Kaufland bietet in einer Filiale im Südwesten Videosprechstunden durch Ärzte an. Unsere Redaktion hat nachgefragt, ob es es solch ein Angebot auch im Zollernalbkreis geben könnte.
Hausärzte sollen auf vielfältige Weise aufs Land gelockt werden, etwa durch die Landarztquote. Dennoch: Häufig sind die Wartezeiten lang, die Wege für Patienten weit, immer wieder finden Ärzte keinen Nachfolger. Einen neuen Weg geht nun die Supermarktkette Kaufland. Im nordwürttembergischen Mosbach kooperiert das Unternehmen dafür mit einem Klinikbetreiber.
Dort wird Telemedizin angeboten. Patienten werden digital zugeschaltet. „Danach können sich Patienten in einem kleinen, schalldichten Raum per Video mit dem Arzt unterhalten und auch Rezepte bekommen“, berichtet Kaufland.
Medizinische Fachangestellte sind ebenfalls vor Ort, außerdem werden Zusatzleistungen für Selbstzahler im Bereich der Prävention angeboten.
„Weitere Angebote und Dienstleistungen bereitstellen“
Im Zollernalbkreis betreibt Kaufland drei Standorte: zwei in Albstadt-Ebingen und einen in Hechingen. Das Ebinger Kaufland in der Kientenstraße soll 2026 abgerissen und später neu gebaut werden; der letzte Öffnungstag naht.
Dass in diesem neuen Kaufland oder in einem der beiden anderen künftig Telemedizin angeboten werden könnte, schließt die Kaufland-Pressestelle auf Anfrage nicht aus.
Demnach sehe das Unternehmen „in unseren Vermietungsflächen auch in Zukunft großes Potenzial, um unseren Kunden neben dem Wocheneinkauf weitere Angebote und Dienstleistungen bereitzustellen“.
Ein konkretes Thema sei „die ärztliche Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen“. In Mosbach sollen nun Erfahrungen gesammelt werden, wie die Kunden das Angebot annehmen. „Die Ergebnisse dieses Praxistests werden uns zeigen, ob und unter welchen Bedingungen eine Ausweitung des Konzepts auf andere Standorte sinnvoll ist.“
Kaufland: Neubau über zwei Jahre
Wie genau der neue Kaufland-Standort in Albstadt-Ebingen künftig aussehen soll, steht indes noch nicht fest. Was eine Vorstellung der Baupläne betrifft, hatte Kaufland im Oktober um Geduld gebeten. Dass es zu einer Änderung zu den 2023 im Gemeinderat Albstadt vorgestellten Pläne kommen wird, scheint indes klar.
Die Abrissarbeiten starten – so die Planung – im Februar. Kaufland geht davon aus, „dass die Arbeiten inklusive Neubau etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen“. 2028 dürfte das neue Kaufland also stehen – ein zusätzliches Arztangebot nicht ausgeschlossen.