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Albstadt Zu viel und zu wenig Wasser

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Father Marredy kümmert sich um Waisen und Kinder mit einer Behinderung. Fotos: Holl Foto: Schwarzwälder Bote

Seit mehr als 50 Jahren laden die Katholiken im Talgang zum Herbstbazar ein – diesmal am Sonntag, 20. Oktober, in der Zollernalbhalle. Schon seit Wochen sind viele Hände mit der Vorbereitung beschäftigt.

Albstadt-Truchtelfingen. Der Truchtelfinger Posaunenchor spielt bei der Messfeier, mit der um 9.30 Uhr der Herbstbazar beginnt. Ab 11.30 Uhr sind die zahlreichen Stände geöffnet: Neben der großen Tombola und dem Flohmarkt der Ministranten gibt es Stände mit Marmelade, Backwaren, Handgestricktem und modischer Second-Hand-Kleidung. Ergänzt wird das reichhaltige Angebot durch den Bücherflohmarkt der Amnesty-International-Gruppe Albstadt.

Das kulinarische Angebot steht dem in nichts nach: Neben Deftigem gibt es süße Waffeln bei den Ministranten, Pizza bei der italienischen Gemeinde sowie Espresso am Informationsstand des Sozialausschusses der Seelsorgeeinheit. Nach der Messe unterhält Akkordeonist Peter Barth aus Jungingen die Besucher mit Polka- und Tango-Melodien. Ab 13 Uhr musiziert das Salonorchester Albstadt. Für Kinder ist im Foyer eine Hüpfburg aufgebaut, und außerdem wird gebastelt.

Der Erlös des Tages fließt je zu einem Drittel in soziale Projekte in Brasilien und Indien sowie dringende Aufgaben der Kirchengemeinden. Denn der Herbstbazar soll ein "Tag der Begegnung und der Solidarität" sein. "Navajeevan" – neues Leben – heißt eine der unterstützten Einrichtung für hörgeschädigte Kinder in Nandyal im Andra Pradesh in Indien. In Schule und Internat haben derzeit mehr als 220 hörgeschädigte und 100 von der Kinderarbeit befreite Schüler die Chance, zu lernen – anders als früher in ihren Dörfern. Kinder verschiedener Kasten, aus unterschiedlichen Religionen, mit und ohne Behinderung, leben und lernen unter einem Dach.

Der Bau weiterer Schulen und Internate ist ein Schwerpunkt der Arbeit von Pfarrer Marreddy: In Schulen und Behinderteneinrichtungen, die auf seine Initiative gebaut wurden, werden aktuell über 3300 Kinder und Jugendliche betreut und beschult.

Dass die Spenden aus dem Talgang dort gezielt eingesetzt werden, wo sie am dringend-sten gebraucht werden, haben Pastoralreferent Michael Holl und weitere Gemeindemitglieder bei einem Besuch 2018 erlebt. Zurzeit kämpft die Bevölkerung in Nandyal und Umgebung mit den Folgen einer Überschwemmung. Das Wasser stand kniehoch in der ganzen Stadt, Schüler mussten sich in obere Stockwerke flüchten, was armen Menschen in Hütten nicht möglich war. Manche verloren ihr gesamtes Hab und Gut.

Für das zweite Projekt in Südamerika steht Schwester Theresina Fehrenbacher, die im August in Tailfingen von ihren aktuellen Aufgaben erzählte: In Belo Jardim – "Schöner Garten" –, einer Stadt von 80 000 Einwohnern im Nordosten Brasiliens, leben und wirken die Franziskanerschwestern von Sießen im ärmsten Viertel der Stadt, wo die Mehrheit der Bevölkerung keine feste Arbeit hat und viele von Drogen oder Alkohol abhängig sind. Vor allem junge Menschen haben kaum Zukunftsperspektiven, die Rate der psychisch Kranken ist ebenso hoch wie die Kriminalitätsrate. Die Schwestern organisieren Kleidersammlungen und die Lebensmittelverteilung, eröffnen durch Gruppentreffen, Gottesdienste und Einzelgespräche Betroffenen neue Perspektiven. Neu dazu kommen ein Kinder- und Jugendtreff mit Nachhilfe- und Musikunterricht sowie Alphabetisierungskurse für Erwachsene.

Nur an rund drei Tagen im Monat kommt in Belo Jardim fließendes Wasser aus dem Hahn, da es seit sechs Jahren nicht mehr ausreichend geregnet hat. Mit ihrem Besuch beim Herbstbazar unterstützen die Gäste deshalb auch die Wasserversorgung.

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