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Albstadt Was Ebingen mit Ecuador verbindet

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Viele Jahre ist es her: Dieses Gruppenbild zeigt Michael Günther mit damaligen Heimkindern des "Jardin del Eden". Foto: Gonzalez Foto: Schwarzwälder-Bote

Im Jahr 1992 arbeitete der junge Ebinger Michael Günther mehrere Monate lang in einem Kinderheim in Ecuador; nach seiner Rückkehr baute er einen Spender- und Unterstützerkreis für den "Jardin del Eden" – so hieß das Haus – auf. Die Initiative wird in diesen Tagen 25 Jahre alt.

Albstadt-Ebingen (mak). Die Gründung des "Garten Eden" – so heißt das Heim auf Deutsch – lag, als Michael Günther nach Ecuador kam, drei Jahre zurück, und die Verhältnisse, die dort herrschten, waren ungeachtet des Namens nicht unbedingt paradiesisch: Die zwölf bis 15 Kinder, die im "Jardin" wohnten, waren in einem notdürftig hergerichteten früheren Hühnerstall untergebracht, dessen Wohnkomfort freilich viel größer war als der ihrer vormaligen Bleibe: Roberto Altamirano und Anita Con­stante, die beiden Heimgründer, hatten "ihre" Kinder von der Straße geholt , wo diese tagtäglich ums Überleben kämpften. Oder aber aus dem Gefängnis: Dort waren Halbwüchsige in mit alten Zeitungen und Kartonpappe ausgelegten Räumen eingepfercht, und zwar nicht etwa, weil sie selbst kriminell gewesen wären, sondern weil ihre Ernährer einsaßen. Ihre neuen Lebensverhältnisse waren, damit verglichen, überaus human, dem Freiwilligen aus dem fernen Alemania erschienen sie dennoch primitiv.

Geldmangel war das größte Problem, und so machte sich Michael Günther, nach Albstadt heimgekehrt, auf die Suche nach potenziellen Gönnern für den "Jardin". Mit Erfolg: Die Spenden ermöglichten es Altamirano und Constante, nicht nur neue Unterkünfte zu errichten und den Wohn- und Betreuungsstandard zu heben, sondern auch mehr Kinder aufzunehmen – inzwischen sind es rund 60: ehemalige Straßen- oder Gefängniskinder, Kinder, deren Eltern zu arm sind, sie zu ernähren, und nicht zuletzt Jugendliche in Ausbildung – der "Jardin" hat sich die Förderung von Bildung jedweder Art auf die Fahnen geschrieben.

Und zwar nicht nur vor Ort, sondern auch in den Dörfern im Hinterland: Pantaleo, wo der "Jardin del Eden" zu Hause ist, liegt 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Quito am panamerikanischen Highway – in Pujili hingegen sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht; der Ort liegt 4000 Meter überm Meeresspiegel im Andenhochland. Viele Kinder in den entlegenen Provinzen wachsen ohne Schulbildung und nicht selten vater- oder elternlos heran, doch im "Chaka Wasi", dem "Brückenhaus" in Pujili, erhalten Jugendliche eine Bleibe, Betreuung und Unterricht in einer weiterführenden Schule, dem Colegio. Danach haben sie, wie die Kinder im "Jardin", ganz andere berufliche Möglichkeiten. Von Pujili aus werden zudem Kinder im Andendorf Casa Quemada betreut und Ergänzungsunterricht, Musikerziehung und ein Bibliotheksbetrieb an der dortigen Grundschule angeboten.

Michael Günther kam 2000 bei einem Kletterunfall ums Leben; sein Vater Rainer Günther trat sein Erbe als Unterstützer des "Jardin del Eden" an und gründete die Michael-Günther-Stiftung. Diese überweist derzeit monatlich 7500 Euro nach Ecuador; für jedes Kind im Kinderheim erhält der "Jardin" 70, für jeden Jugendlichen 140 Euro pro Monat. Der Kreis derer, die das Heim finanziell unterstützen, zählt heute mehrere hundert Köpfe; die Hälfte der Gönner ist in Albstadt und seiner Umgebung zu Hause, der Rest im Oberland und in Sachsen. Die einen spenden sporadisch, andere per Dauerauftrag; das Gymnasium Ebingen, an dem Rainer Günther unterrichtete und Michael Günther Abitur machte, steuert verlässlich die Erlöse von Weihnachtsbasaren und anderen Veranstaltungen bei und ist bis heute das mit Abstand größte Spenderzentrum für den "Jardin".

Aus diesem Grund wird die Michael-Günther-Stiftung am morgigen Freitag, 15. Dezember, dort ihr Jubiläum feiern. Auf dem Programm stehen Musik, Reminiszenzen, Information und ein Stehempfang; Beginn ist um 18.30 Uhr in der Mensa.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

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