Foto: Kienzler

Der Empfang für Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken im Kurhaus war nicht nur im Corona-Jahr ein Höhepunkt, sondern wird sich in der Wasserfallstadt nicht so schnell wiederholen. Denn für die Ringerin bildete der Abend in ihrer Wahlheimat nicht nur den Abschluss ihrer Profikarriere, sondern auch das Finale des Feierreigens.

Triberg - Umso erleichterter zeigen sich die Organisatoren am Dienstagabend über den reibungslosen Ablauf der Feier. "Die olympischen Augenringe sieht man nicht mehr", scherzte Jens Zimmermann mit Blick auf den Feiern- und Interviewmarathon, den die Sportlerin nach ihrer Rückkehr aus Japan in den vergangenen Tagen hinlegte.

Der Sportmoderator, der Rotter-Focken auch als Manager begleitete, lobte bereits auf der Bühne Organisation und Technik im Triberger Kurhaus und bezeichnete sie als "Champions-League" – Musik in den Ohren der Mitarbeiter der Schonacher Firma Impuls, die mit Unterstützung von Thomas Weisser vom "Haus der 1000 Uhren" in Triberg nicht nur für Licht-, Ton- und Bildtechnik im Saal, sondern auch für den Live-Stream über die Internetseite der Stadt verantwortlich waren. Vier heimische Lokale boten auch ein Public-Viewing des Empfangs an, wobei sich dort der Andrang wohl in Grenzen hielt.

Auch Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold und Hauptamtsleiterin Barbara Duffner dürften sich über das Kompliment des Moderators gefreut haben. Denn bei ihnen liefen die Fäden für die Organisation der Feier zusammen. "Die Zusammenarbeit mit Jens Zimmermann war immer unkompliziert und direkt", so Arnold im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

"Tribergerin mit Leib uns Seele!"

Doch ohne sein Team im Rathaus und zahlreiche weitere helfende Hände, die auch am Dienstagabend für die Registrierung der Gäste im Einsatz waren, wäre der Empfang nicht möglich gewesen, meinte der Stadtmarketingleiter, der sich eigentlich seit Freitag im Urlaub befindet.

Die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machten die Organisation "nicht unbedingt einfacher", wie Barbara Duffner eingestand. Umso erleichterter waren die beiden Rathausmitarbeiter, dass alles Coronakonform ablief.

Bürgermeister Gallus Strobel bezeichnete die Ringerin und ihren Olympiaerfolg beim Empfang als "großes Glück für die Stadt Triberg."

"Allergrößten Respekt auch dafür, dass du in Triberg eine kleine Familie gründen möchtest. Vielleicht kommt bald ein kleiner Triberger Ringer dazu, das würde uns ganz besonders freuen", meinte Strobel an die gebürtige Krefelderin gewandt, die im Jahr 2018 in der Wasserfallstadt ihren Mann Jan Rotter heiratete. Sichtlich stolz las der Schultes den Eintrag Rotter-Fockens ins Goldene Buch der Stadt vor, in dem sie sich als "Tribergerin mit Leib uns Seele!" bezeichnet, wofür es im Kurhaus von den begeisterten Gästen tosenden Beifall gab.

Ob die Stadt ihre Olympiasiegerin noch in einer anderen Form ehren möchte, ob es nun nach dem ersten Männerparkplatz auch einen Aline-Rotter-Focken-Parkplatz in Triberg geben werde, konnte Strobel am Dienstagabend auf Nachfrage von Zimmermann noch nicht sagen. "Wir werden in der nächsten Sitzung des Gemeinderats im September darüber beraten, was wir machen können", versicherte der gut gelaunte Bürgermeister.

Wie wichtig Aline Rotter-Focken ihre Familie und damit auch die Heimat ist, brachte sie in ihrer emotionalen Abschlussrede zum Ausdruck, in der sie sich nicht nur bei ihren Eltern, sondern auch bei ihrem Mann Jan und ihren Schwiegereltern Gunnar und Stefanie bedankte.

"Es braucht eine Stadt, um einen Erfolg zu erreichen. In meinem Fall waren es zwei Städte, zwei Olympiastützpunkte und ganz viele Leute", sagte Aline Rotter-Focken – die Krefelderin, die in Triberg ihre zweite Heimat gefunden hat.

Empfang-Splitter

"Als Außenstehender hat man keine Ahnung davon, was hinter solch einem Erfolg an Arbeit steckt. Meinen herzlichen Glückwunsch zum Olympia-Sieg", Georg Hettich aus Schonach, Olympiasieger 2006 in Turin/Nordische Kombination.

"Weltmeister wird man – Olympia-Sieger bleibt man!" Hans-Peter Pohl aus Schonach, Olympiasieger 1988 in Calgary/Team/Nordische Kombination,

"Da fehlt doch noch einer!" Richtig, zum Kreis der Olympiasieger der Raumschaft Triberg gehört auch Christof Duffer aus Schönwald, 1994 in Lillehammer/Team/Skispringen. Der ließ sich entschuldigen, dass er beim Empfang fehlte, da er sich mit seiner Familie bereits im Urlaub befand.

Weitere Informationen:

Die Aufzeichnung des Live-Streams über den Empfang von Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken ist noch bis kommenden Sonntag über die Internetseite www.triberg.de der Stadt Triberg abrufbar. Stand Mittwochnachmittag gegen 12 Uhr gab es mehr als 800 Zugriffe auf das Video, wie Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten erklärte.