Haben einen genehmigungsfähigen Haushalt in den Gemeinderat eingebracht (von links): Erster Bürgermeister Udo Hollauer, Stadtkämmerin Michaela Wild, Oberbürgermeister Roland Tralmer und Bürgermeister Steve Mall. Foto: Karina Eyrich

Die höchsten Investitionen in ihrer 50-jährigen Geschichte plant die Stadtverwaltung Albstadt 2025. Wie das zusammenpasst mit der angespannten Haushaltslage, haben Oberbürgermeister Roland Tralmer, seine Dezernenten und die Stadtkämmerin erklärt.

„Mit hinreichender Sicherheit genehmigungsfähig“ werde der Haushalt 2025 sein, den Oberbürgermeister Roland Tralmer, seine Dezernenten Udo Hollauer und Steve Mall sowie Stadtkämmerin Michaela Wild am Donnerstagabend in den Gemeinderat eingebracht haben.

 

Auf Basis der „Albstädter Investitionsstrategie 2040“ sieht er freilich auch Investitionen in Höhe von 32 Millionen Euro vor. Noch nie habe die Stadt so viel in Baumaßnahmen gesteckt, wie sie es 2025 plant, doch zur Deckung der Kosten – unterm Strich 22,9 Millionen Euro – reicht der Zahlungsmittelüberschuss im Ergebnishaushalt, die „freie Spitze“ nicht aus, und deshalb muss die Stadt Darlehen aufnehmen.

Der Schuldenstand steigt

Die Folge: Der Schuldenstand, der am 1. Januar 2025 60,6 Millionen Euro – 1295 Euro pro Kopf – betragen wird, wird zum Jahresende auf 75,1 Millionen Euro steigen – mit 1605 Euro steht jeder Albstädter dann rechnerisch in der Kreide.

2028 werden es 89,1 Millionen oder 1856 Euro pro Kopf sein – 96 Millionen wären nach der Schuldenobergrenze, die der Gemeinderat 2010 auf 2000 Euro je Einwohner festgelegt hatte, erlaubt.

Teuer wird der Umbau der Ebinger Kirchgrabenschule. Foto: Kistner

Habe Albstadt bisher kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem gehabt, habe die Stadt inzwischen beides, sagte Tralmer. 159,4 Millionen – acht mehr als vor Jahresfrist – fließen in den Ergebnishaushalt, 162,1 Millionen Euro raus – macht ein Defizit von 2,6 Millionen Euro, das zweite in Folge.

Vom Land kommt mehr

Wild wies darauf hin, dass 33 Prozent der Einnahmen auf Zuweisungen und Zuwendungen beruhten – die Schlüsselzuweisungen vom Land etwa stiegen laut Plan um gut neun Millionen Euro gegenüber 2023 – nach Einarbeiten der jüngsten Steuerschätzung werde es wohl noch mehr.

29,5 Millionen Euro Gewerbesteuer erwartet die Stadt trotz Erhöhung des Hebesatzes um 20 Prozentpunkte – eine Million weniger als sie 2023 erhielt – und 27,9 Millionen Euro an Einkommenssteueranteil – gut zwei Millionen mehr als 2023. Aber: Die Ergebnisse der Steuerschätzung werden laut Wild noch eingearbeitet – und die Zahl damit sinken.

Die Stadt gibt viel weiter

61,2 Millionen Euro gibt die Stadt ihrerseits an Dritte weiter, 14,1 Millionen etwa an kirchliche und freie Träger der Kindertagesstätten, 47,2 Millionen an Umlagen: 26,2 Millionen für den Kreishaushalt, wobei die geplante Erhöhung auf 32,5 Prozent noch nicht eingepreist sei, 18,1 Millionen als Finanzausgleichsumlage und drei Millionen Euro als Gewerbesteuerumlage.

Die Personalkosten steigen im Fall einer 3,5-prozentigen Tariferhöhung – die Gewerkschaften fordern acht – um 8,8 Prozent respektive 2,9 Millionen auf 52,2 Millionen Euro, wobei die Stadt vier Prozent durch verspätete Neubesetzung von Stellen einsparen will. 3,75 neue Stellen sind 2025 im Plan vorgesehen.

Bald Geschichte: Die Lammerberg-Realschule in Tailfingen. Foto: Kistner

Für Sach- und Dienstleistungen plant die Stadt drei Millionen Euro mehr ein als 2024 – insgesamt 29,2 Millionen. Als Grund nannte Wild das erhöhte Budget des zentralen Gebäudemanagements und 600 000 Euro Ausgaben für das Stadtjubiläum.

Entgegenwirken soll dem das „Projekt Gebäudebestandsoptimierung“ (GBO), mit dem Tralmer „weitere zwingend notwendige Konsolidierungsmaßnahmen“ eingeleitet habe, so Wild.

Das Ziel: Die Erfüllung der Pflichtaufgaben soll finanzierbar bleiben. Erste deutliche Kostensenkungen erwartet die Stadtkämmerin Mitte 2025. Und Tralmer betonte: „Der Abrissbagger fürs Thalia-Theater und die Festhalle Ebingen rollt erst einmal nicht.“

Info – Wo die Stadt Albstadt investieren will

In die Feuerwehr
investiert die Stadt laut Haushaltsplan 2025 insgesamt 1,2 Millionen Euro, vor allem in Fahrzeuge: ein HLF 20 für die Abteilung Lautlingen, einen Mannschaftstransportwagen für die Pfeffinger und ein Kleineinsatzfahrzeug für die Tailfinger Wehr sowie in einen Abrollbehälter Rüst für die Ebinger Abteilung.

In Schulen
fließen 700 000 Euro, darunter in die Mensa der Langenwand-Grundschule Tailfingen, wo künftig auch die Wilhelm-Hauff-Schüler mitessen, 2,8 Millionen Euro in den Umbau der Kirchgrabenschule, eine Million in die Sanierung der Ignaz-Demeter-Schule, 250 000 Euro in die Luther-, 100 000 Euro in die Schiller- und 500 000 Euro in die Ebinger Realschule, jeweils für Brandschutz.

Jene am Lammerberg wird abgerissen und neu gebaut – 6,6 Millionen Euro sind 2025 dafür eingestellt – Fortsetzung folgt. Mit 2,4 Millionen Euro schlägt der Neubau des Progymnasiums Tailfingen 2025 zu Buche – summa summarum fließen 13,8 Millionen Euro in die Schulen.

Für Kindergarten-Neubauten
und -Sanierungen sind jeweils Raten eingestellt: für die Kita Schwabstraße abzüglich Zuschuss 240 000, für die Waldkita 400 000 und für die Kita Gänsbach 300 000 Euro – eine gute Million insgesamt.

Den Sport
fördert die Stadt mit 107 500, in Sportstätten investiert sie 181 500 Euro.

Für Städtebau
und Verkehrsplanung werden 974 500 Euro fällig, darunter für die Sanierung des Hufeisens und Zuschüsse im Sanierungsgebiet Truchtelfingen.

In Kanäle
fließen 2,7, in Straßen 1,2 und in Naturschutzmaßnahmen 222 291 Euro.