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Albstadt Unbekannte zerstören Biberbau mit Traktor

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Auf die Ruine des Biberbaus weist der Finger des Kreisbiberbeauftragten Heinz-Dieter Wagner – so etwas hat er noch nicht erlebt. Foto: Kistner

Albstadt-Ebingen - In der Ehestetter Talaue oberhalb der Eselsmühle haben Unbekannte in den frühen Morgenstunden des 27. April mit zwei Traktoren einen Biberbau und zwei Biberdämme zerstört. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Heinz-Dieter Wagner ist seit gut und gern zehn Jahren Biberbeauftragter des Zollernalbkreises; er hat es in dieser Zeit immer wieder erlebt, dass Leute, denen der Biber ein Dorn im Auge ist, versuchten, dessen Landnahme zu sabotieren, in dem sie Dämme anbohrten oder teilweise abtrugen. Der Biber ist – so Wagner – ein "Konflikttier"; er hat – begreiflicherweise – nicht nur Freunde. Man kann den Ärger des Landwirts, dessen Traktor an einem unterspülten Bachufer einbricht oder dessen Heuernte durch steigendes Grundwasser geschmälert wird, schon verstehen.

Was jedoch in der Nacht zum Freitag vergangener Woche in Ehestetten passierte, versteht Heinz-Dieter Wagner nicht mehr; er hat dergleichen auch noch nie erlebt. Der oder die Täter sind mit dem Traktor, möglicherweise auch mit einem Frontlader, mitten in den Bach, einen vom Hungerbrunnen herkommenden Zulauf der Schmeie, hineingefahren und haben den Biberbau regelrecht zermalmt. Sogar der Kessel wurde aufgebrochen; dass Tiere getötet werden könnten, nahmen die Biberfeinde ganz offensichtlich in Kauf, wenn sie es nicht sogar darauf anlegten.

Außerdem durchstachen sie zwei bachabwärts gelegene Dämme und verwandelten die oberhalb davon gelegenen Teichlandschaft so in eine Schlammwüste. Von Mutwillen kann man angesichts dieser durchaus methodischen Vorgehensweise nicht mehr reden, eher schon von beträchtlicher krimineller Energie. Die Talaue ist Naturschutzgebiet und der Biber streng geschützt – wer mit dem Frontlader seinen Bau attackiert oder ihm gar ans Leben will, macht sich strafbar und muss mit empfindlichen Sanktionen bis hin zur Freiheitsstrafe rechnen.

Sollte es das Ziel der Attentäter gewesen sein, dem Ehestetter Biber, der seit dem Spätsommer 2017 im Revier zwischen der Eselsmühle und den Ehestetter Höfen ansässig ist, den Garaus zu machen, dann haben sie es verfehlt: Als Spaziergängerin Birgit Breit am Abend des 27. April mit ihren Hunden am Ehestetter "Biberland" vorbeikam, sah sie das Tier mitten im Schlamm sitzen – es schien sich einigermaßen konsterniert die Bescherung anzusehen. Dass es sich ohne weiteres vergraulen lässt, glaubt Heinz-Dieter Wagner nicht.

"Der Biber ist standorttreu", sagt er, "und er lässt sich nicht unterkriegen." Eine Attacke auf seine Dämme oder seine Burg bewirkt nicht selten das Gegenteil von dem, was erreicht werden sollte: Wenn ein Damm beschädigt ist, dann zieht der Biber daraus den Schluss ›Hab nicht stabil genug gebaut‹ und legt sich noch mehr ins Zeug als zuvor. Selbst ein Abschuss kann kon­traproduktiv sein: Der Biber, so Wagner, markiert sein Revier mit einem Drüsensekret – fehlt die Duftmarke, dann kommt das einer Aufforderung an vagabundierende Artgenossen gleich, die vakante Stelle zu besetzen.

Unter diesen Umständen empfiehlt Wagner stets, eine Kompromisslösung zu suchen – und bietet sich selbst als Mediator an. "Wir haben im Kreis seit langem ein Bibermanagement; dass müsste sich eigentlich herumgesprochen haben." Dass jemand es dennoch mit Gewalt versucht, noch dazu im Naturschutzgebiet, will ihm nicht in den Kopf. "Ich kann das nicht nachvollziehen."

 
 

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Karina Eyrich

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