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Aldingen Kleinkind tot - Mutter in U-Haft

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In dieser Wohnanlage in Aldingen (Kreis Tuttlingen) wohnte das knapp zwei Jahre alte Mädchen bis zu seinem Tod. Foto: SB

Lichtenau/Aldingen - Zwei kleine Mädchen aus Baden-Württemberg mussten am vergangenen Wochenende sterben. In Lichtenau bei Rastatt wurde ein 18 Monate altes Kind vermutlich vom eigenen Vater getötet; im Kreis Tuttlingen kam für eine verwahrloste Zweijährige jede Hilfe zu spät.

Ein heftiger Ehestreit soll Auslöser des Familiendramas im badischen Lichtenau (Kreis Rastatt) am Wochenende gewesen sein. Am Ende war die 18 Monate alte Tochter tot. Der Vater sitzt in Untersuchungshaft; der Haftbefehl laute auf Totschlag, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Baden-Baden gestern mit. Der 40-Jährige hat das Kind nach Erkenntnissen der Ermittler in der Nacht zum Samstag in der gemeinsamen Wohnung mit einem Messer tödlich verletzt. Seiner 29 Jahre alten Ehefrau setzte er ebenfalls mit Schnitten und Stichen zu.

Warum das Paar in Streit geriet, konnten die Ermittler bislang noch nicht klären. Ebenso schwierig ist die Rekonstruktion des Tatablaufes. Die Polizei will mit Spezialisten des Landeskriminalamtes heute den Tatort untersuchen und zudem die Leiche des Mädchens obduzieren.

Die Polizei hatte den 40-Jährigen kurz nach der Tat in dem 5000 Einwohner zählenden Ort festgenommen. Er hatte die Einsatzkräfte selbst alarmiert. Im Polizeibericht heißt es: »Als die Beamten am Tatort eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Sie wurden bereits vom Vater erwartet, welcher den leblosen Körper seiner Tochter in den Armen hielt.« Ein Notarzt konnte das Kind nicht mehr wiederbeleben.
Ein Haftrichter schickte den Mann noch am Samstag ins Gefängnis. Der Tatverdächtige war bisher nicht wegen Gewaltdelikten bei der Polizei auffällig geworden. Die 29-jährige Ehefrau und Mutter hatte sich nach dem Streit in den frühen Morgenstunden trotz ihrer schweren Verletzungen und einem Schock zu ihrer Familie retten können. Von dort aus verständigte sie ebenfalls die Polizei.
Die Frau kam in ein Krankenhaus. Ihr zweites Kind im Alter von fünf Jahren war zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung.

Auch in Aldingen (Kreis Tuttlingen) deutet sich ein Familiendrama an: Ein zweijähriges Mädchen ist dort »unter ominösen Umständen« gestorben, wie die Polizei erklärte. Die 24 Jahre alte Mutter sitzt allerdings wegen Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft.

Die alleinerziehende Mutter hatte den Angaben nach ihre Tochter am Sonntagmittag tot in ihrem Bett gefunden. Sie verständigte nahe Angehörige, die dann ihrerseits den Rettungsdienst alarmierten. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des Kleinkindes feststellen.

Das kleine Mädchen und zwei weitere Geschwister im Kindergarten- und Grundschulalter sollen die ganze Nacht und auch den Morgen allein in der verwahrlosten Wohnung in einem Mehrfamilienhaus verbracht haben.

Kind verwahrlost

Notarzt und Rettungsdienst verständigten am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr die Polizei. Verdacht erregten zum einen die »desolaten Wohnverhältnisse« der alleinerziehenden Mutter und ihrer drei Kinder in einem größeren Mehrfamilienhaus, zum anderen der augenscheinlich verwahrloste Zustand des toten Kleinkindes. Die zuständige Staatsanwaltschaft Rottweil beantragte auch in diesem Fall die Obduktion des Kleinkindes.

Insgesamt 20 Beamte der Kriminalpolizei Tuttlingen und des Polizeireviers Spaichingen haben noch am Sonntagnachmittag und in der Nacht auf Montag Ermittlungen zu dem Todesfall des fast zwei Jahre alten Mädchens aufgenommen – es hätte in wenigen Tagen Geburtstag gehabt.

Die Mutter des toten Kindes wurde zunächst durch den Rettungsdienst mit einem Schock in das örtliche Krankenhaus eingeliefert. Sie selbst macht derzeit keine Angaben. Eine Beteiligung dritter Personen schließt die Polizei »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« aus. Die beiden Geschwister kamen in Pflegefamilien und werden psychologisch betreut.

 

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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