Ist Carmen Soudani aus Laufen am Freitag im Finale der ZDF-Küchenschlacht? Nach zwei Tagessiegen an drei Sendetagen steht die 49-Jährige in jedem Fall beim Publikum hoch im Kurs und zieht schlagfertig und humorvoll die Sympathien auf sich.
„Wir grillen tatsächlich zwölf Monate im Jahr“, sagt Carmen Soudani vor ihrer vierten Sendung in der ZDF-Küchenschlacht. Somit hat die Laufenerin beste Voraussetzungen für Erfolg, wenn’s heiß wird in der Hamburger Fernsehküche. Ihr Konkurrent Svetozar Savić hat hingegen schlechte Karten, lebt er doch in einer Wohnung, wo man nicht grillen kann, wie er sagt. Stapelt er nur tief?
Tatsächlich erhält die sympathische Albstädterin schon den lautesten Auftrittsapplaus von ihrem eigenen Fanclub, hat sie doch bereits an zwei von drei Tagen den Tagessieg geholt. Am vierten will sie punkten mit Currywurst mit Quetschkartoffeln, knusprigen Apfelscheiben und Petersiliensalat, verwirrt Moderator Mario Kotaska aber erst einmal mit ihrem Spickzettel, auf dem ein typisches Älbler Dialektwort steht: „Muggaseggele“. Was ein „Mückensäckchen“ ist, weiß der Starkoch jetzt – und Carmen Soudani braucht ihren Spickzettel fürs Würzen, immer dann, wenn es um „mikroskopisch kleine“ Mengen geht.
„Flying Potatoe in the Kitchen-Schlacht Competition“
Weil Carmen Soudani, Svetozar Savić und Silke Meier die anderen Kandidaten bereits aus dem Rennen gekocht haben, darf der Meister selbst am vierten Tag die Sendezeit auffüllen und kocht gefüllte Grillfackeln mit BBQ-Ahornsirup-Lack.
Svetozar Savić versucht es mit gegrillter Dorade mit Salzkartoffeln, grünem Spargel und Zitronen-Aioli, Silke Meier mit gefüllter Rostbratwurstschnecke mit Grillbrot und Aioli. Da ist Vorsicht geboten: War nicht das Pfannenbrot am Dienstag das Element, das Carmen Soudani den Tagessieg gekostet hat?
Den Wettbewerb im Wettbewerb ruft die Laufenerin durch ein kleines Missgeschick aus: die „Flying Potatoe in the Kitchen-Schlacht Competition“. Eine der Quetschkartoffeln ist ihr entglitten und im hohen Bogen durch den Raum gesaust.
Rustikaler Apfel passt zur Wurst
Doch ansonsten schlägt sich die Hobby-Kochkünstlerin wieder mal exzellent, und zu Recht betitelt Kotaska sie schon als „Grill-Expertin“. Wie sie das geworden ist? Beim „Angrillen“ von SWR 3 hat Carmen Soudani ein Gericht von Meta Hiltebrand, der Jurorin am Mittwoch, gegrillt und glänzt jetzt damit im Fernsehen. Dass Juror Thomas Martin Soudanis Gericht schon vor dem Testessen zu seinem Favoriten erklärt, lässt erneut auf den Tagessieg hoffen.
Der Mann bescheinigt ihrer Currysoße „angenehme Süße, schöne Schärfe“ und dem gegrillten Apfel „eine Rustikalität, die zur Wurst passt“, dem Petersiliensalat eine angenehme Säure – und nennt das Gesamtkunstwerk eine „runde Kombi; macht Spaß, das zu essen!“
Trotzdem trägt diesmal Svetozar Savić den Tagessieg davon, doch Platz zwei holt Carmen Soudani unangefochten: Sie steht am Freitag im Finale. Da hat sich das Grillen auf der Alb doch gelohnt, wo Carmen Soudani und ihre Familie selbst bei widrigstem Wetter den Rost glühen lassen – dann halt unterm Schirm. Geht ja auch nicht anders: Schließlich ist auf der Schwäbischen Alb neun Monate lang Winter – das restliche Vierteljahr regnet es.