Die Aussegnungshalle in Laufen reicht hinten und vorne nicht – am Ortschaftstag war sie Thema. Foto: Schwarzwälder Bote

Ortschaftstag: Den Laufenern bereitet ihre Aussegnungshalle und der Mangel an Bauplätzen Kummer

Albstadts Verwaltungsspitze macht derzeit Visite in den Ortsteilen; Laufen war ihre zweite Station. Beim Ortschaftstag nutzten 27 Bürger die Gelegenheit zum Gespräch mit OB Klaus Konzelmann, Baubürgermeister Udo Hollauer und Finanzbürgermeister Steve Mall.

Albstadt-Laufen. Wichtigste Themen auf der Agenda des Laufener Ortschaftstags waren die Aussegnungshalle und die Entwicklung von Baugebieten; zur bevorstehenden Sanierung der Eyachstraße, bei der die hohen Erschließungsbeiträge Anwohnerproteste hervorgerufen haben, gab es in der Bürgerfragestunde nur eine Anfrage, die den Ablauf der Bauarbeiten betraf.

Ausgangspunkt der Ortsbegehung war der Friedhof, der schon 2017 Station des Rundgangs gewesen war. Das Thema Aussegnungshalle wird heute wie damals kontrovers diskutiert. Durchschnittlich 30 bis 40 Trauergäste nehmen laut Ortsvorsteher Peter Landenberger in Laufen an Beisetzungen teil, und für die reicht der Platz in der Halle nicht aus, so dass ein Teil von ihnen im Freien steht, auch bei Wind und Wetter.

Die Laufener wünschen sich deshalb eine Art Pavillon oder Glasüberdachung vor der Aussegnungshalle – und sind ganz grundsätzlich der Meinung, dass etwas passieren muss: Seit 2017 seien lediglich die Wände neu gestrichen worden. "Ein Abschied in würdigem Rahmen ist nicht mehr möglich – der Unterschied zu Ebingen ist wie der von Tag und Nacht."

Was ist zu tun? André Simmacks Wunsch, die Verwaltung möge dem Ortschaftsrat bis zum 30. September mögliche Optionen unterbreiten, lässt sich laut Udo Hollauer nicht so schnell erfüllen.

Einen Neubau schloss der OB aus; zuvor hatte schon Wolfgang Bolkart die Ansicht vertreten, man müsse "nicht immer gleich alles abreißen und neu bauen". Klaus Konzelmann verwies darauf, dass immer mehr Trauerfeiern in Räumlichkeiten der Bestatter stattfänden und immer weniger auf Friedhöfen; in diesem Zusammenhang regte er an, die zwei Kühlzellen in Laufen zu einer große zusammenzulegen. Gemeinderat Martin Frohme könnte sich einen Anbau an das Untergeschoss vorstellen; Udo Hollauer teilte mit, eine Hallensanierung für 200 000 bis 250 000 Euro innerhalb der nächsten zwei Jahre sei denk- und machbar; doch habe der Gemeinderat das letzte Wort darüber.

Immerhin, noch in diesem Jahr soll das feuchte Gemäuer freigelegt und trockengelegt werden; dafür sind im laufenden Finanzhaushalt 50 000 Euro eingestellt. Hollauer versprach, dem Ortschaftsrat einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen vorlegen.

Anschließend führte der Rundgang über Hörnle- und Bigenweg ins Baugebiet "Buchenäcker II". Dort gibt es Wiesen, überwiegend in städtischem Besitz, auf welchen 20 bis 30 Bauplätze geschaffen werden könnten. Sie werden bitter benötigt: "Wir haben jede Menge Bauwillige, können aber keine Bauplätze anbieten", klagte Ortsvorsteher Peter Lan­denberger.

Im Gegenzug verwies der Baubürgermeister auf die aktuellen Albstädter Baugebiete: "Mehlbaum" in Ebingen und "Staig II" in Tailfingen mit jeweils rund 40 Bauplätzen, dazu "Auf Stocken" in Onstmettingen. "Sie müssen aber auch Laufen berücksichtigen – wir haben eine neue Kita und eine Grundschule, die wir halten wollen", erwiderte Stefanie Oehrle.

Hollauer: Es bleibt bei der Reihenfolge

Verständlich, fand Udo Hollauer – gleichwohl werde man sich an die festgelegte Reihenfolge halten. Was bedeutet, dass sich wohl frühestens 2024 etwas in Laufen bewegen dürfte. "Es wäre zunächst wichtig, in den Flächennutzungsplan zu kommen – das wird schwierig genug", kommentierte der OB und verwies auf die Linie der Landesregierung, die der Innenraumverdichtung den Vorzug vor neuen Baugebieten gibt. Worauf Uli Beilharz zu bedenken gab, wie wichtig Baugebiete seien, um ein Ausbluten in Richtung Balingen zu verhindern, und Martin Frohme von der "Riesenchance für Laufen", an der "Peripherielinie zum Zentralklinikum" neuen Wohnraum zu schaffen.

Für das überlastete Baudezernat bedeutet das freilich noch mehr Arbeit – Bürgermeister Hollauer verwies, nicht zum ersten Mal, auf die Personalprobleme im Stadtplanungsamt und den Mangel an Fachkräften. Was der OB bestätigte: Gewiss, es gebe Interessenten für ausgeschriebene Stellen, aber keine studierten, die mit dem deutschen Baurecht vertraut seien.

Immerhin sagte Udo Hollauer zu, dass sich das Liegenschaftsamt um den Kauf von Flächen bemühen werde, und OB Konzelmann versicherte. "Laufen liegt uns am Herzen; nicht umsonst haben wir die neue Kita für fünf Millionen gebaut. Wir möchten doch die Bürger hier halten."

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