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Albstadt Umweltfreundlich verdienen

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Lara Schuhwerk (Mitte) setzt ebenso wie Ines Hägele und Jens Meiser auf Nachhaltigkeit in der Produktion. Foto: Schwarzwälder Bote

Grüne und Wirtschaftspolitik? In einer Zeit des Klimawandels, in der es stark auf das Verhalten der Unternehmen ankommt, ist es "Bündnis 90/Die Grünen" im Zollernalbkreis besonders wichtig, über Ökonomie und Ökologie zu diskutieren.

Albstadt-Ebingen. Sehr praxisnah haben Bündnis 90/Die Grünen und ihre Gäste im "Gleis 4" über Wirtschaftspolitik und darüber, was damit zusammenhängt, diskutiert: Kein Wunder, denn der Kreisverband um Vorstandsmitglied Ulrich Kohaupt hat einen Arbeitskreis Wirtschaft, den Thomas Zawalski leitet – beide moderierten zusammen den Abend, zu dem sie Kerstin Andreae, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, eingeladen hatten.

Andreae freute sich sichtlich, drei innovative junge und weitblickende Unternehmer aus Albstadt kennenzulernen: Lara Schuhwerk von "Beneto Foods" stellt Lebensmittel, zum Beispiel Pasta, aus eiweißreichen Grillen her, Ines Hägele hat ihre Firma "Hägeledruck" – auch, aber nicht nur aus Kostengründen – auf effizientere Energie umgestellt, und Jens Meiser gehört mit seiner Carl Meiser GmbH & Co. KG inzwischen zu den Aushängeschildern der Albstädter Wirtschaft. Sie alle könnten aus den 300 Millionen Euro, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz als Strafe für das Nichterreichen deutscher Klimaschutzziele jüngst an die EU überweisen musste, viel machen – das wurde schnell deutlich.

"Umweltstandards sind Innovationstreiber – keine Bremser"

"Deutschland war der Motor der EU in Sachen Umwelttechnologie – übrig geblieben davon ist nichts", monierte Andreae. China hingegen investiere massiv in erneuerbare Energien. "Umweltstandards sind Innovationstreiber – keine Bremser" ist die Bundestagsabgeordnete überzeugt: "Lasst uns in kleine Unternehmen und ihre Innovationskraft investieren."

Letztere vermisst Andreae an der deutschen Autoindustrie und plädierte dringend für einen Umbau der Mobilität: "Es ist unfassbar, was wir zulassen, was Autos im städtischen Raum erlaubt wird und wie sie das Stadtbild dominieren. Dabei steht ein Auto im Schnitt 23 Stunden am Tag."

"Hägele goes green" – der Einsatz eines Energieberaters, der viel Einsparpotenzial gefunden habe, sei die Rettung für ihre kleine Druckei im hart umkämpften Branchenumfeld gewesen, betonte Hägele. Sie hat unter anderem eine Wärmerückgewinnungsanlage und eine Luftbefeuchtungsanlage installieren lassen, dafür einen KfW-Kredit erhalten und Ideen ihrer Mitarbeiter mit einbezogen.

Jens Meiser führt ein energieintensives Unternehmen und hat europäische Konkurrenten, die ein Drittel des deutschen Strompreises zahlen – deshalb muss er effizient alle Ressourcen nutzen und erwartet das auch von anderen Firmen: "Den Klimawandel können wir nur bremsen, wenn alle mitmachen."

Lara Schuhwerk wartet noch darauf, dass der nachhaltige und eiweißreiche Rohstoff Grille in Deutschland zur Lebensmittelproduktion zugelassen wird. Derzeit muss sie allerdings noch in der Schweiz produzieren lassen. Ihr Ziel ist aber, in Hechingen bald die erste Grillenfarm Deutschlands zu betreiben. Dass es kein Verzicht auf Lebensqualität sei, auf Fleisch zu verzichten, ist ihr wichtig: "Wenn wir 2030 oder 2050 keine Lebensgrundlage mehr haben, müssen wir auf viel mehr verzichten."

"Das kriegste mit dieser Regierung nicht hin"

Einig waren sich die Disputanten darüber, dass sich CO2-Ausstoß preislich widerspiegeln müsse und dies eine Lenkungswirkung haben werde. "Aber das kriegste mit dieser Bundesregierung nicht hin", sagte Andreae enttäuscht. Mit Größe und Kapital könnten deutsche Unternehmen – etwa die der nach wie vor stärksten Branche, der chemischen Industrie – heute nicht mehr punkten. Mit Innovation im Umweltbereich aber sehr wohl. "Das müssen wir mit europäischen Partnern vorantreiben. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat da ziemlich viel angeboten – aber Angela Merkel macht da einfach nicht mit."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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