Keine Spezialkenntnisse müssen Ehrenamtliche für die Hospizarbeit mitbringen: Nur ein großes Herz und eine ruhige Hand. Foto: Archiv

Hospizgruppe will auch Kinder- und Jugendhospizarbeit anbieten. Ehrenamtliche gesucht.

Albstadt-Ebingen - Neue Ehrenamtliche braucht die Ökumenische Ambulante Hospizgruppe Albstadt – und verstärkt daher ihre Öffentlichkeitsarbeit. So können Interessierte erfahren, dass Hospizarbeit nicht nur den Patienten viel gibt.

"Man blickt in die Augen eines Patienten, der im Sterben liegt, gibt ihm die Hand und zeigt ihm: Du bist nicht allein. Und seine Augen zeigen, wie dankbar er ist." So beschreibt Gertrud Mews-Korell das, was sie selbst und die bisher 23 Mitglieder der "Ökumenischen Ambulanten Hospizgruppe Albstadt und Umgebung" durch die Hospizarbeit zurückbekommen. Diese braucht nun weitere ehrenamtliche Mitarbeiter. "Nicht alle von uns sind beruflich flexibel, und Schwester Regina Birk, Einsatzleiterin und Koordinatorin der Hospizgruppe, braucht manchmal auch ad hoc Hilfe."

Innere Ruhe ist die wichtigste Gabe

Gleichzeitig will die Hospizgruppe künftig auch Kinder- und Jugend-Hospizarbeit anbieten und ab 2012 auch entsprechend ausbilden. Um Interessierte darüber zu informieren, was Hospizarbeit bedeutet, finden am Dienstag und Donnerstag, 13. und 15. September, Informationsabende statt. Wer einsteigen möchte, kann einen Ausbildungskurs beginnen, danach ein Praktikum und einen Vertiefungskurs absolvieren.

Was sollten Ehrenamtliche in der Hospizarbeit mitbringen? "Innere Ruhe" sei eine wichtige Voraussetzung, sagt Gertrud Mews-Korell. "Man sollte die Menschen um ihrer selbst willen mögen und in der Lage sein, ihnen jene Ruhe zu vermitteln, die sie selber in dieser schwierigen Lebenslage nicht haben." Die Belohnung, so die Vorsitzende des Fördervereins, sei das Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein – eine intensive Situation, die oft auch für die Mitarbeiter traurig sei. Aber eben auch sehr oft "stimmig".

Bewusster, intensiver nehme sie selbst das Leben wahr, seit sie in der Hospizarbeit tätig sei, sagt Gertrud Mews-Korell. Und: Die schönen Momente genieße sie nun mehr als früher. So bekomme man durch die Hospizarbeit auch viel zurück, betont Gertrud Mews-Korell und hofft, weitere Interessenten dafür zu finden.

Wissenswertes über Hospizarbeit

Zwei Informationsabende veranstaltet der Förderverein Ökumenische Ambulante Hospizarbeit Albstadt und Umgebung in der kommenden Woche:

- Bei einem Filmabend am Dienstag, 13. September, ab 19 Uhr in der Augustenhilfe sehen die Teilnehmer den Film "Vom Gehen und Bleiben", den die Hospizgruppe Balingen gedreht hat. Er informiert über Hospizarbeit im Allgemeinen und richtet sich sowohl an Personen, die mitarbeiten wollen, als auch an Menschen, die mehr darüber erfahren möchten.

- Ein Informationsabend für alle, die in der Hospizgruppe mitarbeiten wollen, beginnt am Donnerstag, 15. September, um 18 Uhr im Spitalhof Ebingen. Mit dabei sind Schwester Regina Birk, Einsatzleiterin der Hospizgruppe, Pfarrerin Gisela Pulwitt-Schröder und Fördervereins-Vorsitzende Gertrud Mews-Korell.

- Die Ausbildungskurse im Spitalhof, die im Oktober beginnen, umfassen neun Abende, ein Praktikum in den Sozialstationen oder einem Pflegeheim im Frühjahr 2012 und einen Vertiefungskurs mit sechs Abenden und einer Woche im Jahr 2012.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: