Einst war es eine „Wildnis“: Alfred Schmid setzt sich für die Erhaltung und Pflege des Stettener Klostergartens ein. Foto: Hoffmann

Ehrenämter müssen nicht immer aufwendig sein: Alfred Schmid aus Hechingen-Stetten nutzt seinen Ruhestand, um sich für zahlreiche Projekte einzusetzen. Insbesondere im Klostergarten und in der St. Johannes-Kirche wird sein Engagement sichtbar.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die glücklich machen. So sieht es Alfred Schmid aus Hechingen-Stetten, 72 Jahre alt und erst kürzlich mit einer Bürgermedaille für sein ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Auf der langen Liste seiner Ehrenämter stehen unter anderem seine Mitgliedschaft im Pfarrgemeinde- und Stiftungsrat der katholischen Kirchengemeinde, die Organisation verschiedener Feste und die Mitbegründung von „Stetten singt“.

 

Doch wie kommt man zu all’ diesen Aufgaben? „Indem man in der entsprechenden Situation nicht nein sagt“, antwortet Alfred Schmid. An ihn seien immer wieder Ämter herangetragen worden, oft habe er diese nach kurzem Zögern dann angenommen – vor allem, wenn es kein anderer machen wollte.

Traditionen und Orte sollenerhalten bleiben

Ihm ist es wichtig, dass Traditionen und Orte erhalten bleiben. Schmid betont: „Das Aufhören ist immer das Ende.“ Aus dieser Perspektive heraus habe man auch den Stettener Klostergarten – einst eine „Wildnis“, wie Schmid schildert – wieder hergerichtet. Als Vorstandsmitglied im Förderverein St. Johannes wirkt der Ehrenämtler an der kontinuierlichen Pflege des Gartens mit.

An diesem Ort der Begegnung finden immer wieder Veranstaltungen statt, heißt es von Schmid weiter. Manchmal organisiert er im Klostergarten auch kleinere Zusammenkünfte. „Man braucht da oft nicht viel. Die Leute gehen nach Hause und sind zufrieden“, sagt der 72-Jährige.

Schon in jungen Jahren setzte er sich im Jugendrotkreuz ein – Studium und Beruf zwangen ihn irgendwann, das ehrenamtliche Engagement zu reduzieren. Ein Vierteljahrhundert war Alfred Schmid dann in der chemischen Industrie tätig, bevor er mit 58 Jahren in Rente ging und beschloss, nach all’ der harten Arbeit zu tun, was ihm Spaß macht. Seit 13 Jahren wohnt der Ehrenämtler mittlerweile zusammen mit seiner Frau in Stetten und ist dort fest verwurzelt.

Kontakt zu anderen Menschen sei wichtig

Das sei auch nötig, berichtet Schmid. Schließlich „wird der Fremde weniger gefragt als der, der bekannt ist“. Kontakt zu anderen Menschen mit gleichen Interessen, Freude an den Aufgaben und der Wille, die Dinge weiterzuführen motivieren ihn laut eigener Aussage auch heute noch dazu, sich an vielen verschiedenen Stellen zu engagieren.

„Die Jugend hat sicher andere Interessen“

Ob es nun die Osterrieder Krippe im Innern der Klosterkirche ist, für die Alfred Schmid neues Moos sammelt, oder ob er 18 Kilogramm Springerle für die jährliche Klosterweihnacht’ backt, eines ist für den Stettener klar: Ehrenämter sind eine Frage der Priorität. Viele Vereine und Gruppen hätten aktuell Probleme damit, Nachfolger für ihre Ämter zu finden, sagt Alfred Schmid.

Dass diese aber unbedingt von jungen Menschen besetzt werden müssen, glaubt er nicht: „Die Jugend hat sicher andere Interessen“. Stattdessen sieht er viel Potenzial bei den Rentnern, ehrenamtlich aktiv zu werden. Denn insbesondere bei der Arbeit im Stettener Klostergarten müsse man sich nach dem Wetter richten, gibt Schmid zu bedenken und spielt damit auf die zeitliche Flexibilität der Ruheständler an.