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Albstadt Tapeten mag der Denkmalschutz nicht

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Auch die Außensanierung des Klosters ist auf guten Wege – die Gestaltung wird sich am Vorbild des Ostflügels orientieren, der der Kirche gehört und schon vor vielen Jahren saniert wurde. Foto: Kistner

Albstadt-Margrethausen - Drei Monate müssen sich die Margrethausener noch gedulden, dann ist zwar nicht Weihnachtstag, aber etwas ähnliches: Die Klostersanierung soll Anfang Oktober abgeschlossen sein.

Elektriker und Gipser waren bereits da; die Innenwände der Wohnungen im zweiten Stock sind verputzt – Tapeten bekommen sie nicht, da ist der Denkmalschutz dagegen, der in einem Gemäuer wie dem Kloster Margrethausen praktisch überall ein Wörtchen mitzureden hat. Streichen ist dagegen erlaubt, und die Fenster wurden erneuert. Man sage nicht, dass das in Zeiten der Energiewende selbstverständlich sei. In der Feuerwehrgarage, wo keine Zimmertemperaturen herrschen müssen, wurden auf Wunsch der Denkmalschützer zwei alte Fenster an Ort und Stelle belassen und auch im Treppenhaus eines. Freilich sind die neuen Fenster in der Garage für Laien nicht auf den ersten Blick von den Originalen zu unterscheiden. Das Design – Kreuzstöcke – wirkt durchaus antik.

Der Dachboden soll auch künftig Dachboden bleiben; genutzt wird er nicht. Aber massiv gedämmt, im Interesse der Heizkostenminimierung. Auf dem Bühnenboden sind Dämmmatten ausgebracht, zu den Fenstern führen Holzstege für Fußgänger – der Boden muss nicht flächendeckend begehbar sein. Die abgefaulten Traufen wurden durch neues Gebälk ersetzt – ein betagter Speicher ist für viele böse Überraschungen gut: Stichproben haben nur eine höchst begrenzte Aussagekraft; speziell der Statiker hütet sich hier vor Prognosen und navigiert buchstäblich "auf Sicht". Gut und gern ein Fünftel des Dachgebälks war schadhaft, aber das wurde erst im Lauf der Arbeiten richtig klar.

Wie die Klosterbühne beleuchtet werden soll, muss auch noch mit dem Denkmalschutzamt geklärt werden, das es – siehe Fenster – peinlich genau mit der Authentizität nimmt. Was auf diesem Dachboden allerdings etwas kurios anmutet, denn die beiden riesigen stählernen Dreieckskonstruktionen, an denen die Decken des Ratssaals beziehungsweise des Mehrzweckraums im ersten Stock aufgehängt sind, fügen sich nicht gerade organisch ins Bild ein. Es bedurfte moderner Technik, um die Statik des Hauses in Ordnung zu bringen, und die lässt sich nicht kaschieren.

Oder nur teilweise. In der Mitte des Mehrzwecksaals hängt eine merkwürdige Kiste wie eine Beule von der Decke: Hier setzt die Zugstange an, die zum Stahlträger im Dachstuhl hinaufführt. Basketballer oder Hünen wie Sigurd Kästler, der Chef der Hochbauabteilung im Amt für bauen und Service, müssen hier aufpassen, dass sie sich nicht den Kopf anschlagen. Dank der Stahlkonstruktion kommt der Saal ohne Stütze aus – die Alternative wäre eine zentrale Säule gewesen. Auf Wänden und Decke sitzt ein extra-poröser, schallabsorbierender Akustikputz; statt eines normalen Estrichs wurde Gussasphalt aufgebracht, der lediglich zwei bis drei Zentimeter dick ist und fünf Zentimeter Höhe bringt. Falls doch mal ein Basketballer kommt.

Auf der Westseite des Hauses wird noch im Juli ein Hebeaufzug eingebaut – seine Bediensäule mit dem Sensor in rollstuhlgerechter Höhe steht bereits. Kein Luxus , sondern eine Notwendigkeit in einem Haus, zu dessen künftigen Gästen naturgemäß viele Senioren zählen werden. Aber auch Notwendiges hat seinen Preis: Die ursprüngliche Kostenschätzung von 1,9 Millionen Euro, wird sich nicht einhalten lassen. Die Mehrkosten – die sich laut Baubürgermeister Udo Hollauer im Rahmen dessen bewegen, was bei Altbauten dieser Art üblich ist – trägt die Stadt.

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