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Albstadt Wochenmarkt: Kunden schätzen Freiraum in Corona-Krise

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Sauber: Madleen Neuburger von der Gärtnerei Brobeil reicht im Plastikschälchen das Restgeld rüber. Foto: Schwarzwälder Bote

Albstadt-Ebingen - Der Wochenmarkt ist derzeit besonders gefragt: In Zeiten der Corona-Pandemie ist es vielen lieber, im Freien einzukaufen. Beim Marktbummel halten die Kunden Abstand und es geht ungewohnt distanziert zu.

Morgens um 7 Uhr – normalerweise können die Marktbeschicker da noch in aller Ruhe gemütlich ihre Waren anrichten. Derzeit jedoch ist die Situation eine andere: "Heute morgen kamen um 7 Uhr schon ganz viele Leute, als wir noch kaum aufgebaut hatten", berichtet Claudia Schäfer vom Bio-Obsthof Schäfer aus Ravensburg, die schon seit zwei bis drei Wochen eine steigende Tendenz bei Besucherzahlen beobachtet.

Es geht früh los

Momir Mitrovic, dessen Spanferkelstand am oberen Eingang zum Markt steht und der nicht ganz so früh aufbaut, hat Ähnliches am Supermarkt beobachtet, bei dem er nebenan seine Brötchen besorgt: "Es ist schlimm: Lange Schlangen stehen schon da, wenn geöffnet wird." Und die drängten dann in den Markt – für Claudia Schäfer ist das eine Erklärung dafür, dass mehr Menschen als sonst den Wochenmarkt bevorzugen: "Im Laden geht es doch enger zu. Hier halten die Leute doch schön Abstand."

"Alles ist umgekehrt", sagt Berthilde Hartmann von der gleichnamigen Imkerei aus Stetten am kalten Markt: "Frühs viel mehr, jetzt schon weniger." Inzwischen ist es 10 Uhr. Der Zustrom der Kunden ist geringer geworden – da bleibt Zeit für ein Schwätzchen. Am Stand der Fischhandlung Feinkost Zeller aus Ostrach kommt das Gespräch auf ein vieldiskutiertes Thema: Klopapier. Eine Kundin wundert sich, warum das nun gehortet werde. Schließlich helfe es nicht gegen das neuartige Corona-Virus, essen könne man es nicht – und Lieferschwierigkeiten seien dabei auch nicht zu erwarten.

Noch keine Lieferschwierigkeiten

Lieferschwierigkeiten kennt auch Tanja Zeller noch nicht. "Wir werden täglich beliefert und das ist bislang beständig." Dass die Kunden etwas mehr mitnehmen als sonst, beobachtet aber auch sie: "Zwei bis drei Portionen", schätzt sie, während sie Garnelen, Lachs und die schönen Jakobsmuscheln für ihre Kunden verpackt. Hygiene wird in ihrer Branche schon immer groß geschrieben. Trotzdem wäscht sie sich noch öfter als bisher die Hände und desinfiziert regelmäßig.

Das tun auch Claudia Schäfer und ihre Kollegin, wenngleich ihre Ware – Bio-Eier, Äpfel, Birnen, Apfelsaft und Marmelade – einen Vorteil haben: "Man kann sie gut abwaschen vor dem Verzehr", betont sie. "Ich bin froh, dass die Beerensaison noch nicht begonnen hat."

Gegenüber bei der Gärtnerei Brobeil aus Geislingen verwenden die Verkäuferinnen Plastikschälchen, um das Geld ihrer Kunden entgegen zu nehmen und Restgeld herauszugeben. "Sachen, die man lagern kann, verkaufen sich derzeit besonders gut: Karotten, Kohl, aber auch alles andere", berichtet Madleen Neuburger. Wie ihre Kolleginnen und alle anderen Marktbeschicker trägt auch sie Handschuhe. Und sie haben ein Schild aufgestellt, bitten um Abstand der Kunden zueinander.

Abstand halten

Die Metzgerei Eisele aus Ostrach hat das besonders geschickt gelöst: Eingeschweißte Ware oder solche in Dosen steht in Körben bereit, mit denen Gänge vor dem Stand markiert sind. So können sich Kunden erst gar nicht zu nah kommen. "Alle halten vorbildlich Abstand, auch am Freitag in Tailfingen und auf anderen Märkten", berichtet Christine Eisele. "Man muss die Leute nicht darauf hinweisen." Sie hören von vielen Kunden, wie wichtig ihnen der Wochenmarkt gerade jetzt sei: "An der frischen Luft einzukaufen, ist vielen lieber als im Supermarkt."

Heinz und Ingeborg Roth sind von Meßstetten herunter gekommen, weil sie immer auf dem Wochenmarkt kaufen – "sonst ist es für uns kein Wochenende", betonen sie, und Heinz Roth fügt scherzhaft hinzu: "Leider ist die Evolution nicht so schnell, dass man längere Arme bekommt."

Mehrere Marktbeschicker berichten von Ravensburg, wo der Samstags-Wochenmarkt nun dreien unter der Woche weichen soll – mit jeweils bestimmten Warengruppen, um die Kundendichte zu entzerren. "Aber ob das klappt?", fragt sich eine Marktfrau. Eine andere spricht mit einem Kunden über das Thema Ausgangssperre. "Das sollen sie machen – sonst zieht sich alles nur noch länger hin, und das wäre für die Wirtschaft ganz furchtbar."

Die Marktbeschicker freilich haben mehr Glück, wie der Samstag zeigt. "Mehr Kunden, mehr Menge", kommentiert Dieter Frick vom gleichnamigen Kartoffelhof in Kleinstadelhofen knapp. "Und es sind auch Leute darunter, die sonst nicht da sind." Wird er Probleme bekommen, Erntehelfer zu finden angesichts von Reisebeschränkungen? "Kommt darauf an, wie es sich weiter entwickelt", sagt Frick. "Aber mehr als zwei brauchen wir gar nicht. Bei uns kommt viel Technik zum Einsatz."

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