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Albstadt Wahlfreiheit bitte!

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Foto: Schwarzwälder Bote

Was ist Digitalisierung? Was hat sie mit Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher zu tun? Und: Muss man da mitmachen? Ein Thema, das Schlagzeilen und Wahlkampagnen beherrscht, die Wirtschaft umtreibt und die Bildungslandschaft aufmischt, verunsichert aktuell viele Menschen – schon weil es sehr umfassend in alle Bereiche des Lebens hinein wirkt und damit nicht so recht greifbar ist.

Um so wichtiger war es, dass die Disputanten in der "Albwerkstadt" sich auf Einladung der CDU damit beschäftigt haben. Denn die Diskussion war nicht nur gespickt mit interessantem Hintergrundwissen, sondern auch mit mutmachenden Aussagen der sechs Fachmänner. Dass keine einzige Frau darunter war, als ob es nicht auch Expertinnen zu diesem Thema gäbe, war der einzige Schönheitsfehler des Abends im "Schiller".

An diesem ist aber auch eines klar geworden: Digitalisierung muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Was das konkret bedeutet, hat kürzlich ein Beitrag in der ZDF-Sendung "WiSo" nachvollziehbar gemacht. "Smart Homes" waren Thema, also Wohnhäuser, die mehr können, als Regen und Wind abzuhalten. Schon groß ist die Zahl derer, denen es neue Techniken ermöglichen, zwei Stunden vor der Heimkehr die Heizung anzuschalten und die Sauna anzuheizen. Rollläden bewegen sich per Klick auf dem Smartphone, und dessen Besitzer kann dort auch ablesen, ob er daran gedacht hat, die Balkontür zu schließen, ehe er das Haus verließ.

Einbrecher freuen sich über solche Techniken – zumal wenn die Hausbesitzer keine Sicherheitsschranken hochgezogen haben. Dass das auf viel zu viele Smart-Home-Bewohner zutrifft, hat der Experte im Fernsehbeitrag nachweisen können und auch den Bewohnern selbst einen gehörigen Schrecken eingejagt, als er ihnen die Sicherheitslücken demonstrierte.

Wer solche Technik nicht nutzen will, weil er eine Fußbodenheizung und gar keine Sauna hat, weil er zuverlässig die Balkontür überprüft, ehe er geht, und es nicht seinem Kühlschrank überlassen will, jeden daraus entnommenen Joghurt ungefragt nachzubestellen, der muss das nicht tun, denn es gibt analoge Alternativen und Haustechnik ohne Eigenleben. Noch. Doch schon wer heute versucht, ein neues Auto ohne Schlüssel-Fernbedienung und die damit verbundenen Sicherheitsrisiken zu kaufen, dem schwant es: Wie mehr und mehr Beispiele zeigen, schreiben uns Hersteller bereits jetzt vor, dass wir diese herrliche Innovation gefälligst zu wollen und zu nutzen haben. Im Beispiel Smart Home könnte das irgendwann bedeuten, dass Bewohner sich aufwendig mit Sicherheitsmaßnahmen beschäftigen müssen, um sicherzustellen, dass die Technik, die sie gar nicht brauchen, zum Sicherheitsrisiko wird.

Um es deutlich zu sagen: Digitalisierung und die damit verbundenen Chancen sind eine tolle Sache, können uns vieles erleichtern und abnehmen, bieten uns faszinierende Möglichkeiten, ob im Beruf oder im Alltag. Wünschenswert ist freilich, dass die Entwickler solcher Technik darauf achten, was notwendig und sinnvoll, was Spielerei und was völlig unnötig ist, mehr Aufwand als Nutzen verursacht. Der Prozess der Digitalisierung wird nur dann ein verträglicher sein, wenn der Mensch die Wahl behält. Und die Kontrolle.

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