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Albstadt Wahlfragen: Demokratie in Aktion

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Wunderte sich: Roland TralmerFotos: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Gegenkandidaten erlaubt? Geheime Wahl nötig oder nicht? Diese Frage hat den Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt – in einer munteren Diskussion.

Albstadt. Eine Grundsatzdiskussion hat sich im Gemeinderat an der Wahl eines Vertreters und seines Stellvertreters in die Verbandsversammlung des kürzlich gegründeten Zweckverbands Industrie- und Gewerbepark Zollernalb entzündet. Dort vertritt Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und als sein Stellvertreter der Erste Bürgermeister Udo Hollauer die Stadt zusammen mit einem Mitglied des Gemeinderats.

Roland Tralmer, Chef der CDU und damit der größten Fraktion, schlug deren Mitglied Lambert Maute vor, Grünen-Fraktionschefin Susanne Feil setzte Jürgen Kiefer auf die Wahlliste – und beantragte geheime Wahl, was eine Auszählung notwendig machte. Die man sich hätte sparen können, hätten sich die Grünen an eine seit vielen Jahren übliche Gepflogenheit gehalten, wie Tralmer – spitz und nicht mehr ganz die Ruhe selbst – anmerkte. Demnach geht es bei der Verteilung derartiger Posten nach der Größe einer Fraktion. Wollte man künftig in jeder konstituierenden Sitzung nach einer Kommunalwahl einen solchen Aufwand für die Besetzung all der Ausschuss- und Aufsichtsratsposten betreiben, "müssten wir tagelang abstimmen", so Tralmer. Dieses Verhalten, so fügte er noch hinzu, habe das Vertrauen in die Grünen, das diese doch immer für den Umgang im Gemeinderat einforderten, "massiv gestört".

Als nächster meldete sich Jürgen Kiefer zu Wort und unmittelbar nach ihm die vor ihm sitzende Susanne Feil. Als Oberbürgermeister Klaus Konzelmann zuerst Kiefer das Wort erteilte – wenn der Sitzungsvorsitzende Rederecht vergibt, geht es nach dem Windhundprinzip – monierte Feil, hatte sie Kiefers Hand doch nicht nach oben schnellen sehen, auch gestikulierend. "Herr Kiefer hat sich zuerst gemeldet und ist zuerst dran, da brauchen Sie nicht fuchteln", kommentierte Konzelmann. Jürgen Kiefer, berührt von Tralmers grundsätzlichem Lob für seine Mitarbeit im Gremium und dessen Wertschätzung, wollte freilich nur betonen, dass es ihm nicht darum ginge, "diesen Posten zu bekommen". Die Möglichkeit zu bieten, dass das Gremium eine Wahl habe – darum sei es seiner Fraktion mit ihrem Vorschlag gegangen.

Susanne Feil erklärte, dass die E-Mail mit dem Aufruf der Stadtverwaltung zwar am 8. Oktober eingetroffen sei, es aber bis nach der Fraktionssitzung am Dienstag gedauert habe, bis die Grünen ihre Antwort mit ihrem Kandidatenvorschlag versenden konnten. Von keiner anderen Fraktion sei keine Rückmeldung – im Klartext: auch kein Widerspruch – gekommen. Dass Roland Tralmers Vertrauen in die Grünen durch den Vorgang erschüttert sei, verstehe sie freilich nicht. Wäre es nicht erlaubt, dass auch kleinere Fraktionen Vorschläge machten, brauche die Stadt künftig auch nicht mehr danach zu fragen.

Die geheime Wahl jedenfalls brachte am Ende Lambert Maute die Aufgabe ein, die Verbandsversammlungen zu besuchen. Zu seiner Stellvertreterin wählten die Stadträte Manuela Heider, die Chefin der zweitgrößten Fraktion Freie Wähler. Ganz ungeheim mit Handzeichen.

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