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Albstadt Wenn die Carmen mit dem Lohengrin

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Ein gutgelauntes Trio: Pfarrerin Marlies Haist, Organist Hans-Peter Merz und Kontrabassist Hendrik Fuß erheiterten die Konzertbesucher in der Thomaskirche. Foto: Bender Foto: Schwarzwälder Bote

Andächtiges Lauschen gilt hierzulande als angemessenes Verhalten im Kirchenkonzert – dass es auch anders geht, zeigte am Sonntag das "Heitere Konzert zur Faschingszeit" in der Thomaskirche. Da wurde oft herzlich gelacht.

Albstadt-Ebingen. Das Publikumsinteresse war noch größer als erwartet: Es musste nachbestuhlt werden, und auf den Bänken rückte man enger zusammen, damit doch noch alle einen Platz fanden. Auf dem Programm stand eine bunte und launige Mischung aus Musik und Lesung, der Pfarrerin Marlies Haist jedoch einige ernste Worte zum Hanauer Terroranschlag vorausschickte. "In der Welt gibt es nicht viel zu lachen; Hass und Menschenfeindlichkeit nehmen zu. Setzen wir ein Zeichen." Guter Humor sei, wenn man mal von sich selbst absehe und über sich selbst lachen könne, wenn man imstande sei zu leben und leben zu lassen.

Witze aus dem Tierleben und über Berufsfelder

Gelegenheiten zum Lachen ergaben im weiteren Verlauf des Abends zwanglos. Etwa über Witze aus dem Tierleben und zu bestimmten Berufsgruppen wie zum Beispiel der Geistlichkeit. Oder über Hans-Peter Merz’ Fantasie zum Choral "Singet dem Herrn ein neues Lied", die er auf der Orgel spielte und die durchaus anders klang als sonst, nämlich fast schon wie Tanzmusik. Ungewohnt, aber sehr unterhaltsam.

Mit seinem großen Kontrabass stand Hendrik Fuß vor dem Altar, gab Gedichte von Wilhelm Busch zum Besten und untermalte die Rezitation mit Melodien oder Tonfolgen, die sehr launig einherkamen. Die "Valse miniature" mit Orgel und Kontrabass erinnerte an Kaffeehausmusik, die "Sortie in Es-Dur" auf der Orgel an Jahrmarktsmusik; zu "Walking the Blues" musste das Publikum den Takt mitschnipsen – man wähnte sich unversehens in einer verrauchte Kellerbar.

Beim "Hochzeitsmarsch extraordinaire" wiederum blickte man unwillkürlich nach hinten, gefasst darauf, die Brautleute zu erblicken – doch dann vernahm man plötzlich den Brautchor aus Wagners "Lohengrin", "Blaze away" von Abe Holzmann, "Liberty Bell" von John Philipp Sousa, die "Leichte Kavallerie" von Franz von Suppé und natürlich "Auf in den Kampf, Torero" aus Georges Bizets "Carmen". Großes Gelächter – was für eine Mixtur! Und dann war da noch der Klassiker, Papagenos Arie aus Mozarts "Zauberflöte": "Der Vogelfänger bin ich ja" – Orgel und Kontrabass harmonierten perfekt, und die Melodie ist ohnehin wunderschön.

Fazit: Es war schon etwas ganz Besonderes und äußerst Humoriges, was die beiden Musiker da mit ihren Instrumenten zauberten. Und auch die Pfarrerin trug mit viel Witz zum Gelingen des heiteren Konzert bei. "Fortsetzung folgt – im nächsten Jahr", versprach Marlies Haist. Schade, dass man so lange darauf warten muss.

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