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Albstadt Weimer: "Wie ein Blick ins Paradies"

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Markus Roth, Eckhard Hofele, Michael Weimer, Doris Schreyeck und Susi Hofele genießen den weiten Blick von der Kreuzigungsgruppe auf dem Bühl, die sie mit weiteren Helfern 2016 geschaffen haben. Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Seit zehn Jahren gibt es die Stiftung "Wegzeichen" – Grund genug für Kameramann Matthias Franz von der Diözese Rottenburg-Stuttgart, zwei markante Wegzeichen in Lautlingen zu filmen und sie einem größeren Publikum bekannt zu machen.

Albstadt-Lautlingen. Viel über Land fahren muss Gebhard Fürst in seiner Funktion als Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Und dabei sei ihm aufgefallen, dass an vielen Wegzeichen des Glaubens der Zahn der Zeit genagt habe und dass es am Wegesrand mehr Kreuze für Verunglückte gebe als solche zum Innehalten und Beten. Deshalb habe Fürst vor zehn Jahren die Stiftung Wegzeichen ins Leben gerufen, berichtet Diakon Michael Weimer.

Auch die von ihm gegründeten Vinzentinischen Ersthelfer Albstadt haben Geld aus der Stiftung erhalten und es in besonders schöne Projekte investiert, was ein Film von Matthias Franz, Mitarbeiter der Stabsstelle Mediale Kommunikation des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg, nun zeigt. Ende Juli war Franz in Lautlingen und hat Weimer und Doris Schreyeck am Meditationsgarten vor der Kirche St. Johannes Baptista gefilmt. Auch dort stehen Glaubenszeichen – ein Kreuz natürlich und die weiße Marienstatue. Wer durch das Labyrinth, bestückt mit duftenden Kräutern, wandelt, erreicht in der Mitte das Wasser des Lebens, den Quell, der laut Weimer sinnbildlich steht für Jesus Christus – und der an einem heißen Tag wie diesem besonders gut tut.

Erst danach wird es richtig anstrengend, denn Matthias Franz steigt – die Kameraausrüstung inklusive – mit einer kleinen Gruppe den Bühl hinauf, an den Wegzeichen des Vinz-Kreuzweges entlang. Mit dabei sind neben Doris Schreyeck und Michael Weimer auch Susi Hofele, die im Wortsinn regelmäßig Bewegung in die Seniorengruppen der Vinzentinischen Ersthelfer bringt, sowie Eckhard Hofele und Markus Roth. Vor der Kamera erzählen sie, wie vor gut zwei Jahren die Pläne für den Vinz-Kreuzweg entstanden waren.

Beim Feierabend-Bier hatten Weimer, Hofele und Roth da oben gesessen, den herrlichen Ausblick über Lautlingen genossen und die Idee geboren, den alten Kreuzweg – damals mit Wegzeichen aus Tuffstein – wieder zu reaktivieren. Ein Soldat namens Meier, so hat Heimatforscher Hofele herausgefunden, habe ihn anlegen lassen, nachdem er unversehrt aus dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 wieder heimgekehrt war, und in den 1930er-Jahren seien die Kreuzwegstationen zerstört worden – vermutlich von Meßstetter Lausbuben.

Ein Puzzlespiel auf dem Kreuz zeigt: "Du gehörst dazu!"

Weil Papst Franziskus das Jahr 2016 als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hatte, wollten die Vinzentinischen Ersthelfer die Kreuze mit Symbolen bestücken, die für die sieben Werke der Barmherzigkeit stehen. So symbolisiert ein Puzzle "Du gehörst dazu", ein Kopfhörer "Ich höre Dir zu", eine Sprechblase "Ich rede gut über Dich", ein Schuh "Ich gehe ein Stück mit Dir", ein Brot "Ich teile mit Dir", ein Boot "Ich besuche Dich" und ein Rosenkranz "Ich bete für Dich".

Drei arbeitsintensive Wochenenden lang habe es gedauert, den Kreuzweg mit vielen Helfern aufzubauen, berichtet Markus Roth, dessen Schafe dafür sorgen, dass die Wegzeichen nicht hinter Gras verschwinden. Ebenso wenig wie die drei Tuffsteine, die drei Heiligen gewidmet sind: Mutter Teresa, dem Heiligen Franziskus und natürlich Vinzenz von Paul, dem Namensgeber der Ersthelfer, und seinem Motto "Erbarmende Liebe erobert die Welt".

An diesem heißen Julitag sind Matthias Franz und seine Begleiter schon froh, als sie den Bühl erobert haben. Dort oben stehen – buchstäblicher Höhepunkt des Vinz-Kreuzweges – drei Kreuze, von denen der Blick in alle Richtungen schweifen kann, wie Weimer betont. "Hier den Sonnenaufgang zu erleben – das ist fast, als ob man ins Paradies schaut."

Den Wink mit dem Zaunpfahl schmuggelt der Diakon hinein

Mit den Kreuzen im Hintergrund erzählt Weimer von den vielen Wegzeichen, welche die Vinzentinischen Ersthelfer in Albstadt schon hinterlassen haben, spricht über die Pläne für die Pflegeoase im ehemaligen Pfarrhaus, die der Pflege neue Wege eröffnen soll, und vergisst nicht den Wink mit dem Zaunpfahl Richtung Diözese: Geld braucht Weimer noch dafür.

Dann steigt die Gruppe wieder hinab von diesem Platz, der dem Himmel ein bisschen näher zu sein scheint als andere – nicht nur der Topografie wegen.

Weitere Informationen: https://www.youtube.com/watch?v=-CkrXz5Wbfk http://www.drs.de/service/mediathek.html

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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