Begeisternde Musik, eine sehenswerte Modenschau und eine Pop-Up-Ausstellung mit Modetrends aus 50 Jahren bekamen die Gäste der Albzauber-Gala in Onstmettingen am Samstag geboten.
Rund 500 Gäste spendeten zum Schluss nicht enden wollenden Applaus, Musikdirektor Sebastian Rathmann strahlte übers ganze Gesicht und auch die Funktionäre des Musikvereins Onstmettingen (MVO) blickten sehr zufrieden drein: Mit dem „Albzauber“ war ihnen ein würdiger, um nicht zu sagen krönender Abschluss der Feierlichkeiten des zu Ende gehenden Albstädter Jubiläumsjahres gelungen.
Und zwar nicht nur in akustischer, sondern durchaus auch in optischer Hinsicht: Das Motto „Musik trifft Mode – 50 Jahre Mode“ hätte nicht passender gewählt werden können. „Mailand und Paris, nehmt euch in Acht“, kommentierte Patrick Hähnle, der MVO-Vorsitzende Operatives Geschäft am Ende von zweieinhalb uneingeschränkt unterhaltsamen Stunden die „Onstmettinger“ Modenschau.
In ihrem Verlauf waren insgesamt 20 Erwachsene sowie acht Kinder und Jugendliche aus heimischen Vereinen – die meisten stellte der Skiclub – mit Grazie und Elan über den Laufsteg geschritten und hatten feine, elegante Mode, den sportlichen Look und nicht zuletzt Nachtwäsche der Albstädter Unternehmen Mey und Nina von C. sowie Sanetta aus Meßstetten präsentiert.
Highlights aus 50 Jahren
Den Anfang machte indes die Musik. Im Anschluss an die Dankadresse von Conférencier Alexander Albert an die Stadt und namentlich an Kulturamtschef Martin Roscher, Ortsvorsteher Jürgen Kurz und Stadtrat Uli Metzger gab das ganz in Schwarz gewandete Große Orchester des MVO unter Stabführung von Sebastian Rathmann musikalische Highlights aus fünf Jahrzehnten zum Besten.
Olympische Geschichte der Neuzeit rekapituliert
Ein erstes Glanzlicht setzte die „Olympic Fanfare and Theme“ von John Williams, welche mit musikalischen Mitteln die olympische Geschichte der Neuzeit rekapitulierte. Es folgte, leicht und lebensfroh, der ABBA-Klassiker „Dancing Queen“ – der passende Prolog zum ersten Model-Auftritt auf dem Laufsteg, der sich vor der Bühne in die Halle hinein erstreckte.
Höchste Anforderung an die Musikerinnen und Musiker stellte Bedřich Smetanas 1874 entstandene symphonische Dichtung „Die Moldau“. Flötenklänge zeichneten den Ursprung des Flusses an der Quelle nach; anschließend stiegen nach und nach alle weiteren Instrumentengruppen ein, und mit jeder neuen gewann das Werk an Klanggewalt, Ausdruck und Pathos.
Wild, laut und verrückt
Zumindest unter den Gästen mittleren und höheren Alters dürfte es kaum einen gegeben haben, dem „Purple Rain“ von Prince kein Begriff war – als Solist mit dem Altsaxophon brillierte Alexander Albert selbst. Mit „Pleasure in Rhythm“ von Koos Mark sowie „Toxic“ aus dem Jahr 2004 und weiteren Top-Hits aus der 2000er Zeit beschloss das Große Orchester den ersten Programmteil – zu den musikalischen Reminiszenzen an eine Zeit, als die Jugend laut Moderator Albert wild, laut, verrückt war und trug, was sie wollte, passte bestens, was die Models auf dem Laufsteg zeigten.
Werbeeinlage zu bester Sendezeit
Ebenfalls noch vor der Pause nutzen Albstadts Museumschefin Julia Brockmann und ihre Mitarbeiterin Carina Rosenlehner die Gelegenheit zu „einer Werbeeinlage zu bester Sendezeit“: Eine Pop-Up-Ausstellung dokumentierte Modetrends aus fünf Jahrzehnten. Die Kleidung stammte aus dem Fundus des Maschenmuseums; ergänzt wurde das Angebot durch Unikate aus dem Second-Hand-Laden Tübingen.
Auf dem Laufsteg wird es sportlich
Unter weiter ging das Programm. Das ausdrucksstark präsentierte „Danzón no. 2“, 1994 von Arturo Marquez komponiert, wurde erstmals am Abend mit Bravo-Rufen quittiert, desgleichen von Andreas Bouranis Hymne „Auf uns“, welche seit jeher gut zur Sportstadt Albstadt passt. Parallel dazu wurde es auf dem Laufsteg sportlich; Tennis, Ski, Radsport und Langlauf kamen zu ihrem Recht. Danach ging es mit dem großartigen symphonische „Coldplay in Symphony“, ehe der „Uptown Funk“ der 1980er Jahre den Schlusspunkt setzte. Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn.