch einen Surfpark erwartet.
Auch Roland Hirsch sagte, dass dies der richtige Standort sei. Der SPD-Sprecher wollte aber geklärt wissen, welche Kosten das Projekt für die Stadt verursacht, Arbeitskosten inklusive. Dorothee Granderath (Grüne) begrüßte es, dass eine teils versiegelte Gewerbefläche für den Surfpark ausgewählt worden ist – und somit keine Natur verloren geht. Jörg Uffelmann (FDP) machte es kurz und betonte, dass ein Surfpark „eine tolle Sache“ für Lahr werden könne.
OB Markus Ibert forderte alle zu Mut und Zuversicht auf. Dass so ein Projekt im Vorbereitungsstadium auch personelle Ressourcen der Verwaltung erfordere, sei normal, sagte er in Richtung von Hirsch.
Der Vertrag
Laut Beschluss des Gemeinderats wird die Verwaltung auch beauftragt, den Entwurf eines städtebaulichen Vorvertrags auszuarbeiten. Darin soll geregelt werden, dass Surfpark-Projektentwickler Mario Gerlach die Kosten für die vertiefenden Untersuchungen am Standort Flugplatz übernimmt