Lisa Caren Jetter ist frisch gebackene Algensommeliere. Foto: Privat

Algen zum Essen? Na klar – sagt Lisa Caren Jetter. Sie ist weltweit eine der ersten Algensommeliers und kennt sich mit den Meeresgewächsen aus. Die sind ganz schön vielseitig in der Küche einsetzbar.

Für viele Menschen sind Algen vor allem mit dem Meer und vielleicht mit Sushi verbunden. Doch nur wenige wissen, dass man die grünen Wasserpflanzen auch auf vielfältige Weise in der Küche einsetzen kann.

 

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg hat aus diesem Grund in diesem Jahr erstmals eine Qualifizierung zum Algensommelier angeboten. Eine der ersten Absolventinnen weltweit ist die 22-jährige Lisa Caren Jetter aus Balingen.

Algen sind ihre Leidenschaft

Ihre Leidenschaft und ihr unstillbarer Wissensdurst werden deutlich, sobald die Studentin über Algen spricht – man merkt sofort, dass sie eine echte Kennerin der verschiedenen Algenarten ist.

An der Universität Hohenheim studiert Jetter Ernährungsmanagement und Diätetik im Bachelor und sagt von sich selbst, dass dieses Studium das richtige für sie war.

Momentan sind bis zu 100 Algenarten in Deutschland zugelassen

Bereits während ihren letzten vier Semestern hat sie von den etwa 100 zugelassenen Algensorten gehört – und ihr Interesse war sofort geweckt.

Makroalgen stehen im Fokus

In ihrer Freizeit vertiefte sie sich zunehmend in das Thema, bis sie schließlich bei einer Internetrecherche auf die ungewöhnliche Weiterbildung zur Algensommeliere stieß.

Die Entscheidung zur Anmeldung war schnell gefallen.

Besonders faszinieren sie Makroalgen, mit denen sie sich erst durch die Ausbildung als Algensommelier intensiver auseinandersetzte, während im Studium Mikroalgen im Fokus standen.

Im praktischen Prüfungsteil wird gekocht

Der Kurs fand vom 26. August bis zum 25. September statt. In den ersten vier Wochen erwarb sie in drei bis vier wöchentlichen Online-Unterrichtseinheiten umfassendes theoretisches Wissen über Algen und deren Nährstoffe. Am Ende der Ausbildung musste Jetter in Magdeburg ihre Abschlussprüfung ablegen.

Diese umfasste einen schriftlichen und einen mündlichen Teil sowie eine praktische Prüfung, in der sie ein eigenes Rezept mit Algen kreieren solle.

Algen ersetzen den Speck

Jetter entschied sich für eine Spaghetti Carbonara – mit einer besonderen Zutat: Anstelle von Speck verwendete sie eine Algensorte, die beim Anbraten einen rauchigen, schinkenähnlichen Geschmack entwickelt.

„Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten“, sagt Jetter begeistert. Ihr Gericht fand bei den Prüfern großen Anklang.

Der Geschmack kann gewöhnungsbedürftig sein

Für sie stand dabei weniger der Titel im Vordergrund, sondern die Erweiterung ihres Wissens. „Algen haben großes Zukunftspotenzial“, erklärt sie. Ihr Ziel ist es, Menschen über Algen aufzuklären, ohne sie zu belehren – das führe meist dann nur zu Ablehnung. „Viele wissen gar nicht, dass sie längst Algen konsumieren – oft in Form von Zusatzstoffen“, sagt Jetter.

Sie räumt ein, dass der Geschmack von Algen anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig sein kann. Doch je mehr man mit ihnen kocht, desto besser erkennt man ihre Vielseitigkeit – und vor allem ihren nachhaltigen Aspekt. „Es ging ja auch darum, Alternativen aufzuzeigen“, betont die 22-Jährige.