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Albstadt Und täglich grüßt Nils Nager

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Foto: Schwarzwälder Bote

"Und täglich grüßt das Murmeltier": Der Filmhit erzählt die Geschichte eines mürrischen Meteorologen am Murmeltiertag in Punxsutawney, wo Murmeltier Phil durch sein Verhalten vorhersagt, ob es einen frühen Frühling geben wird. Den Tag erlebt er so oft, bis er vom Misanthropen zum Menschenfreund mutiert ist.

Murmeltiere gibt es in Albstadt keine. Die Souvenir-Reihe "Albstadt-Liebe" hat das Schaf (Mia Mäh), die Fledermaus (Fred Flatter) und den Biber (Nils Nager) als typische Tiere für Albstadt ausgemacht, und abgesehen von der Schafskälte, die uns derzeit schlottern lässt, scheint deren Einfluss auf das Wetter minimal zu sein. Das Gefühl, wie der miesepetrige Wetteransager in einer Zeitschleife festzuhängen, kann man – auch ganz ohne Murmeltier – in Albstadt dennoch hin und wieder erleben. Besonders wenn man dem Gemeinderat angehört und dort zur fraktionsübergreifenden Gruppe derer zählt, denen Haushaltsdisziplin wichtig ist.

Einmal mehr sind in der jüngsten Sitzung Projekte auf der Tagesordnung gestanden, die deutlich teurer werden als zuvor veranschlagt worden war. Auf 636 887 Euro summieren sich zum Beispiel die Mehrkosten für die energetische Sanierung der Grundschule Langenwand und auf 171 017 Euro die der energetischen Sanierung der Sporthalle nebenan. Da mag die Schule noch so sehr das energetisch modernste Gebäude im Besitz der Stadt sein: Wenn die Gesamtkosten eines Sanierungsprojektes um 25 Prozent überzogen werden, dann schlägt das dem Fass den Boden aus und dem Stadtsäckel ein mächtiges Loch in den Stoff.

Wann es angefangen hat, dass die Gemeinderäte immer wieder Kostenüberschreitungen monieren mussten – daran dürften sich nur noch die Älteren erinnern. Aber wie heißt es doch so schön und richtig: Besser spät als nie! Angesichts des horrenden Sanierungsstaus und der coronabedingt beginnenden, vermutlich langen Durststrecke, die mit Blick auf die städtischen Finanzen vor uns liegt, wäre es jetzt keinen Tag zu früh, dieses Problem mal abzustellen.

Klar. Kostenüberschreitungen können vorkommen, und wer schon mal ein älteres Gebäude saniert hat, weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell das passieren kann. In Albstadt scheint es inzwischen allerdings mehr die Regel als die Ausnahme zu sein, dass Planer sich im Vorfeld verkalkulieren. Erstaunlicherweise weit häufiger zu Ungunsten der Stadt denn zu ihren Gunsten – nicht nur bei Sanierungen.

Der sprichwörtliche schwäbische Häuslebauer könnte es sich nicht leisten, so vorzugehen. Wer baut oder saniert, der weiß, dass er einen Puffer für Unvorhergesehenes einplanen muss. Wie wär’s denn mal damit? Thilo Frizenschaf von der WSA-Fraktion hat sicherheitshalber schon mal nachgefragt, ob "wir in Zukunft von Anfang an 30 Prozent hinzurechnen müssen".

Vielleicht sollten sich die Stadträte aber auch mal die Frage stellen, was sie dazu beitragen können, um solche Überschreitungen wieder zu Ausnahmen zu machen. Hat nicht der Gemeinderat das Budgetrecht? Anders als dem US-Wetteransager im Film wird es den Stadträten jedenfalls nichts nützen, bessere Menschen zu werden. Uns Albstädtern ist es egal, ob wir von Philanthropen regiert werden – Hauptsache, sie halten das Geld zusammen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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