Unter 32 Firmen aus Baden-Württemberg, die Innenminister Thomas Strobl als ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber geehrt hat, sind sieben aus Albstadt, eine aus Hechingen. Albstädter Unternehmen sind somit Spitze im Land.
Albstadt - Heimspiel hatten sieben Albstädter Firmen, als Innenminister Thomas Strobl, Stellvertreter des Ministerpräsidenten, in der Groz-Beckert-Messe jene Arbeitgeber geehrt hat, die das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz besonders unterstützen. Denn mit sieben Unternehmen aus der größten Stadt des Zollernalbkreises liegt Albstadt unter den 32 Ausgezeichneten einsam an der Spitze. Die Rehfuss Drive Solutions GmbH aus Tailfingen und die Korn Recycling GmbH aus Ebingen werden gar selbst von Feuerwehrleuten geführt. Außer ihnen waren die Firmen Elektra Tailfingen Schaltgeräte, die Gühring KG mit Hauptsitz in Ebingen, die mey Handels GmbH aus Lautlingen, die Konditorei Café Früholz aus Ebingen und die Albstädter Niederlassung der Adolf Würth GmbH & Co. KG unter den Geehrten. Dass Konditormeister Wolfram Früholz und seine Frau Manuela sich mit ihrem Catering-Service auch um die Verpflegung von Rettungskräften kümmern, kommentierte Strobl keck: "Ohne Mampf kein Kampf!"
Zollernalbkreis stellt ein Viertel der Preisträger
Das achte ausgezeichnete Unternehmen aus dem Zollernalbkreis ist die CTS Clima Temperatur Systeme GmbH aus Hechingen, so dass der Kreis ein Viertel der Preisträger im Land stellt. Deren Bandbreite übrigens bezeichnend sei für die Vielfalt der Firmen im Land, betonte Strobl. Krisen wie die Coronavirus-Pandemie und die Hochwasser im Sommer hätten klargemacht, wie wichtig Zusammenhalt in der Krise sei. Basis sei das Ehrenamt, das im Bevölkerungsschutz besonders wichtig sei, weil die Einsatzkräfte sich selbst in Gefahr, teilweise in Lebensgefahr brächten, um anderen zu helfen. "Das macht Sie zu wahren Helden des Alltags", betonte Strobl. "90 Prozent der Einsätze im Bevölkerungsschutz leisten Ehrenamtliche", was ohne die Unterstützung ihrer Arbeitgeber nicht möglich wäre. Diese profitierten selbst, denn solche Mitarbeiter zeigten hohes Verantwortungsgefühl, stellten eigene Belange für andere zurück und bewahrten in kritischen Situationen einen kühlen Kopf. Gleichwohl seien die Einsätze eine Herausforderung für Arbeitgeber – und Kollegen, die dann die Mehrarbeit auffingen: "Unfälle und Brände halten sich nicht an Schichtpläne!"
Regierungspräsident Klaus Tappeser hob hervor, wie "gewaltig" das Land "aufgerüstet hat, was Hilfsdienste angeht". Er sieht es gerne, dass nach den Hochwassern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wieder über Sirenen diskutiert werde, und wies darauf hin, dass Ehrenamt attraktiv sein müsse, gute Strukturen – und die Möglichkeit zur Fortbildung – brauche.
"Standortfaktor Sicherheit"
Kreisbrandmeister Stefan Hermann sprach als Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes und wies auf die Unterstützung des Ehrenamts im Bevölkerungsschutz als "Standortfaktor Sicherheit" und auf die Signalwirkung der geehrten Arbeitgeber hin. Die habe auch der Gemeinderat Albstadt mit der einstimmigen Verabschiedung des Feuerwehrbedarfsplans für die Jahre bis 2030 ausgesendet, meinte Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und dankte – wie alle Redner – den Einsatzkräften und ihren Chefs ausdrücklich.
Ein solcher ist Hans-Jürgen Haug, Sprecher der Geschäftsführung der Groz-Beckert KG, die 2020 unter den Ausgezeichneten und diesmal Gastgeberin war. Es gelte, Rahmen zu schaffen, damit ehrenamtliche Helfer "gebraucht, aber nicht ausgenutzt werden", betonte Haug.
Musikalische Bereicherung
Dass Thomas Strobl nicht nur persönliche Worte für die Ausgezeichneten fand, die er einzeln auf die Bühne bat, sondern auch die musikalische Bereicherung durch die Schüler der Musik- und Kunstschule Albstadt ausführlich würdigte, brachte die vier jungen Musikerinnen zum strahlen. Dasselbe hatten Sofia Astakhov und Marta Zaviacic an den Klarinetten, Laura Louisa Scharlach an der Viola und Friederike Beuchel am Violoncello mit ihrem erfrischenden, gekonnten Spiel bei den Zuhörern bewirkt – darunter Bundes- und Landtagsabgeordnete und vor allem viele Einsatzkräfte. Sie durften sich an diesem Abend ebenfalls gebührend feiern lassen.