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Alexander Dück mittendrin Motto steht auf den T-Shirts: "Why not us?"

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Alexander Dück konzentriert sich nun wieder auf seine Schwenninger U17. Foto: Michael Kienzler

Dem deutschen Eishockey-Nachwuchs gelang bei der U20-Weltmeisterschaft in Kanada mit dem Einzug ins Viertelfinale ein riesiger Erfolg. Dabei waren die Umstände denkbar ungünstig. Als Defensivtrainer mittendrin: der Schwenninger U17-Coach Alexander Dück.

Das Erreichen des Viertelfinals wäre für das deutsche U20-Team auch ohne eine besondere Vorgeschichte eine große Sache gewesen. Immerhin war dies dem DEB noch nie gelungen. Bedenkt man jedoch, was die Mannschaft im Vorfeld dieses Triumphs erleben und wegstecken musste, werden die sportlichen Leistungen umso beeindruckender.

"Wir haben gezeigt, dass man in Deutschland auch Eishockey spielen kann", war Alexander Dück, als Defensivtrainer bei der WM mit dabei, stolz auf die Leistungen des deutschen Nachwuchses. Wäre alles nach Plan verlaufen, hätte Dück und das Team eine fünftägige Quarantäne nach der Einreise erwartet. Eine Prozedur, der sich gemäß des Hygienekonzepts vor Ort alle Teams aussetzen mussten. Dann hätten die Deutschen noch mehrere Trainingseinheiten und zwei Vorbereitungsspiele absolviert, bevor sie mit der Partie gegen Finnland in das eigentliche Turnier gestartet wären. Doch es kam anders.

Mehrere positive Corona-Tests und weitere fünf Tage Quarantäne später stand dann tatsächlich das Auftaktspiel gegen die Finnen an – allerdings ohne Vorbereitung und ohne richtige Trainingseinheit. "Gegen Finnland mussten wir mit 14 Spielern antreten", erzählt Alexander Dück. Im weiteren Verlauf des Turniers konnten nach und nach weitere Spieler zur Mannschaft stoßen – wirklich aus dem Vollen schöpfen konnten Dück, Bundestrainer Tobias Abstreiter und der Rest des Trainerstabs erst vor dem Viertelfinale gegen Russland.

Entsprechend holprig verlief der Start in die WM: Der 3:5-Auftaktniederlage gegen Finnland folgte eine 2:16-Klatsche gegen die Gastgeber aus Kanada. "Die ersten Spiele waren sehr schwierig für uns. Aber wir haben es geschafft, diese schnell abzuhaken und eine ›Jetzt erst recht‹-Mentalität zu entwickeln. Wir wussten: das Schlimmste liegt hinter uns, jetzt kann es nur noch besser werden", berichtet Dück von der Stimmung in der Mannschaft. Und tatsächlich: Die Wende ließ nicht lange auf sich warten. Im dritten Spiel in der Gruppe A bezwangen die DEB-Junioren die Slowakei mit 4:3 nach Verlängerung. In der letzten Vorrunden-Partie wurde die Schweiz mit 5:4 besiegt und der Einzug ins Viertelfinale unter Dach und Fach gebracht.

"Wir haben jeden Stolperstein gemeinsam überwunden"

"Wir haben in diesen schwierigen Tagen vor dem Turnier einen wahnsinnigen Zusammenhalt geschaffen", erzählt Alexander Dück von dem Aufenthalt in Kanada. "Wir haben die Quarantäne-Zeit dazu genutzt, in vielen individuellen Gesprächen die Jungs noch besser kennenzulernen. Jeder war für jeden da – nicht nur in der Mannschaft, sondern der ganze Stab drumherum. Wir haben jeden Stolperstein gemeinsam überwunden. Und das hat uns am Ende stärker gemacht."

Auf den Punkt gebracht wurden diese "Jetzt erst recht"-Mentalität und der Zusammenhalt von Mannschaft und Trainerstab durch ein T-Shirt, das Bundestrainer Tobias Abstreiter für alle Beteiligten anfertigen ließ: "Why not us?" war dort zu lesen. "Das war unser Motto. Wir wollten unsere negative Situation in eine positive umdrehen und haben uns gefragt: ›Warum sollten wir nicht weit kommen können? Warum sollten wir das Ding nicht gewinnen können?‹", ist Alexander Dück stolz auf den Viertelfinaleinzug. Dort scheiterte das deutsche Team knapp mit 1:2 an Russland. Davon ließ sich aber niemand die Freude und den Stolz verderben.

Alexander Dück ist inzwischen wieder zurück in Schwenningen und konzentriert sich auf die kommenden Wochen mit seiner U17 der Wild Wings Future. Dort sind Zusammenhalt und Zielstrebigkeit nicht weniger wichtig. "Dafür, dass die aktuelle Lage so schwierig ist, bin ich stolz auf meine Jungs. Ich habe das Gefühl, dass sie in den vergangenen Monaten mental reifer geworden sind. Alle ziehen an einem Strang und alle wissen, dass wir auch unter diesen Bedingungen am Ball bleiben müssen."

Die Stimmung und Motivation innerhalb der Mannschaft auf einem hohen Level zu halten, sei auch in den kommenden Wochen die oberste Priorität, meint Dück. "Ändern können wir eh nichts. Ich hoffe, dass es bald weitergehen kann. Das wünsche ich mir nicht nur für Schwenningen, sondern für ganz Eishockey-Deutschland."

Wie es auf DEB-Ebene für Alexander Dück weitergeht, steht aktuell noch nicht fest. "Mir macht die Arbeit in der Nationalmannschaft großen Spaß und es gab bislang auf beiden Seiten keine Unstimmigkeiten. Aber inwiefern eine weitere Zusammenarbeit realisierbar ist, wird man sehen. Das muss natürlich auch immer mit dem Verein abgestimmt werden."

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