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Albstadt Zwei offene Ohren gibt es gratis dazu

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Andrea HIrt (links) und Marina Storm bringen mit ihren Mitarbeitern die Patienten sicher durch die Pandemie.Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Mobile Pflegedienste wie die Sozialstation St. Vinzenz arbeiten derzeit unter erschwerten Bedingungen, um ihre Patienten vor einer Covid-19-Infektion zu schützen. Die Pflegenden arbeiten nah am Menschen und müssen daher besondere Schutzvorkehrungen treffen.

Albstadt-Ebingen. "Corona hat uns schon Veränderungen und Herausforderungen aufgezwungen", sagt die neue Pflegedienstleiterin Marina Storm von der Sozialstation St. Vinzenz. 30 Mitarbeiter kümmern sich tagtäglich um etwa 250 Patienten mit verschiedenen Pflegegraden in Ebingen, Lautlingen, Laufen, Margrethausen, Straßberg und Kaiseringen. Die Mitarbeiter betreten täglich einige Häuser und arbeiten nahe am Menschen, die meistens zu der sogenannten Risikogruppe zählen: Ältere Menschen, die oft Vorerkrankungen haben. Dabei ist Hygiene – wie schon vor der Gefahr durch das Coronavirus – das A und O. "Wir haben unsere Hygienevorschriften nochmals verschärft", erklärt Storm. Neben gründlichem Desinfizieren und Einweghandschuhen gehört nun auch der Mund-Nase-Schutz zum Standardprogramm.

"In der ersten Welle im Frühjahr und seit Oktober wieder sind unsere Pflegekräfte mit FFP2-Masken mit Virenfilter ausgestattet", so Storm. Als die Fallzahlen im Sommer etwas niedriger waren, wurde auf Alltagsmasken zurückgegriffnen. Gerade im Frühjahr war Schutzausrüstung nur schwierig zu bekommen. Die Sozialstation St. Vinzenz war mit Materialknappheit an Desinfektionsmittel und Masken konfrontiert: Sie waren nur zu enorm hohen Preisen zu bekommen.

Über das Landratsamt und die Caritas kam die Pflegeeinrichtung an FFP2-Masken. Auch jetzt ist medizinisches Material manchmal noch Mangelware. Derzeit seien beispielsweise Einweghandschuhe in großen Mengen schwer zu bekommen.

Auf die 13 Touren, die täglich gefahren werden, werden nun möglichst immer dieselben Mitarbeiter geschickt; jedem Patienten ist eine feste Pflegekraft zugeteilt. Auch der Kontakt unter Kollegen wird derzeit minimiert. Im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus könne so die Kontaktpersonen besser ermittelt werden.

Bisher sei weder ein Patient noch ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden, Verdacht habe es aber bereits gegeben. Dann werden die Pfleger, die zuvor zu Besuch waren, sowie der Patient in Quarantäne und zum Coronatest geschickt. Auch wenn das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes für Pfleger Pflicht ist, gilt das nicht für alle Patienten. Viele tragen Einwegmasken, doch je nach Krankheitsbild – etwa wenn Atemnot besteht – müsse davon abgesehen werden, erklärt die Pflegedienstleiterin. Die FFP2-Masken der Pfleger schützen daher beide.

Ein Besuchsverbot wie es derzeit in vielen stationären Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern gilt, sei in einer ambulanten Pflege in privaten Räumen der Patienten nicht möglich: "Wir haben unsere Patienten aber dazu sensibilisiert, ihre Kontakte einzuschränken", erzählt die stellvertretende Pflegedienstleiterin Andrea Hirt. Viele Angehörige hielten sich mit Besuchen bei Patienten zurück. "Gerade den älteren Leuten fällt es schwer, dass sie kaum mehr Besuch bekommen", meint Storm, "doch sie sind verständnisvoll und vorsichtig."

Die Angst war im Frühjahr besonders groß

Gerade die Patienten aus Risikogruppen fürchteten das Virus und seien dementsprechend umsichtig. Die Mitarbeiter von St. Vinzenz sind hier nicht nur Pfleger, sondern bringen auch zwei offene Ohren mit und hören sich die Sorgen und Ängste der Patienten – auch im Hinblick auf die Pandemie – an.

Die Angst war im Frühjahr besonders groß, erzählt Hirt. Viele Patienten haben wenn möglich auf die mobile Pflege verzichtet, besonders im Bereich der Hauswirtschaft gab es einen großen Rückgang. Oft hätten Angehörige diese Aufgaben übernommen. Im Sommer haben jedoch die meisten Patienten die Dienste wieder in Anspruch genommen.

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