Untote in Feierlaune: Gruselige Gestalten tanzen an Halloween in zwölf Lokalen in Ebingen um die Wette.
Albstadt-Ebingen - Halloween hat viele Gesichter. Das galt bei der Albstädter Kneipennacht am Freitag nicht nur für die Kostüme der Gäste, sondern auch für das musikalische Angebot in zwölf teilnehmenden Ebinger Lokalen.
Wie lehrgefegt liegt die Ebinger Marktstraße da, dunkel und still, nur von einigen Laternen erhellt. Eine Gruppe Jugendlicher schlendert lachend durch die Straßen. Aus den Kneipen tönt Live-Musik. Von Halloween ist hier nicht viel zu spüren. Das ändert sich schlagartig, tritt man durch die Türe ins "Leos". Dicke, weiße Spinnweben spinnen sich dort über der Theke, und große leuchtende Kürbisse grinsen aus zahnlosen Mündern von Fensterbänken herab. Die Untoten sind in Feierlaune: Hexen, Zombies und Vampire wippen ausgelassen zur Musik, und laufend drängen neue Gruselgestalten in die Bar.
Dazwischen versuchen sich geschäftige Servicekräfte ihren Weg durch das Partyvolk zu bahnen. Sie tragen alle die gleichen Schnewittchenkostüme, ihr Haar ist verstrubbelt, die Haut bleich, und falsches Blut rinnt ihnen aus den Augen und über beide Wangen. Die Stimmung sei "O.k.", stellt Sänger John Noville fest. Mit seiner Gute-Laune-Musik sorgt der "The-Voice-Of-Germany"-Teilnehmer aus Barbados für einen starken Kontrast zu der gruseligen Atmosphäre.
Das "Leos" ist nur eines der zahlreichen Lokale, in denen Halloween und Kneipennacht sich mischen. Zum dritten mal hat sich die ganze Stadt in eine gruselige Musik- und Partymeile verwandelt. Dabei treten in zwölf Ebinger Bars Bands von nah und fern auf und sorgen für ein breites Angebot an unterschiedlichsten Musikrichtungen.
Gänsehaut bekommen die Gäste auch im "Carlos". Dort liegt das freilich nicht an der Dekoration, sondern an der wunderschönen Musik. Das Publikum steht eng gedrängt, um den ruhigen Liedern der Band "All about Davenport" zu lauschen. Mit Gitarre, Piano und zwei gefühlvollen Stimmen interpretieren Nicole Martin und Michael Sisto individuell arrangierte Pop- und Soulstücke, die unter die Haut gehen. Im Café "Da Enzo" wiegt sich derweil ein Vampierpärchen eng umschlungen zur Musik. Um sie herum wirbeln geübte Tänzer über das Parkett, und im Hintergrund singt "Franky" Schlager und Klassier von Andrea Berg bis Stevie Wonder. Der Entertainer ist kein Unbekannter in der Albstädter Kneipennacht: Schon in den vergangenen Jahren hat er mit seinen tanzbaren Stücken zum Gelingen beigetragen.
Getanzt wird auch im "El Castillo", zumindest auf der Bühne. Dort schwingen die Musiker der Band "Mulato" die Hüften zu feurigen, karibischen und lateinamerikanischen Rhythmen. Echte Halloweenstimmung herrscht nicht – stattdessen lässt es sich unter Palmen, bei Cocktails und Tortillas von der mexikanischen Sonne träumen.