Die kommunalpolitische Tätigkeit des Onstmettingers Uli Metzger ist beispielhaft. Nach 33 Jahren in verschiedenen Gremien zieht er einen Schlussstrich.
„Ich glaube, ich habe meinen Teil für die Gesellschaft geleistet“ – dieser Satz von Uli Metzger sagt eigentlich alles aus, was er in 33 Jahren auf kommunalpolitischer Bühne bewirkt hat.
Schon lange sei für ihn festgestanden, spätestens mit 70 Jahren aufzuhören. Jetzt sah er, ein Jahr zuvor, den Zeitpunkt als ideal an, seine Ehrenämter zum 31. März abzugeben. Im Onstmettinger Ortschaftsrat, dem Albstädter Gemeinderat und im Kreistag. Dass für ihn Aufgaben über einen kurzen zeitlichen Rahmen nie in Frage kamen, sondern er immer längerfristig hinter der Sache stehen wollte, zeigen nicht nur diese 33 Jahre als Kommunalpolitiker.
Uli Metzger spielte Handball beim TVO
Sondern auch seine berufliche Laufbahn. Er absolvierte einst eine Ausbildung bei der Sparkasse und blieb diesem Arbeitgeber bis zur Pension treu. Stets in Onstmettingen, wo er es zum Filialleiter brachte. Nicht nur dort erlangte er einen großen Bekanntheitsgrad, sondern schon früh beim Sport. Uli Metzger spielte Handball beim TVO, hatte in dessen Abteilung wie auch im Gesamtverein verschiedene Ehrenämter inne. Eine Verletzung machte dem Handball ein sportliches Ende, aber nicht auf dem Parkett. 1980 absolvierte er die Prüfung zum Schiedsrichter und schuf damit den Grundstock für eine erfolgreiche Karriere an der Pfeife.
Im Gespann mit Harald Dehner leitete das Duo bis zur Jahrhundertwende rund 1000 Spiele bis zur Frauen-Bundesliga und der 2. Männer-Bundesliga. Nach zwei sehr erfolgreichen Jahrzehnten galt sein persönlicher Einsatz fortan ganz der Kommunalpolitik. Dort stieg Uli Metzger 1994 ein. Angesprochen von Wolfgang Hähnle, dass es auf der Liste „Freie Wähler“ für die damalige Wahl zum Ortschaftsrat noch freie Plätze gebe, ließ er sich als 38-Jähriger auf die Liste setzen und wurde gleich gewählt.
Uli Metzger fand Gefallen an der Tätigkeit, ließ sich fünf Jahre später erneut aufstellen und kandidierte auch für den Gemeinderat, die Stimmen waren ihm sicher. Doch damit nicht genug: Er zeigte auch Interesse an den Aufgaben im Kreistag, kandidierte erstmals 2009, schaffte den Sprung aber nicht direkt. Ein Jahr später rückte Uli Metzger dort für Conny Appenzeller nach.
Seither stand er bei jeder Wahl für die „Freien Wähler“ auf dem Stimmzettel und wurde jeweils in alle drei Gremien mit sehr guten Ergebnissen gewählt. Uli Metzger erinnert sich noch bestens an seine Anfänge im Albstädter Gemeinderat im Jahr 1999 unter Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow. Bestimmende Themen seien damals der Bau des Westtangententunnels oder der städtebauliche Beginn der Kreisverkehre gewesen.
„Du bist in den Gremien nicht einfach ein Mitglied, sondern mit in verschiedenen Ausschüssen und Verbänden, was zusätzlich Zeit in Anspruch nimmt“, resümierte der erfahrene Kommunalpolitiker. Eine interessante Aufgabe nennt er die Geschichte bei den Albstadtwerken, wo es zu jener Zeit auch um die Umwandlung vom Tailfinger Freibad zum Naturbad ging.
Heimatort liegt ihm am Herzen
In Onstmettingen sei es ihm unter den Ortsvorstehern Helmut Merz, Wolfgang Hähnle, Siegfried Schott und aktuell Jürgen Kurz stets um die Entwicklung seines Heimatortes gegangen. Rückblickend meinte Uli Metzger, dass er vor allem während seines Berufslebens viel seiner möglichen Freizeit für Sport und Politik abtreten musste, was im Ruhestand jetzt viel einfacher wäre. So konnte er auch die Aufgaben als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters seit 2019 übernehmen, was bisher zu rund 200 Termine führte.
Am 26. März wird Uli Metzger im Gemeinderat verabschiedet und sein Nachrücker Roland Merz verpflichtet. Bereits drei Tage zuvor nimmt er letztmals an den Sitzungen im Kreistag und an jener im Ortschaftsrat teil. „Langeweile wird bestimmt nicht aufkommen, denn ich habe künftig mehr Zeit für E-Bike, Wandern, Reisen und für meine Ehefrau Anette sowie die beiden Kinder und Enkel“, verrät er lachend.