Ebinger Marktmusik: Drei Orgelschüler glänzen zum Ende der Saison 2021
"Musik, die uns vieles hat vergessen lassen": Doris Burgmann vom Kirchengemeinderat hat es trefflich beschrieben, das letzte Ereignis in der kurzen, aber hochkarätigen Saison der Ebinger Marktmusik.
Albstadt-Ebingen. Auch die Schüler sind schon Meister, wie sich herausgestellt hat beim letzten Konzert der Marktmusik-Saison 2021 in der Ebinger Martinskirche. Ulrike Klie, Lehrerin aus Stetten am kalten Markt, absolviert ihre C-Ausbildung zur nebenberuflichen Kirchenmusikerin und nimmt dazu Unterricht bei Martinskantor Steffen Mark Schwarz – mit Erfolg: Sie glänzte mit Meisterwerken aus drei Jahrhunderten, Johann Sebastian Bachs Praeludium et fuga in g BWV 558, seinem Pedal-Exercitium in g BWV 598, Gustav Adolf Merkels "Schmücke dich, o liebe Seele" und "Liquide" vom jungen Zeitgenossen Mathias Rehfeldt aus seinen neun liturgischen Cutscenes – eine Bandbreite, die ihr Gelegenheit gab, von origineller Registrierung über flinke Fingerfertigkeit bis zu melodischem Feingefühl mit ihren Fähigkeiten zu glänzen. Das Glitzern der Tonperlen in Rehfeldts ausgefallener Komposition, die tanzenden Klänge und die singenden Pfeifen machte Klie förmlich zum Sommertagserlebnis.
Maxim Drömer lernt sein Hand- und Fußwerk an der Königin der Instrumente bei Bezirkskantor Nicolai Ott. Als Tübinger Biochemie-Student hat er erst spät den Weg vom Klavier über Gitarre und E-Bass zur Orgel gefunden und verblüffte damit, wie souverän er die riesige Rensch-Orgel beherrscht – nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen, die bei Bachs Praeludium et fuga in c BWV 549 richtig auf den Pedalen tanzen dürfen. Nicht anders die Hände, die gegenläufig zum Einsatz kommen, als wäre es das Einfachste auf der Welt.
Bis die Klangkaskade schließlich versiegt und kurze Stille überleitet zu Joscha Kremsler, ebenfalls ein Ott-Schüler, zudem Pianist und Klarinettist, als der er mehrfach Bundespreise bei "Jugend musiziert" gewonnen hat. Mit Dietrich Buxtehudes Praeludium, fuga et ciacona in C BuxWV 137 hätte er das mühelos auch an der Orgel geschafft, so perfekt wie er die schnellen Tonfolgen zelebrierte.
Die Bandbreite des Instruments des Jahres 2021 auszureizen vermag auch Kremsler nicht – wie alle vor ihm –, doch sich ihrer bestmöglich zu bedienen, ist ihm gelungen. Kremsler zelebrierte die Polyphonie der Rensch-Orgel mit flinkem Fingersatz und machte schon einmal Lust auf das Jubiläumsjahr der Rensch-Orgel, die 2022 dann 20 Jahre alt wird.
Dann wird die Saison der Marktmusik – so hoffen die Fans der Konzertreihe – wieder von Ostern bis zu den Sommerferien dauern und Steffen Mark Schwarz seine guten Beziehungen zu befreundeten Künstlern in Stadt, Land und Republik abermals nutzen, um dem Albstädter Publikum besondere Konzerterlebnisse zu bescheren, wofür ihm Doris Burgmann ausdrücklich dankte.