Nach Konflikten hofft der Albverein Epfendorf auf einen Neuanfang. Der Vizepräsident des Hauptvereins räumt Kommunikationsfehler ein – und bittet um Vertrauen.
Der Hauptversammlung der Ortsgruppe Epfendorf des Schwäbischen Albvereins wohnten auch die stellvertretenden Vorsitzenden des Heuberg-Baar-Gaus bei. Gau-Schriftführer Peter Bantle war soeben zum Vorsitzenden gewählt worden, als sich Präsident Thomas Keck, Vizepräsident des Schwäbischen Albvereins (SAV) und im Hauptberuf Oberbürgermeister von Reutlingen, zur Situation äußerte.
Er sei „nicht gekommen, um schmutzige Wäsche zu waschen“, obwohl ihn die Feindseligkeit, die ihm bei seinem ersten Besuch vor Ort teilweise entgegenschlage, sehr bewege.
Kritik an Geschäftsstelle wird ernstgenommen
Er sprach vom Umbruch innerhalb des Albvereins und informierte über die „Arbeitsgruppe Konsolidierung“. Sie sei mit 15 Fachleuten verschiedener Professionen besetzt und erstelle ein Ranking, „was wo planmäßig saniert werden muss.“
Hierbei sei Rücksicht zu nehmen auf Objekte, für die Fördergelder des Regierungspräsidiums gewährt worden seien. Vermutlich werde man nicht alle Wanderheime und Türme halten können. Vom Wanderheim „Rauher Stein“ bei Irndorf habe man sich bereits getrennt. Manche andere seien „verpachtet und laufen gut.“ Keck kündigte Veränderungen im Hauptverein an.
„Mit Vehemenz“ befasse man sich mit Kritik bezüglich der Geschäftsstelle, für die ein Einstellungsstopp gelte. Entlassungen seien nicht vorgesehen, da man sich personell an der Belastungsgrenze befinde. Zudem sei auf eine marktgerechte Entlohnung nach Tarifvertrag zu achten, um das erforderliche Personal zu halten. „Der Albverein ist nicht in Gefahr, insolvent zu gehen“, beteuerte Keck. Der SAV verfüge weder über eine eigene Rechtsabteilung noch über einen „Wasserkopf“.
Änderungen an der Vereinsspitze geplant
Ein weiteres Reformpaket betreffe die gedruckten „Blätter des Albvereins“, von denen man sich, dem gesamtgesellschaftlichen Umbruch und der Digitalisierung geschuldet, eines Tages verabschieden müsse.
Keck betonte: „Wir haben einen schlagkräftigen neuen Vorstand und sind dabei, das ‚Ressortprinzip‘ einzuführen.“ Auch an der Vereinsspitze werde es Änderungen geben, auf die er öffentlich noch nicht näher eingehen könne.
Inzwischen ist klar: Hans-Ulrich Rauchfuß, dem viele die Reformen, mit denen man auf den Strukturwandel reagieren müsse, wohl nicht zugetraut haben, hat sein Amt als Präsident des Schwäbischen Albvereins zur Verfügung gestellt. Im Juni soll der neue Präsident gewählt werden. Rauchfuß’ designierter Nachfolger ist Thomas Keck.
„Mit Schmerzen“ sehe er die Tendenzen, sich aus dem Hauptverein herauszulösen wie in Epfendorf. Es wäre „vielleicht vermeidbar gewesen“, gab Keck bei der Hauptversammlung in Epfendorf zu bedenken und richtete den Blick auf Handlungsbedarf in der Kommunikation, die zugegebenermaßen „zäh“ gewesen sei. Sie soll künftig nicht mehr nur über die Gaue, sondern direkter und kollegialer ablaufen.
Appell: Dem neuen Vorstand eine Chance geben
Thomas Keck appellierte an die verbliebenen Epfendorfer Mitglieder, „dabeizubleiben und dem neuen Vorstand die Chance zu geben, das Vereinsschiff auf Kurs zu bringen“.
Der frisch gewählte Epfendorfer Vorsitzende Peter Bantle war froh, „eine neue, tolle Mannschaft zusammengebracht zu haben“, rechnete mit einer arbeitsintensiven Zeit und zeigte sich zuversichtlich, bald eine aktive Wandergruppe zu realisieren. Man wolle den Kontakt zu anderen Ortsgruppen und den Zusammenhalt stärken, Chancen und Möglichkeiten nutzen.
Wanderwege sind wichtig
Gepflegte Wanderwege seien die beste Werbung für den Albverein, doch sie könnten „nicht mit dem Handy freigehalten werden.“ Er warb um „rüstige Rentner“ und weitere Unterstützer für den im März zu wählenden neuen Gauwegewart.
Vor Ort wolle man im Frühjahr zum Austausch einladen, das Vereinsheim stärker in den Fokus rücken, „nicht mit großen Events“, sondern mit Angeboten wie einem Frauen-Stammtisch oder dem generationsübergreifenden Beisammensein in herrlicher Natur. „Wir sehen wieder Licht am Ende des Tunnels, wollen keine Abgrenzung mehr und hoffen auf gute Zeiten.“