Wer im Badkap ins kühle Nass eintauchen möchte, muss derzeit zum regulären Eintrittspreis einen Euro drauflegen. Das schmeckt nicht jedem, doch es ist unumgänglich, wie Marcus Eichstädt, Mitgeschäftsführer des Freizeitbades erklärt.
Albstadt-Ebingen - Einen Euro zusätzlich zum regulären Eintrittspreis wird seit Mitte Mai fällig, wenn man im Badkap Abkühlung sucht – sowohl für Erwachsene, als auch für diejenigen, die ermäßigten Eintritt bekommen.
Als Grund für den Zuschlag wird auf der Webseite des Spaßbades der extreme Preisanstieg bei den Energiepreisen genannt.
Preissteigerung um 540 Prozent
"Wir wollen den Gästen Transparenz bieten", erklärt Marcus Eichstädt, der gemeinsam mit Christopher Probst Geschäftsführer des Badkaps ist. Vor der Eskalation des Ukrainekrieges, seit dem bekanntlich der Gaspreis durch die Decke geht, lagen die monatlichen Kosten des Badkaps für Erdgas bei rund 50.000 Euro. Aktuell seien es rund 270 000 Euro. "Das ist eine Preissteigerung von 540 Prozent", rechnet Eichstädt vor. "Der zusätzliche Euro pro Besucher deckt die Mehrkosten bei weitem nicht", erklärt er weiter. "Wir geben nur einen Teil der Kosten weiter." Das Gas bezieht das Badkap von den Albstadtwerken, welche die Preissteigerung ebenfalls offen kommunizieren.
Und dabei muss der Bäderbetreiber nicht nur bei der Energieversorgung tiefer in die Tasche greifen. "So gut wie alles, was wir für den laufenden Betrieb benötigen, ist teurer geworden. Das fängt bei den Reinigungsmitteln an und hört bei Material für Reparaturen auf", erklärt Eichstädt. Ihm falle derzeit keine Firma ein, die nicht ihre Preise erhöhen musste.
Die einen haben Verständnis, die anderen nicht
Da die Badkap-Betreiber viel Transparenz bieten und den Badegästen vermitteln, dass der Zuschlag nicht aus Habgier, sondern vielmehr aus der Not resultiert, hätten viele Verständnis. Doch Menschen, die sich an der Kasse darüber beschweren, gebe es immer. "Es wird ja gerade alles teurer, da kann das schon frustrieren", zeigt sich Eichstädt verständnisvoll. Einen Besuchereinbruch habe er derweil aber noch nicht verspürt – im Sommer schwanken die Gästezahlen ohnehin sehr mit dem Wetter.
Zuletzt wurde der Eintrittspreis im Badkap im vergangenen Sommer erhöht, nachdem es aufgrund der beiden Lockdowns mehrere Monate schließen musste und in dieser Zeit saniert wurde. Auch das sei nötig gewesen.
Suche nach Alternativen
Doch die Badkap-Betreiber möchten fair sein. "Sobald sich die Preise reguliert haben, verzichten wir wieder auf diesen Zuschlag", heißt es auf der Webseite. Wann das sein wird, kann auch Eichstädt nicht abschätzen – doch vermutlich werde dieses Problem die Betreiber und auch die Besucher noch eine Weile beschäftigen.
Dass aus dem einen Euro Zuschlag in Zukunft zwei werden könnten, darüber denke man im Badkap zurzeit nicht nach. Vielmehr suchen die Betreiber nach langfristigen Lösungen: "Momentan denken wir darüber nach, wie wir vom Gas wegkommen", legt der Badkap-Geschäftsführer offen. Vor allem, wenn die Heizperiode im Winter beginnt, könnte Gas ernsthaft knapp werden – und damit noch größere Probleme auf Erlebnisbäder zukommen.
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